Gewerbegebiet Limes

Hammersbach: „Italienspezialist“ Waurig GmbH aus Wölfersheim plant neue Zentrale

Spatenstich für die neue Zentrale (von links): Kaufmännischer Leiter Stephan Herzog, Lagerleiter Metin Oymak, Senior-Chef Reinhard und Geschäftsführer Timo Waurig, Bürgermeister Michael Göllner sowie Vertriebsingenieur Janis Diel und Projektleiter Dominik Grau von der Baufirma Köster.
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Spatenstich für die neue Zentrale (von links): Kaufmännischer Leiter Stephan Herzog, Lagerleiter Metin Oymak, Senior-Chef Reinhard und Geschäftsführer Timo Waurig, Bürgermeister Michael Göllner sowie Vertriebsingenieur Janis Diel und Projektleiter Dominik Grau von der Baufirma Köster.

„Fragen Sie in einem italienischen Restaurant in der Region nach der Firma Waurig – wir sind überall bekannt“, versichert Senior-Chef Reinhard Waurig am Mittwoch anlässlich des Spatenstichs des Unternehmens im interkommunalen Gewerbegebiet Limes.

Hammersbach – Vor 30 Jahren hat sich der 70-Jährige, der sich damals als Vertriebsleiter eines Lebensmittelhändlers vor allem mit dem Handel von Pilzen einen Namen gemacht hatte, in die Selbstständigkeit gewagt. „Bei den Gastronomen bin ich noch heute der ‘Funghi-Mann’“, erklärt Reinhard Waurig.

Anfänge vor 30 Jahren in umgebautem Stall

Was 1991 auf 20 Quadratmetern im umgebauten Stall auf dem Hof von Waurigs Schwiegervater in Hartmannshain im Vogelsberg begann, ist inzwischen zu einem Unternehmen mit knapp 100 Mitarbeitern gewachsen. Inzwischen umfasst das Sortiment des „Italienspezialisten“ rund 7000 Artikel – vom Pizzamehl über Pflanzenöle, Fleisch- und Wurstwaren, Käse und Gemüsepasten bis hin zu Weinen. Damit beliefert der Groß- und Einzelhändler Restaurants und Läden von Offenbach bis Kassel und von Gießen bis Fulda.

Die Zentrale ist seit 2012 in Wölfersheim-Berstadt. Schon 2008 bezog das Unternehmen im dortigen Gewerbegebiet direkt an der A45 Lagerflächen, was für das Unternehmen den Durchbruch bedeutete. Doch die Flächen dort sind erschöpft, weshalb sich das Unternehmen nach einem neuen Standort umschaute. Nur drei Autobahnanschlüsse weiter südlich wurde es fündig.

Energie, Lager und Logistik

Von den anfangs etwa 40 Mitarbeitern am neuen Standort werden zehn im Lager arbeiten. Die Automatisierung in diesem differenzierten Warensortiment habe ihre Grenzen, erklärten die Unternehmer am Mittwoch. Die Kälteanlage für das Tiefkühllager (bis minus 22 Grad Celsius) und das Frischelager (plus sechs Grad Celsius) wird mit Strom betrieben. Mit der entstehenden Abwärme kann das gesamte Gebäude geheizt werden. Auf dem Dach ist zudem eine Fläche von 1500 Quadratmetern für Fotovoltaik vorgesehen. Senior-Chef Reinhard Waurig rechnet mit täglich 15 bis 20 Lkw, die Waren aus dem Ausland anliefern. Zudem hat das Unternehmen einen eigenen Fuhrpark von insgesamt 15 Lkw mit 7,5 bis 15 Tonnen, mit denen sie von ihren Lagerstandorten aus (ein Teil des Lagers in Wölfersheim wird bestehen bleiben) Gastronomie und Einzelhandel in der Region beliefern. Eigene Abholmärkte betreibt das Unternehmen in Großwallstadt, in Linden und in Offenbach.

„Wir bleiben in der Wetterau“, betont Timo Waurig, der inzwischen mit seinem Bruder Oliver die Geschäfte führt. Denn das Grundstück im interkommunalen Gewerbegebiet Limes liegt auf Büdinger Gemarkung. „Wir wollen heute das Gerüst für die Zukunft einweihen“, stellt Timo Waurig am Mittwoch mit Dank an seinen Vater fest.

Verwaltung, Lager, Einzelhandel und Gastronomie in einem Gebäude

Lobende Worte findet er auch für den Zweckverbandsvorsitzenden und Hammersbacher Bürgermeister Michael Göllner, der sich für die Umsetzung des besonderen Konzepts am neuen Standort stark gemacht hatte. Denn die Waurig GmbH will in dem Gebäude auf 8500 Quadratmetern Grundfläche nicht nur im Obergeschoss die Verwaltung unterbringen, sondern auch ein Tiefkühl-, ein Frische-, und ein Trockenlager unterbringen. Hinzu kommen 800 Quadratmeter Einzelhandelsfläche und 200 Quadratmeter Gastronomie inklusive Mittagstisch. Hier sollen künftig auch Weinproben und andere Verkostungen stattfinden. Auch die „Café-Kultur“ werde eine Rolle spielen.

Der „Italienspezialist“ Waurig baut auf einer Grundfläche von 8500 Quadratmetern Lager, Einzelhandel, Gastronomie und Verwaltung in einem.

„Wir hatten im interkommunalen Gewerbegebiet den Einzelhandel aufgrund der Nähe zu anderen Händlern ausgeschlossen“, erklärte Göllner am Mittwoch. „Doch das Bauamt des Wetteraukreises zeigte sich sehr kooperativ, sodass wir hier ein zusätzliches Angebot für die Bürger schaffen können.“

Ein Wermutstropfen bleibt jedoch. Denn trotz einer reibungslosen Bauabwicklung durch die Firma Köster liegt der Bau durch coronabedingten Materialmangel etwas in Verzug. Nichtsdestotrotz soll der Standort noch in diesem Jahr eröffnet werden.

„Geschäftlich sind wir dank Kurzarbeit mit einem blauen Auge durch die Krise gekommen“, berichtet Timo Waurig. Inzwischen befinde sich das Unternehmen wieder auf Expansionskurs, man wolle weitere Stellen schaffen. „Unser neues Konzept mit vier Sparten hier am Standort, das man mit ‘Von der Rampe in den Mund’ beschreiben kann, soll uns dabei helfen.“

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