Feuerwehr steht trotz Corona parat

Kameraden in Hammersbach halten an Ausbildung und Weihnachtsbaumsammlung fest

Startklar für den Notfall: Im Gerätehaus der Freiwilligen Feuerwehr Hammersbach an der Dammbrücke stehen die Einsatzfahrzeuge bereit.
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Startklar für den Notfall: Im Gerätehaus der Freiwilligen Feuerwehr Hammersbach an der Dammbrücke stehen die Einsatzfahrzeuge bereit.

„Wir, Eure Feuerwehr, sind auch in diesen schwierigen Zeiten wie gewohnt für Euch da und lassen Euch nicht allein.“ Mit diesen Worten wendet sich die Freiwillige Feuerwehr Hammersbach an die Einwohner der Gemeinde. In den vergangenen Tagen lag das Schreiben in den Briefkästen. Anlass ist die Weihnachtsbaumsammelaktion, die traditionell im neuen Jahr unter Beteiligung der Jugendfeuerwehr durchgeführt wird – und dabei an den Haustüren auch immer eine erfreuliche Spendensumme für die Nachwuchsarbeit erbringt.

Hammersbach – „Aufgrund der Corona-Pandemie können die Jugendlichen diesmal nicht von Tür zu Tür gehen und klingeln“, erklären Gemeindebrandinspektor Jens Eyrich und sein Stellvertreter Christian Jüngling im Gespräch mit dem HA. „Die Einsatzabteilung wird die Christbaumsammlung aber dennoch durchführen. Da die Ausbildung der Jugendlichen weiterhin wichtig ist, bitten wir die Bürger diesmal, ihre Spende direkt auf das Konto der Jugendfeuerwehr zu überweisen.“

Mit zwei Schleppern und in Gruppen von je fünf Mann wollen die Feuerwehrleute mit Maske und Handschuhen am Samstag, 9. Januar, durch die Straßen der Ortsteile ziehen. Für die Gemeindebrandinspektoren steht die Aktion, die von der Gemeinde genehmigt ist, nicht im Widerspruch zu den geltenden Lockdown-Regeln.

Über 60 Einsätze in diesem Jahr

„Die Leute stellen ihre Bäume vorher an die Straße, sodass wir nicht in Kontakt mit den Bürgern kommen“, erklärt Wehrführer Eyrich das Konzept. „Die Gruppen, die die Bäume einsammeln, entsprechen der Ausbildungsgruppe, in der die Kameraden ohnehin zusammen üben.“ Denn natürlich laufe auch die Ausbildung weiter, um die Kameraden für den Einsatzfall fit zu halten. „Notfälle nehmen schließlich keine Rücksicht auf Corona“, erklärt Eyrich. Denn auch in diesem Jahr gab es bislang über 60 Einsätze für die Hammersbacher Feuerwehr. Darunter schwere Verkehrsunfälle, der Gasalarm im Juni im Gewerbegebiet Limes und der Einsatz am Wechmarer Ring in Langen-Bergheim, wo Ende Juli ein Einfamilienhaus ausbrannte.

Doch auch die Feuerwehr musste sich – so wie alle Bereiche des öffentlichen und privaten Lebens – im Frühjahr zunächst auf die neue Situation mit dem unbekannten Virus einstellen. „Nach dem Lockdown am 15. März ging zwei Monat lang gar nichts mehr“, erinnert sich Eyrich, „das war ja hessenweit so. Am 14. Mai haben wir als eine der ersten Wehren in der Region wieder angefangen.“ Die Wehrführung teilte die Einsatzabteilung in sechs feste Gruppen auf, die sich jeweils dienstags, mittwochs oder donnerstags trafen. „Da Online-Schulungen sehr aufwendig und nicht jedermanns Sache sind, haben wir versucht, den Präsenzunterricht aufrecht zu erhalten“, erklärt Christian Jüngling. Ein Vorteil der kleinen Gruppen sei gewesen, dass man auch die sieben Kameraden, die dieses Jahr aus der Jugendfeuerwehr aufgerückt seien, intensiver ausbilden konnte. Und auch insgesamt sei die Aufmerksamkeit in den kleinen Lerneinheiten größer. Als dann nach den Sommerferien die allgemeinen Auflagen gelockert wurden, habe man auch die Gruppen an praktischen Übungstagen wieder zu etwas größeren Einheiten zusammengefasst. Sogar zwei Grundlehrgänge konnten unter strikten Vorkehrungen auf Kreisebene an der Dammbrücke stattfinden.

Mit Ausbildungs-Konzept gut durch die Krise gekommen

„Wir sind damit gut gefahren“, erklären Eyrich und Jüngling. „Gerade die Ausbildungslehrgänge könnten zum Problem werden. In normalen Jahren werden im Kreis bis zu 800 Kameraden feuerwehrtechnisch weitergebildet. In diesem Jahr haben wir immerhin noch 500 geschafft. Doch der Rückstand muss irgendwann aufgeholt werden. Und das, obwohl die Plätze so schon knapp sind.“

Und in diesem Zusammenhang räumen die beiden Gemeindebrandinspektoren noch mit einem weiteren Missverständnis auf: „Natürlich ist es für alle Vereine und ehrenamtlichen Organisationen hart, die sich derzeit nicht treffen dürfen und auch hohe Einnahmeeinbußen haben, da Veranstaltungen ausfallen mussten. Auch unsere Feuerwehrvereine in Marköbel und Langen-Bergheim sind stillgelegt. Aber die aktiven Feuerwehrleute müssen die Einsatzbereitschaft aufrecht erhalten. Die Bürger erwarten im Notfall professionelle Hilfe. Dafür bilden wir weiter aus.“

Spenden für die Jugendfeuerwehr erbeten

Spenden können auf folgendes Konto überwiesen werden: Jugendfeuerwehr Hammersbach, IBAN: DE17 5066 1639 0001 2729 85, Verwendungszweck: „Spende Christbaumsammelaktion“.

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