Geschäftsgrundlage weggebrochen

Gewerbeverein und Rathaus stärken heimische Unternehmen in Hammersbach

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Gemeinsam für heimische Unternehmer: Michael Schmidt, Vorsitzender des Hammersbacher Gewerbevereins (rechts), und Bürgermeister Michael Göllner präsentieren die Initiative „Kauf vor Ort“, die am Montag auf Facebook startet.

Wie ist die wirtschaftliche Lage der Unternehmen in Hammersbach, an welchen Stellschrauben gibt es Handlungsbedarf oder kann sogar etwas Positives aus der derzeitigen Krise und dem sogenannten Lockdown gezogen werden?

Diese Fragen erörterte vor Kurzem der Vorsitzende des Hammerbacher Gewerbevereins, Michael Schmidt, mit Bürgermeister Michael Göllner. Herausgekommen ist eine Initiative, die bei den Verbrauchern dafür wirbt, die heimischen Unternehmen zu unterstützen. Unter dem Hashtag #Hammersbachhält zusammen startet diesen Montag die Initiative „Kauf vor Ort“.

Heimischen Geschäften bricht durch Corona die Grundlage weg

Bürgermeister Michael Göllner und der Vorsitzende des Gewerbevereins, Michael Schmidt, möchten mit dieser Aktion darauf aufmerksam machen, sowohl in der Krise, aber vor allem auch darüber hinaus zusammenzustehen und an die heimische Wirtschaft zu denken und diese damit zu stärken. Insbesondere auch an diejenigen Gewerbetreibenden, denen derzeit die Geschäftsgrundlage weggebrochen ist, zu denken.

„Jeder nimmt die derzeitige Situation, mit der wir der Corona-Krise begegnen anders wahr“, so Göllner und Schmidt. „Tatsächlich gibt es aber einige unter uns, für die dies derzeit existenziell ist. Deshalb ist es notwendig, nicht nur denen zu danken, die unser Land derzeit am Laufen halten, sondern auch an diejenigen zu denken, die immer für uns da sind, es derzeit aber nicht dürfen und auch kein Geld verdienen können.“

Unternehmen werden bei Facebook vorgestellt

Ab Montag wird deshalb täglich ein Hammersbacher Unternehmer auf der Facebookseite präsentiert. Es öffnet sich quasi jeden Tag ein neues Türchen mit Informationen und Aktionen eines Gewerbetreibenden vor Ort. „Natürlich dürfen diese Beiträge auch kräftig geliked oder geteilt werden“, so Schmidt.

Seit vielen Jahren arbeiten der Gewerbeverein und die Gemeinde eng zusammen. Dies gilt natürlich gerade auch in dieser außergewöhnlichen Zeit. Dabei sei die Lage der Unternehmen sehr unterschiedlich, erläutert Schmidt. „Das Handwerk ist nach wie vor eine der großen Stützen der heimischen Wirtschaft, und da die Arbeit sich auch nicht ins Homeoffice verlegen lässt, ist es gut, dass Lösungen gesucht werden und hier weitergearbeitet werden kann“, so Bürgermeister Göllner.

Lockerungen helfen nur bedingt durch die Krise

Massiv betroffen sind natürlich alle Betriebe, die ihre Geschäftstätigkeit einstellen mussten, wie die Gastronomie, Tourismus, Handel oder Friseure. „Auch nach den aktuellen Lockerungen gibt es natürlich nur einen bedingten Spielraum für Nachholeffekte“, so Schmidt. Es wäre fatal, wenn die Bürger die heimischen Unternehmer aus Angst vor den Auswirkungen der Corona-Epidemie im Stich ließen und anstehende Konsuminvestitionen unterlassen würden. 

„Natürlich müssen wir Gemeinden mit einem Rückgang von Steuereinnahmen rechnen“, erklärt Bürgermeister Göllner. „Daher ist für öffentliche Haushalte Vorsicht geboten, aber auch besonnenes Handeln und auf keinen Fall lähmendes Nichtstun. Wir Kommunen können und müssen Impulse setzen.“ Beide sind sich einig, dass eine Krise immer auch eine Chance bieten könne.

Kreative Ideen der Gewerbetreibenden sind gefragt

Vor allem der verstärkte Einsatz von Homeoffice-Arbeitsplätzen und Videokonferenzen werde voraussichtlich einen langfristigen Nachhall haben. In Sachen Online-Sicherheit und stabiler Datenleitung sieht Göllner seine Gemeinde durch die Breitbandversorgung gut aufgestellt. „In meinen Augen müssen wir Unternehmer uns nun auch Gedanken dazu machen, was unsere wirtschaftliche Betätigung im Wesentlichen einschränkt und wie man diese Einschränkungen überwinden kann“, blickt Schmidt voraus. „Wir dürfen als Gewerbetreibende nicht in Panik und Angst verfallen, sondern müssen das Beste aus der Krise mitnehmen. Hier heißt es, die Ideenmaschine anzuwerfen.“

Natürlich würden aber auch weitere Soforthilfen und Unterstützungen benötigt, etwa Steuererleichterungen, wie sie auch in Hammersbach gewährt werden. „Darüber hinaus gibt es durch die IHK Infos und Beratungsangebote, die über den Verteiler des Gewerbevereins direkt an die Mitglieder weitergegeben werden“, berichtet Schmidt. Interessierte können sich einfach per E-Mail an m.schmidt @gewerbeverein-hammers bach.de wenden. jow

Quelle: Hanauer Anzeiger

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