Kommunalwahl

Hammersbach: Grüne stehen nach Auszählung als klare Sieger fest

Wahlplakate von CDU, Grünen und SPD hängen am Ortseingang von Hammersbach-Hirzbach.
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Grüne oben auf: Wahlplakate von CDU, Grünen und SPD hängen am Ortseingang von Hammersbach-Hirzbach.

Wie andernorts sind die Grünen auch in Hammersbach klare Sieger der Kommunalwahl. Dabei ist die neu gegründete Partei erstmals angetreten und hat direkt 17,85 Prozent der Stimmen geholt. Die Verluste gehen vor allem zulasten der SPD. Die CDU verliert zwar ebenfalls leicht, freut sich aber als bisherige Oppositionspartei im Zwei-Parteien-Parlament über neue mögliche Mehrheiten.

Hammersbach – Wilhelm Dietzel redet am Montagabend nicht um den heißen Brei herum. „Wir haben ein Minus von 14,6 Prozent“, erklärt der langjährige SPD-Fraktionsvorsitzende. „Wenn man das so sieht, muss man sagen, wir haben die Wahl verloren.“ Dass der Streit um die weitere Entwicklung des interkommunalen Gewerbegebiets Limes der Hauptgrund dafür ist, bezweifelt Dietzel. Die CDU habe das Thema auch im Wahlkampf gesetzt und trotzdem einen Sitz verloren. Die Grünen hingegen hätten landesweit stark zugelegt. Das starke Abschneiden in Hammersbach sei deshalb keine große Überraschung.

„Natürlich ist es ein achtbares Ergebnis für die Grünen, die neu angetreten sind“, erkennt Dietzel an. Dass es in Hammersbach ein Potenzial für die Grünen gibt, sei klar gewesen. Das Ausmaß habe man nur erahnen können. Nun habe die Partei eben die meisten Stimmen bei der SPD gewonnen. „Wir haben die Wahl verloren, weil ein neuer Konkurrent aufgetreten ist“, analysiert Dietzel nüchtern. „Wir haben unsere Mehrheit verloren, damit müssen wir umgehen lernen. Ich freue mich aber, dass wir immer noch einen deutlichen Abstand von gut zehn Prozent auf die CDU haben.“

Christdemokraten wollen keine weiteren Logistik-Hallen

Die Christdemokraten in Hammersbach werten ihr Ergebnis trotz einem Verlust von drei Prozent als Erfolg. „Es war ein sehr aufreibender Wahlkampf, aber es hat sich ausgezahlt“, kommentiert Fraktionsvorsitzender Alexander Kovacsek. „Wir haben hart für dieses Ergebnis gearbeitet und freuen uns sehr. Neue Mehrheiten bieten neue Chancen.“

Kovacsek sieht durch dieses Ergebnis auch eine große Verantwortung für seine Partei, der die CDU gerecht werden wolle. „Aber es ist durchweg positiv, dass man nach 30 Jahren zeigen kann, dass man es besser kann“, erklärt der Christdemokrat. „Das Ergebnis ermöglicht nun eine offene Diskussion und eröffnet neue Gesprächsmöglichkeiten“, so Kovacsek. „Unser Ziel ist erst mal: keine weiteren Logistikhallen.“

Grüne-Spitzenkandidatin kann sich wechselnde Mehrheiten vorstellen

Die Grünen in Hammersbach freuen sich über ihr Ergebnis von 17,85 Prozent bei ihrer Premiere bei der Gemeindewahl, knapp zwei Jahre nach der Gründung des Ortsverbands. „Unser erklärtes Ziel, die absolute Mehrheit der SPD abzulösen, haben wir erreicht“, erklärt die Spitzenkandidatin Antje Schöny am Montagabend gegenüber unserer Zeitung. „Für uns ist es wichtig, dass man in der Kommunalpolitik vor Ort die Dinge offen gestalten kann. Dafür ist es wichtig, dass man über die Themen diskutiert und um Kompromisse ringt. In der bisherigen Konstellation war das in Hammersbach nicht möglich.“

Sie persönlich könne sich für die künftige Zusammenarbeit im Parlament durchaus wechselnde Mehrheiten vorstellen, erklärt Schöny. Sie fände es gut, sich eben nicht durch eine Koalitionsaussage an einen festen Partner zu binden, sondern jeweils unabhängig von Thema zu Thema in der Sache zu entscheiden. „Natürlich müssen wir uns da noch intern besprechen“, so Schöny. „Aber grundsätzlich zeigen wir uns offen.“

SPD und CDU bereit zur allgemeinen Kooperation

Spontane Zustimmung kommt vom SPD-Fraktionsvorsitzenden Wilhelm Dietzel. „Wechselnde Mehrheiten wären auch mir am liebsten“, erklärt der erfahrene Kommunalpolitiker. Natürlich sei es bislang für die SPD mit ihrer Mehrheit bequemer gewesen. „Aber wir wollen offen sein und der neuen Zusammenarbeit ein Chance geben.“

CDU-Vertreter Alexander Kovacsek bringt es für seine Partei auf den Punkt: „Ich freue mich, dass die Grünen da sind. Es tut der Gemeinde gut, dass es bunter wird.“ Jan-Otto Weber

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