Keine „Megahalle“ für Logistik

Hammersbach: Bürgerinitiative und Schwarz-Grün reden über Entwicklung des Gewerbegebiets Limes

Vertreter der Bürgerinitiative Schatzboden trafen sich zum Meinungsaustausch mit Koalitionären von CDU und Grünen im Interkommunalen Gewerbegebiet Limes.
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Vertreter der Bürgerinitiative Schatzboden (rechts BI-Sprecher Kim Sen-Gupta) trafen sich zum Meinungsaustausch mit Koalitionären von CDU und Grünen (links Irmgard Beck) im Interkommunalen Gewerbegebiet Limes.

„Im Westen das Beste was geht, im Osten nix“ – auf diese einfache Formel brachte Kim Sen-Gupta, Pressesprecher der Bürgerinitiative (BI) Schatzboden, das Ergebnis eines Gedankenaustauschs mit Mitgliedern der neuen Koalition aus CDU und Grünen in der Gemeindevertretung Hammersbach. Treffpunkt war am Sonntagnachmittag im Interkommunalen Gewerbegebiet Limes (IGL).

Hammersbach – Im Vorfeld des Treffens hatte die BI einen umfangreichen Fragenkatalog an die Koalition geschickt, dessen Inhalte bei dem Termin zum Großteil besprochen und beantwortet wurden. Kernpunkt: Der Westerweiterung wird unter bestimmten Voraussetzungen zugestimmt, eine Ablehnung, da waren sich die Gesprächspartner einig, hätte keine Chance in der Zweckverbandsversammlung der beteiligten Kommunen Hammersbach, Limeshain und Büdingen.

Die Bedingungen: Auf der geplanten Westerweiterung des IGL auf dem Gelände zwischen der A66 und den bestehenden Hallen der Logistiker, sollen lokale Betriebe und Gewerbetreibende angesiedelt und nicht eine weitere „Megahalle“ hingestellt werden. Dabei soll auf Nachhaltigkeit, Klimaneutralität und Umweltverträglichkeit schon beim Bauen geachtet werden. Sowohl BI-Sprecher Kim Sen-Gupta als auch Irmgard Beck von den Grünen und Alexander Kovacsek von der CDU können sich mit solch einer Lösung nach eigenem Bekunden anfreunden.

Bürgerinitiative und Grüne lehnen Osterweiterung weiter strikt ab

„Natürlich gibt es bei der BI eine große Bandbreite an Meinungen von der Lösung Null bis zum Kompromiss der kleinteiligen Lösung der Westerweiterung. Wir wissen aber auch, dass manchmal Kompromisse notwendig sind, um überhaupt zu einer akzeptablen Lösung zu kommen. Allerdings lehnen wir eine Osterweiterung weiterhin strikt ab“, betonte der BI-Sprecher.

In Sachen Westerweiterung, wo demnächst die zweite Offenlegung und die Abstimmung in der Regionalversammlung anstehen, müssten intelligente Lösungen her, betonten Beck und Kovacsek. Deshalb wolle man Kontakt zur Wirtschaftsförderung des Wetteraukreises aufnehmen, die in Nidda ein Gewerbegebiet nach einem anderen Ansatz plane. „Wer aus diesem Kreis Interessenten für Flächen aus der lokalen Wirtschaft kennt, sollte diese ansprechen. Wer Planer oder Entwickler kennt, die auf diesem Gebiet Erfahrung haben, sollte diese auch ansprechen. Jede neue, gute Idee und jeder interessierte Gewerbetreibende kann uns weiterhelfen, in der Zweckverbandsversammlung, wo Hammersbach wie Limeshain und Büdingen fünf Stimmen hat, eine Mehrheit gegen eine weitere Logistikhalle und für eine nachhaltige Entwicklung dieses Gebiets zu bekommen“, stellte Irmgard Beck für die Koalition fest. Sie wurde unterstützt von einer Architektin, die darauf hinwies, dass sich gerade der Wind auch beim Investoren zugunsten von Umwelt- und Klimaschutz selbst bei Großprojekten dreht. Man sollte dort nicht so bauen lassen, dass in ein paar Jahren diese Immobilien keiner mehr haben will.

Auch Alexancer Kovacsek wies darauf hin, dass entscheidend sei, mit innovativen Ideen für die Westerweiterung die Mehrheit der sehr heterogenen Gruppe in der Zweckverbandsversammlung von der kleinteiligen Lösung zu überzeugen: „Sollte dort allerdings die Mehrheit für eine Megahalle stimmen, dann wird es schwierig werden, in Zukunft gute Argumente gegen die Forderung nach weiteren Erweiterungsflächen zu finden, denn lokale Gewerbetreibende könnten mit Fug und Recht fragen, wo sie sich denn nun vergrößern können.“

CDU: Keine Osterweiterung in dieser Wahlperiode

Der BI-Sprecher wollte wissen, weshalb im Koalitionsvertrag eine Ablehnung der Osterweiterung nur für diese Legislaturperiode festgeschrieben ist und ob man sich dort ein Hintertürchen offen halten wolle. Beck konnte die BI-Mitglieder dahingehend beruhigen, dass für ihre Partei eine Osterweiterung überhaupt kein Thema sei, sondern diese von Grund auf abgelehnt würde. Kovacsek wies darauf hin, dass man zunächst ja nur für eine Legislaturperiode planen könne, denn keiner wisse heute schon, wie bei der nächsten Kommunalwahl abgestimmt werde und ob die schwarz-grüne Koalition dann noch eine Chance bekomme. Für seine Fraktion könne er aber ebenfalls ein Nein zur Osterweiterung in dieser Wahlperiode unterschreiben.

Alle Gesprächspartner waren sich einig, dass es in den nächsten Wochen darauf ankomme, mit Vertretern aus Limeshain und Büdingen in der Zweckverbandsversammlung Gespräche zu führen, um dort eine Mehrheit für eine im Sinne von BI und Koalition akzeptierte Westerweiterung auf den Weg zu bringen. „Da wird noch viel Überzeugungsarbeit zu leisten sein“, sind sich die Gesprächspartner einig. Thomas Seifert

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