Großkotzenburg

Trauer um Alfons Ziegler - Ein Nachruf

Alfons Ziegler liebte die Musik, er spielte nicht nur mehrere Instrumente, sondern war auch ein guter Sänger mit einer Bartonstimme. Foto: Privat

Großkrotzenburg. Die Kondolenzschreiben bezeugen, „welch liebvollen, menschenzugewandten Bruder wir mit Ingbert loslassen müssen. Einen Menschen, der mit seinem verschmitzten Lächeln und seiner ruhigen Art unsere Gemeinschaft mit wärmender Atmosphäre erfüllte.“

Von Per Bergmann

Die Worte von Guardian Michael Blasek machten deutlich, welchen Verlust der Tod von Frater Ingbert Alfons Ziegler für die Franziskaner in Großkrotzenburg bedeutet.

Am 28. August 1942 in Frankfurt geboren, verbrachte Ziegler über 50 Jahre seines Lebens in Großkrotzenburg. Aufgewachsen ist er in Mernes im Spessart mit vier Geschwistern als Sohn einer alleinerziehenden Mutter. Vater Bernhard war aus dem Krieg nicht zurückgekehrt. In Salmünster kam Ziegler erstmals mit den Franziskanern in Kontakt, wo er knapp zehn Jahre später in das Noviziat der Thüringischen Franziskanerprovinz eintrat.

Auch vom Lehrerkollegium und den Schülern geliebt

Nicht nur seine Brüder im Kloster werden den „vielseitig begabten, hochgebildeten“ Mann, dessen Passion der Musik galt, vermissen. Der Musiklehrer war auch bei seinen Lehrerkollegen und bei der Schülerschaft äußerst beliebt. Zu seinen engsten Freunden zählte Pater Hadrian Koch. 50 Jahre verbrachten die beiden Ordensbrüder zusammen, zunächst an einer Schule in den Niederlanden, später im Kloster an der Niederwaldstraße.

Zahlreiche Briefe seien nach dem Tod von Ziegler bei den Franziskanern eingegangen, „auch von aktuellen und ehemaligen Schülern“, berichtet Koch. Sie brachten darin unter anderem „ihre Dankbarkeit für den gut vorbereiteten Unterricht“ zum Ausdruck. Und auch Zieglers besonderen Humor werde man im Unterricht zukünftig vermissen, hieß es in den Schreiben.

„Üben hilft – leider.“

„Er war ein sehr geselliger Mensch, der immer viel gelacht hat“, erinnert sich Koch an die gemeinsame Zeit. „Üben hilft – leider.“ Das sei eine der Weisheiten von Ziegler gewesen, der stets auch den Kontakt zu seiner Familie in Bad Soden gepflegt habe.

Seine wohl größte Leidenschaft galt der Musik. Ziegler spielte nicht nur mehrere Instrumente, „er war auch ein leidenschaftlicher Sänger“, weiß der 74-Jährige. Ziegler habe „eine schöne Baritonstimme“ gehabt. Das können sicher auch seine Freunde vom Männergesangverein in Bad Soden bezeugen sowie die Mitglieder des Großauheimer Kirchenchors, den er regelmäßig besuchte.

Ausdruck einer engen Freundschaft

Ziegler sei „ein kunstverständiger Mensch“ gewesen, der es bei aller Lebensfreude auch verstand, akribisch zu arbeiten. Zweimal verbrachten die Brüder ihren Urlaub gemeinsam. Vor zwei Jahren besichtigten sie alte Klöster in der ehemaligen DDR. In diesem Jahr waren sie ein letztes Mal zusammen in Füssen. Auch das ist Ausdruck einer engen Freundschaft.

Verantwortlich zeichnete Ziegler auch für eine Dokumentation von Kunstgegenständen, für die er die Klöster in der thüringischen Ordensprovinz besuchte. Zusammen mit einem Fachmann fotografierte er die Werke ab und lieferte ausführliche Beschreibungen. „Tausendsassa“ Ziegler hatte mit der Fotografie ein weiteres Hobby. „Es konnte schon mal etwas länger dauern, bis er die richtige Einstellung gefunden hatte“, erinnert sich Koch mit einem Lächeln im Gesicht an die gemeinsamen Reisen. Hierbei sei auch der Perfektionist in Ziegler zum Ausdruck gekommen, der „eine wunderschöne Handschrift“ gehabt habe. „Er hatte einen besonderen Blick für schöne Dinge.“

„Wir werden ihn vermissen“

Bei der Begräbnisfeier in der Pfarrkirche St. Laurentius seien viele ehemalige Schüler und Freunde aus ganz Deutschland anwesend gewesen. „Die Kirche war bis auf den letzten Platz gefüllt.“ Bei der Christmette an Heiligabend, die in diesem Jahr erstmals ohne Ziegler stattfindet, „werden wir mit Sicherheit nochmal gemeinsam an ihn denken“, so Koch. Bei der Trauermesse im November werde das Gedenken an Frater Ingbert Alfons Ziegler ohnehin einen wichtigen Teil einnehmen.

„Wir werden ihn vermissen“, ist sich Koch sicher. Blasek fasst zusammen: „Auf ihn schien das Wort wahrhaftig zu passen: „Dort wo man singt, da lass dich ruhig nieder. Böse Menschen kennen keine Lieder.“

Quelle: Hanauer Anzeiger

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