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Hammersbach: Hirzbacher Kapellenverein bestätigt und erweitert Vorstand

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Beliebter Ort für Konzerte und Hochzeiten: In der Hirzbacher Kapelle wird es auch in diesem Jahr wieder ein reizvolles Kulturprogramm geben. Der Förderverein hat zudem ein Landschaftspflegeprojekt initiiert und denkt auch schon an das Hirzbacher Ortsjubiläum im Jahr 2028. Archiv
Beliebter Ort für Konzerte und Hochzeiten: In der Hirzbacher Kapelle wird es auch in diesem Jahr wieder ein reizvolles Kulturprogramm geben. Der Förderverein hat zudem ein Landschaftspflegeprojekt initiiert und denkt auch schon an das Hirzbacher Ortsjubiläum im Jahr 2028. © Archivfoto: Dagmar Gärtner

Neben einem reizvollen Kulturprogramm hat der Förderverein Hirzbacher Kapelle ein Landschaftspflegeprojekt initiiert und denkt auch schon an das Jubiläum des Hammersbacher Weilers im Jahr 2028.

Hammersbach – Eine allen Widrigkeiten zum Trotz positive Bilanz des vergangenen Jahres konnte der Förderverein Hirzbacher Kapelle e.V. auf seiner diesjährigen Jahreshauptversammlung ziehen. Der Verein, so der Vorsitzende Gerhard Alisch, habe im Gegensatz zu vielen anderen Veranstaltern in der Kulturszene die Corona-Jahre relativ unbeschadet überstanden. Auch für 2023 könne man wieder ein internationales, hochklassiges Programm anbieten.

Doch nicht nur die „Normalisierung“ des Veranstaltungsbetriebs nach Corona war Thema der Versammlung, auch zwei Zukunftsthemen beschäftigen den Förderverein: ein Landschaftspflegeprojekt und das Ortsjubiläum Hirzbach im Jahr 2028. Seit 1992 hat sich das „Kleine Kulturzentrum in der Wetterau“ zu einem inzwischen auch von vielen Künstlern außerhalb der Region nachgefragten Veranstaltungsort gemausert. Auch für diese bevorstehende Saison wird man wieder ein vielseitiges und komplett aus Spenden und Eintrittsgeldern finanziertes Programm anbieten.

Weltmusik und afrikanische Klänge

Bei den sechs Veranstaltungen im Sommer 2023 dominieren Weltmusik und Klänge aus Afrika und dem Orient, aber auch „traditionelle“ Barockmusik ist vertreten. Fester Bestandteil des Jahresprogramms ist seit jeher der Frankfurter Schauspieler Isaac Dentler, der wieder mit einem Solo-Programm auftritt. Zum Abschluss der Saison beteiligt sich der Kapellenverein wie alljährlich mit einem Musikprogramm am Hohe-Straßen-Fest.

Eingangs der Hauptversammlung hatte sich der Vereinsvorstand zur Wiederwahl gestellt, die auf allen Positionen einstimmig erfolgte. Gerhard Alisch ist weiterhin Vorsitzender, ihm zur Seite stehen Silvia Behnke, Wilhelm Dietzel, Hartmut Schneider und Christoph Neizert. Hinzugewählt wurde Judith Schroeter, die fortan an der Programmgestaltung mitwirken wird. Der Finanzbericht fiel erfreulich aus. Dank zahlreicher Spenden heiratswilliger Paare, welche die Kapelle für ihre Trauung nutzen, könne der Verein mit Zuversicht an die Programmgestaltung für 2024 gehen, so der Vorsitzende.

Einrichtung eines Feuchtbiotops

Der Förderverein, der vor zwei Jahren seinen Vereinszweck – nämlich die Erhaltung und Nutzung des Baudenkmals Hirzbacher Kapelle durch Kulturveranstaltungen – um den Punkt „Pflege der gewachsenen Kulturlandschaft“ erweitert hatte, konnte auch hier beachtliche Fortschritte vermelden. Das erste Projekt, die Einrichtung eines Feuchtbiotops in der Gemarkung Hammersbach, erhielt durch eine großzügige Spende einen deutlichen Schub; erste Gestaltungsmaßnahmen laufen bereits. Das Unternehmen ist auf einen Zeitrahmen von zehn Jahren projektiert, ein „Arbeitskreis Feuchtbiotop“ begleitet das Vorhaben. Vertreten sind dort neben dem Förderverein die im Hammersbacher Gemeindeparlament vertretenen Parteien, zwei Vogelschutzvereine, und die Hessische Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz.

Keine Neuigkeiten erfuhr die Versammlung dagegen in Sachen Spolien: Steinerne Relikte der Hirzbacher Kapelle, des ältesten Sakralbaus der südöstlichen Wetterau, ruhen weiterhin in einem Depot des Hanauer Geschichtsvereins, der die Objekte vor über 100 Jahren erworben hatte. Es handelt sich um zwei Säulenkapitelle und das Sakramentshäuschen aus Sandstein.

Verhandlungen mit Hanauer Geschichtsverein

Die schlichten Kapitelle sind die verbliebenen Reste eines romanischen Rundbogens, der bis Anfang des 20. Jahrhunderts den Durchgang des Kirchenschiffes vom Chor getrennt hatte. Die Rückführung dieser Objekte als Dauerleihgabe an den Ursprungsort und damit in die Öffentlichkeit verfolgt der Kapellenverein nun schon seit einigen Jahren. Coronabedingt kamen die Verhandlungen jedoch zum Stillstand. Der Kapellenverein hat seine Bereitschaft erklärt, Sicherungsmaßnahmen gegen Diebstahl und Vandalismus zu finanzieren und hofft, bis zum Ortsjubiläum „900 Jahre Hirzbach“ in fünf Jahren, zu einer Übereinkunft mit dem Hanauer Geschichtsverein zu kommen.

Bis dahin weiß offenbar nicht nur ein interessiertes Publikum aus der gesamten Region den Veranstaltungsort Hirzbacher Kapelle zu schätzen: Auf dem Dachboden des Sakralbauwerks aus dem 12. Jahrhundert brütete im vergangenen Jahr ein Schleiereulenpaar sechs Jungvögel aus. (Von Werner Kurz)

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