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Hammersbach: Neuer Anlauf für Jugendbeirat und Ansiedlung von Fachärzten

Die Astrid-Lindgren-Schule in Hammersbach wird derzeit zur Ganztagsschule umgebaut. Auch in den Sommerferien werden die Kinder drei Wochen lang betreut. Ergänzend bietet die Gemeinde Ferienspiele an. ARCHIV
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Besuche an der Astrid-Lindgren-Schule in Hammersbach gehören laut Bürgermeister Michael Göllner (SPD) zu seinen Aufgaben. Dennoch soll ein neuer Anlauf für einen Jugendbeirat unternommen werden.

Einen Vorgeschmack darauf, wie die neue Koalition aus CDU und Grünen in den Gremien der Gemeinde ihre Vorstellungen durchsetzen will, bekamen Besucher in der ersten Arbeitssitzung des Ausschusses Jugend, Sport, Kultur und Soziales. Denn die neue Mehrheit setzte sich mit ihren Stimmen bei allen ihren Anträgen durch. Die SPD hatte mit ihren Vorschlägen fast auf ganzer Linie das Nachsehen.

Hammersbach – So soll der Gemeindevorstand den Auftrag erhalten, eine Satzung für einen Jugendbeirat zu erarbeiten. Damit soll die Teilhabe an Entwicklungen in der Gemeinde gestärkt sowie Kinder und Jugendliche an demokratische Entscheidungsprozesse herangeführt werden, so Alexander Kovacsek (CDU).

Fünf Mitglieder – zwölf bis 18 Jahre alt – sollen den Jugendbeirat bilden, drei werden vom Parlament benannt, eines vom Gemeindevorstand und eines vom Vereinsring. Unterstützung soll von der gemeindlichen Jugendarbeit kommen, die „Beteiligungsformen werden altersgerecht, niederschwellig und kreativ“ gestaltet.

Die Mitglieder werden mit Rederecht im zuständigen Ausschuss, zu dem sie zu jeder Sitzung eingeladen werden, ausgestattet. Kovacsek wies in der Begründung unter anderem darauf hin, dass es in der Hessischen Gemeindeordnung einen Passus gebe, der eine Beteiligung der Jugend fordere.

Bürgermeister Göllner: Bisherige Jugendgremien gescheitert

Bürgermeister Michael Göllner (SPD) wies auf gescheiterte Versuche hin, langfristig einen Jugendbeirat oder eine Jugendvertretung in der Gemeinde zu etablieren. 1991 sei ein Beirat gegründet und 2004 wieder eingestellt worden. Auch ein zweiter Versuch in anderer Form habe keinen längerfristigen Erfolg gezeitigt. Er und Kollege Stefan Erb aus Erlensee würden aber regelmäßig in der Georg-Büchner-Schule den Jugendlichen Rede und Antwort stehen, zudem gehörten Besuche des Bürgermeisters in der Grundschule und Gespräche mit Jugendlichen zum Aufgabengebiet des Bürgermeisters.

Grundsätzlich sprachen sich auch die SPD-Mitglieder für eine stärkere Beteiligung und Einbeziehung von Jugendlichen aus, stellten aber die Altersspanne und die Benennung der Mitglieder in Frage. „Wenn man Demokratie näher bringen will, dann muss man die Betroffenen selbst wählen lassen, wer sie vertreten soll“, betonte Miriam Piljic. Nach Ansicht von Susana Cid Jovic sollte man sich erst Erfahrungsberichte aus anderen Kommunen einholen, bevor man eine Satzung in Auftrag gibt. Der Antrag der Koalition wurde mit deren drei Stimmen angenommen, die SPD-Mitglieder enthielten sich.

Uneinigkeit bei Vorgehen zu Fachärzten

Der SPD-Antrag, die Vereins- und Jugendförderrichtlinien der Gemeinde zugunsten der Jugendförderung der Vereine zu überarbeiten und zeitgemäß anzupassen, wurde zunächst zur weiteren Diskussion im Ausschuss belassen und nicht in das Gemeindeparlament weiterverwiesen. Hierfür stimmten die drei Mitglieder von CDU und Grünen, die beiden SPD-Vertreterinnen enthielten sich.

Während die Koalition zunächst vom Gemeindevorstand eine Analyse der fachärztlichen Versorgungsstruktur im Umkreis bis zu 30 Kilometer Anfahrtsweg erarbeitet haben will, um dann mögliche Ansiedlungsmöglichkeiten von Fachärzten mit der Koordinationsstelle des Kreises zu diskutieren, schlug die SPD vor, die Verwaltung solle sich direkt mit der Koordinatorin für ärztliche Versorgung im Main-Kinzig-Kreis in Verbindung setzen, um zu eruieren, ob eine Ansiedlung von Fachärzten in Hammersbach realistisch möglich sei. Immerhin stimmten alle Ausschussmitglieder überein, dass die hausärztliche Versorgung in der Gemeinde gewährleistet sei. Der Antrag von Schwarz-Grün wurde auch hier mit 3:2-Stimmen angenommen, der der SPD mit derselben Stimmenzahl abgelehnt.

U3-Notbetreuung in den Sommerferien

Unter dem Punkt „Verschiedenes“ teilte Bürgermeister Michael Göllner mit, dass die Gemeinde in den Ferien eine Notfallbetreuung für U3-Kinder anbieten wolle, obwohl der Kindergartenbetrieb „noch auf Sicht fahre“ und eine weitergehende Planung nicht möglich sei. Weiterhin würden die Gruppen und die Erzieher streng getrennt, wann der Normalbetrieb wieder möglich sei, stehe in den Sternen. Dafür plant die Gemeinde für die Sommerferien zwei Wochen lang offene Ferienspiele im Freien mit Betreuung. Die genauen Angebot würden die Mitarbeiter der Jugendarbeit noch erarbeiten.

Voraussichtlich „bis zum ausgehenden Jahr“ werde der zum Testzentrum umfunktionierte Bürgertreff nicht für Veranstaltungen zur Verfügung stehen, weil nach Ansicht von Göllner ein Testzentrum vor Ort derzeit noch absolute Priorität habe. Er gehe davon aus, dass alle Nutzer für diese Maßnahme Verständnis aufbringen würden. (Thomas Seifert)

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