Jahrelange Pläne werden verwirklicht

TV Großkrotzenburg modernisiert vereinseigene Halle

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Soll moderner werden: Auf der linken Seite der Turnhalle an der Kahler Straße, wo sich derzeit noch ein Parkplatz befindet, wird der Anbau entstehen.

Der Turnverein vergrößert und modernisiert seine Halle an der Kahler Straße, die längst zu klein geworden ist, um den Bedürfnissen aller Mitglieder gerecht zu werden. Nach fast einem Jahrzehnt und umfassenden Vorarbeiten ist es in der kommenden Woche endlich soweit: Der Hallenanbau kann beginnen.

Die ersten Erweiterungspläne gab es bereits 2011 unter dem heutigen Ehrenvorsitzenden Norbert Neuberger, der den Verein über zwei Jahrzehnte anführte. Er soll nun als eine Art „Supervisor“ über das Bauprojekt wachen, erklärt Markus Berger, Leiter des technischen Ausschusses und zuständig für Bauangelegenheiten. 

Veralteten sanitären Anlagen und ein Mangel an Umkleiden sind Gründe für den Anbau

Gewissermaßen sei das kommende Woche beginnende Bauprojekt Neubergers „Baby“, sagt dessen Nachfolgerin Eva-Maria Neeb. Die veralteten sanitären Anlagen sowie ein Mangel an Umkleiden seien Gründe gewesen, Anbaupläne zu schmieden. 

Nach der Fertigstellung wird dem Verein eine zusätzliche Fläche von knapp 390 Quadratmetern zur Verfügung stehen. Zwei große Gruppenräume mit 135 und 72 Quadratmetern, ein Lagerraum für die Bühne in der Haupthalle, drei Umkleidekabinen sowie sanitäre Anlagen stehen im Zentrum des Erweiterungsbaus. Alle Räume werden mit Bodenheizung ausgestattet. Um den Anbau herum werden ausreichend Stellplätze ausgewiesen. 

1200 Arbeitsstunden als Eigenleistung des Vereins

Pläne werden Realität: Eva-Maria Neeb und Markus Berger hoffen auf eine schnelle Bauphase.

Etwa 1200 Arbeitsstunden wird der Verein in Eigenleistung erbringen, um den Anbau zu verwirklichen. „Fast alles, was man als Laie machen kann, übernehmen die Mitglieder“, so Berger. 

Auch der Entwurf für den Anbau entspringt der Feder eines Vereinsmitgliedes, dem Architekten Christoph Zeller, der das Bauprojekt betreuen und sich unter anderem um die nötigen Ausschreibungen kümmern wird. 

Der Verein ist schon länger im Förderprogramm für den vereinseigenen Sportstättenbau auf Platz eins 

Als die Halle 1924 an der Kahler Straße errichtet wurde, seien die Sportler einfach nur „froh gewesen, ein Dach über dem Kopf zu haben“, berichtet Neeb aus der Chronik. Einen „Sanierungsstau und Modernisierungsbedarf“ attestierte auch der Leiter der Sportabteilung des Innenministeriums, Jens-Uwe Münker, als er im Juni 2019 die Landeszuwendung übergab (wir berichteten). 

Der Verein sei im Förderprogramm für den vereinseigenen Sportstättenbau schon länger auf Platz eins der Landesliste. Bei etwa 7500 Einwohnern sei es nicht selbstverständlich, dass es „mit dem Turn- und dem Wassersportverein in Großkrotzenburg gleich zwei Sportvereine mit mehr als 1000 Mitgliedern“ gebe, ergänzte der Vorsitzende des Sportkreis Main-Kinzig Stefan Bahn. „Etwa die Hälfte der Mitglieder des Turnvereins sind Jugendliche.“ 

Damit leiste der Verein besonders wichtige Nachwuchsarbeit in Sachen Sport und Ehrenamt. Es werde nun Zeit, dass dieses Engagement mit „moderneren Räumlichkeiten“ belohnt und gefördert werde, so Bahn. 

Der Verein stemmt die Hälfte der Gesamtkosten selbst

Ein Großteil der bisherigen Arbeit bestand in der Beschaffung der nötigen Mittel: Rund 85 000 Euro an Landesmitteln stehen dem TV für sein Anbauprojekt zur Verfügung. Die Gemeinde beteiligt sich mit etwa 90 000 Euro, 45 000 Euro kommen vom Kreis. 

Mit kleineren Zuwendungen unterstützen auch der Sportkreis und eine Bank das Bauprojekt. Die Hälfte der kalkulierten Gesamtkosten in Höhe von 500 000 Euro wird der Verein selbst stemmen und dafür neben Erspartem ein Darlehn von rund 150 000 Euro einbringen. 

Durch den Anbau könnte es neue Möglichkeiten in der Zukunft geben

Der Anbau könnte in Zukunft auch Platz für ein Basketballangebot bei TV Großkrotzenburg schaffen. „Durch den Umzug unserer Gruppen, die derzeit in der Mehrzweckhalle der Grundschule untergebracht sind, ergeben sich auch dort neue Nutzungsmöglichkeiten“, so Neeb. 

Zudem könne das Bauprojekt die Identifikation mit dem Verein und damit auch seinen familiären Charakter fördern. Los geht es am Dienstag, 10. März, um 15.30 Uhr mit dem symbolischen ersten Spatenstich. 

Ende Juli soll der Rohbau bereits stehen. „Wenn alles gut läuft“ folgt das Dach bis Anfang September und dem Richtfest steht nichts mehr im Weg. „Im Idealfall“, so hofft Berger, könne die TV-Halle im Frühjahr 2021 eröffnet werden.

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