Rolle rückwärts im Gemeindeparlament

Großkrotzenburg: Suche nach Baugebiet geht weiter

Dort kann der Bedarf nicht gedeckt werden: Das potenzielle Baugebiet nördlich der Straße „Eichelacker“ ist den Parlamentariern jetzt zu klein. Nun soll neu geplant werden.
+
Dort kann der Bedarf nicht gedeckt werden: Das potenzielle Baugebiet nördlich der Straße „Eichelacker“ ist den Parlamentariern jetzt zu klein. Nun soll neu geplant werden.

Nach einem Beschluss der Gemeindevertretung am Freitag geht die Suche nach einem Neubaugebiet am westlichen Rand Großkrotzenburgs wei-ter. Vier Jahre plante die Gemeinde ein Wohngebiet nördlich der Straße „Eichel-acker“. Die FDP hatte nun im Parlament mit einem Antrag Erfolg, der eine Verlegung des beabsichtigten Baugebiets vorsieht.

Großkrotzenburg – Die vor vier Jahren geplante Ausweisung und Erschließung des Wohngebietes „SGK 25.3“ nördlich der Straße Eichelacker hatten die Freidemokraten ursprünglich selbst zusammen mit ihrem Koalitionspartner, den Krotzebojer Grünen, beantragt. Anfang diesen Monats beendete die FDP ihre Zusammenarbeit mit den Grünen. Nun folgt die erste politische Konsequenz und eine Rolle rückwärts in Sachen Neubaugebiet.

Beschluss wurde vor einem Jahr bestätigt

Für die vorgeschlagene Verlegung müsste der vor ziemlich genau einem Jahr, am 18.  Oktober 2019, bestätigte Beschluss des Parlaments aufgehoben werden. Grüne, FDP und Christdemokraten hatten damals an dem ursprünglichen Plan festgehalten – gegen die Empfehlung der Bauland-Offensive des Landes Hessen, die kurz zuvor eine umfangreiche Machbarkeitsstudie vorgelegt hatte. Das Planungsbüro des Landes sowie zwei weitere unabhängige Büros schlugen eine Verlegung und Vergrößerung der ursprünglich geplanten Fläche vor.

Die Entscheidung bedeutete das vorzeitige Aus für die Zusammenarbeit mit der vom Land geförderten Bauland-Offensive. Eine weitere Gebietsentwicklung mit den Planern des Landes wurde abgelehnt. Diese plädierten wegen des prognostizierten „Bedarfs von bis zu 500 Wohneinheiten bis 2030“ in Großkrotzenburg für eine Vergrößerung. Ihre vorgeschlagene Verschiebung hatte eine direkte Anbindung an die Hauptstraße zum Ziel.

FDP mit Rolle rückwärts

Nun sind die Freidemokraten „zu der Erkenntnis gelangt, dass SKG 25.3 doch nicht die ideale Lösung ist“, erklärte der Fraktionsvorsitzende Daniel Protzmann am Freitag im Parlament. Die von der Bauland-Offensive präferierte Fläche „hinter dem Hochhaus an der Taunusstraße“ sei leichter zu erschließen und würde auch Platz für einen möglicherweise erforderlichen neuen Feuerwehr-Standort bieten, heißt es im FDP-Antrag, der nach einem Einwand der SPD zunächst im Umwelt- und Bauausschuss weiter diskutiert werden soll.

Die Sozialdemokraten waren schon vor einem Jahr die einzige Partei, die für den Verbleib im Landesprogramm stimmte. Sie wollten „den Bürgern die Möglichkeit geben, die Ergebnisse der Machbarkeitsstudie zu erfahren“, bevor die Zusammenarbeit beendet werde, erklärte Fraktionschef Uwe Bretthauer. Die Gemeinde müsse „weiter blicken als bis mor-gen“. Bürgermeister Thorsten Bauroth (parteilos) sprach sich damals ebenfalls dafür aus, die alternativen Vorschläge nochmals zu diskutieren. Der Rathauschef befürchtete, dass nun „bevor gar nichts passiert, auf die schlechteste Variante gesetzt wird“.

Koalition zwischen FDP und Grünen ein „Desaster“

Christdemokrat Max Schad, dessen Partei sich vor einem Jahr noch der Mehrheitskoalition angeschlossen hatte, nahm den Sinneswandel der FDP zum Anlass, die mittlerweile beendete grün-gelbe Koalition als „Desaster“ zu bezeichnen. Es gehe jetzt darum, dem Ausschuss die Zeit zu geben, endlich einen echten Konsens zu finden.

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Mehr zum Thema

Kommentare