Gewerbegebiet Limes

Hammersbacher CDU will Bau der dritten Logistik-Halle verhindern

Wollen keine weitere Logistik: CDU-Bundestagsabgeordnete Dr. Katja Leikert, Landtagsabgeordneter Max Schad, Fraktionsvorsitzender Alexander Kovacsek, Parteivorsitzende Silke Sellman und Spitzenkandidat Andreas Dietzel (von rechts).
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Wollen keine weitere Logistik: CDU-Bundestagsabgeordnete Dr. Katja Leikert, Landtagsabgeordneter Max Schad, Fraktionsvorsitzender Alexander Kovacsek, Parteivorsitzende Silke Sellman und Spitzenkandidat Andreas Dietzel (von rechts).

Gegen den Bau der dritten Logistikhalle im interkommunalen Gewerbegebiet „Limes“ durch den Investor Dietz AG regt sich Widerstand in den Reihen der CDU Hammersbach. Bei einem Ortstermin mit der CDU-Bundestagsabgeordneten Dr. Katja Leikert und ihrem Landtagskollegen Max Schad erläuterten Parteivorsitzende Silke Sellman, Fraktionsvorsitzender Alexander Kovacsek und der Spitzenkandidat für die Kommunalwahl Andreas Dietzel, warum die Christdemokraten die bisherigen Pläne ablehnen.

Hammersbach – Im Fokus steht dabei die geplante Westerweiterung des Gewerbegebiets. Die derzeitigen Pläne für das Areal zwischen der Autobahn 45 und den bestehenden Logistik-Hallen sehen eine dritte Halle für Logistik vor. Der Investor Dietz AG hatte im September 2020 mit der Hager Group bereits einen Mieter präsentiert. Zunächst muss aber der Flächennutzungsplan geändert werden – das entsprechende Zielabweichungsverfahren wurde im Dezember beim Regionalverband FrankfurtRheinMain auf den Weg gebracht.

Wie die CDU mitteilt, sollen etwa 13 Hektar „Vorranggebiet für Landwirtschaft“ in „gewerbliche Baufläche“ (3,3 Hektar) und „Sonderfläche mit gewerblichem Charakter Logistik“ (9,8 Hektar) geändert werden. Eine Nutzung der Sonderfläche Logistik durch Handwerker oder mittelständische Betriebe sei nicht möglich.

Kommunalwahl könnte neue Mehrheiten im Zweckverband bringen

„Mehrheitsfähig gemacht wurde diese Entscheidung durch die SPD Hammersbach, die im Zweckverband, der über die weitere Entwicklung des Gewerbegebiets entscheidet, für die Umwandlung der Fläche gestimmt hat. Die CDU Hammersbach hingegen hat dagegen votiert, weil wir noch mehr Logistik an dieser Stelle für völlig überdimensioniert halten“, teilen Sellman, Kovacsek und Dietzel mit.

Ob die dritte Logistik-Halle gebaut werden könne, hänge letztlich vom Bebauungsplan ab, den es derzeit noch nicht gebe und der von den Mitgliedern im Zweckverband noch beschlossen werden müsse. „Die Christdemokraten weisen darauf hin, dass die Zusammensetzung des Zweckverbandes nach der Kommunalwahl neu bestimmt wird. Hieraus ergibt sich die Chance, eine neue Mehrheit zu organisieren, und die bisherigen Planungen für die Westerweiterung mit dem Löwenanteil für Logistik zu stoppen, zumal auch in Büdingen und Limeshain die Zweifel an den derzeitigen Planungen wachsen. Sollte der Zweckverband in neuer Zusammensetzung die Entscheidung zurückdrehen, ist dies nicht mit zusätzlichen Kosten für die beteiligten Kommunen verbunden“, wie die CDU-Vertreter betonen, da aus dem bestehenden Optionsvertrag keine Schadensersatzansprüche der Dietz AG erwachsen würden.

CDU kritisiert Qualität der Arbeitsplätze, höhe der Steuereinnahmen und zunehmenden Verkehr

Überall im Rhein-Main-Gebiet rege sich laut CDU Widerstand gegen Logistikparks, denn weder entstünde hier aufgrund der fortschreitenden Digitalisierung und dem Einsatz von Robotik eine Vielzahl an qualifizierten Arbeitsplätzen, noch werde die Anzahl der Gewerbesteuerzahler signifikant erhöht. Stattdessen werde die Gemeinde mit zusätzlichem Lkw-Verkehr belastet.

„Jeder von uns nimmt als Bürger Logistik in Anspruch. Es ist richtig, dass wir im Main-Kinzig-Kreis Flächen dafür ausgewiesen haben. Wir brauchen jetzt aber einen klaren Kurs für Premium-Ansiedlungen im gesamten Kreisgebiet“, mahnt die Bundestagsabgeordnete Leikert laut Mitteilung. Sie werde sich deshalb auf allen politischen Ebenen für die Position der Hammersbacher CDU einsetzen. Und der Landtagsabgeordnete Schad ergänzt: „Es ist richtig, dass wir Logistikflächen brauchen, aber die Lasten sollten fair verteilt sein. Deshalb keine weitere Logistik im Gewerbegebiet Limes, dafür Chancen für unseren Mittelstand.“

Man sei sich bewusst, dass eine Revidierung der Entscheidung kein leichtes Unterfangen sei, da der Flächennutzungsplan eventuell ein weiteres Mal angepasst werden müsse. Dennoch habe man seitens der CDU kein Verständnis dafür, dass der Standort Hammersbach als zentraler Logistik-Standort für das Rhein-Main-Gebiet dienen soll, so Silke Sellman, Alexander Kovacsek und Andreas Dietzel.  jow

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