Verkehrswende

Hammersbach: Arbeitsgemeinschaft nimmt Straßen und Wege unter die Lupe

Die neue AG Verkehr mit ihrem Sprecher Armin Deckenbach hat bereits einige Mängel auf Hammersbachs Straßen festgestellt, zum Beispiel dieses mit Wasser gefüllte Schlagloch auf der reparaturbedürftigen Straße „Zur Dammbrücke“.
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Die neue AG Verkehr mit ihrem Sprecher Armin Deckenbach hat bereits einige Mängel auf Hammersbachs Straßen festgestellt, zum Beispiel dieses mit Wasser gefüllte Schlagloch auf der reparaturbedürftigen Straße „Zur Dammbrücke“.

Bei der Begehung für einen nach Limeshain geplanten Radweg im vergangenen Jahr regte Bürgermeister Michael Göllner (SPD) die Bildung einer Arbeitsgemeinschaft Verkehr an, um eine Erhebung des Ist-Zustands der Verkehrsverhältnisse für Autofahrer, Radfahrer und Fußgänger zu erstellen und daraus ein Verkehrskonzept für die Zukunft abzuleiten. An diesem Samstag findet eine Befahrung statt.

Hammersbach – Die zunächst zwölfköpfige Gruppe ist inzwischen auf fünf Aktive geschrumpft, berichtet Armin Deckenbach, Vorsitzender des Ortsvereins des Allgemeinen Deutschen Fahrrad Clubs (ADFC) und SPD-Parlamentarier, aber es seien bereits die ersten Ergebnisse festgehalten worden.

„Wir verstehen uns als überparteiliche AG, die unabhängig Schwachstellen aufzeigt und nach machbaren Lösungsmöglichkeiten sucht, denn es hat bislang keine Erhebung über die Verkehrssituation in der Gemeinde gegeben“, erklärt Deckenbach. Noch im vergangenen Jahr habe man die innerörtlichen Verbindungen untersucht. Hammersbach habe den Vorteil, dass außer auf den Durchgangsstraßen auf allen Ortsstraßen Tempo 30 gelte. Radfahrer könnten so gefahrlos parallel zu den Landesstraßen verlaufende Strecken nutzen, um innerorts von A nach B zu gelangen.

Hessen Mobil genehmigt kein Tempo 30 auf Ortsdurchfahrten

„Den Vorschlag, auch auf den Durchgangsstraßen Tempo 30 anzuordnen, hat Hessen Mobil mit dem Hinweis auf die Straßenverkehrsordnung, die hier ein Hemmnis sei, als schwer umsetzbar bezeichnet“, berichtet der AG-Sprecher. Allerdings sei bei der Befahrung auch festgestellt worden, dass verschiedene Straßenoberflächen verbesserungswürdig seien. Zum Beispiel die Straße „Zur Dammbrücke“ zwischen Marköbel und Langen-Bergheim, wo es für Radfahrer gefährliche Schlaglöcher gebe. Ein Wunsch der AG sei, „diesen Abschnitt in eine Fahrradstraße umzuwandeln“, so Deckenbach.

Ein weiteres Problem sei in den eng bebauten Ortslagen die Parksituation. Während bei breiten Gehwegen das Parken auf diesen geduldet werde, gebe es oft für Senioren mit Rollatoren oder Rollstühlen und Eltern mit Kinderwagen wegen der abgestellten Autos kaum ein Durchkommen. Das rühre auch daher, dass viele Bewohner ihre fahrbaren Untersätze auf der Straße statt wie eigentlich Pflicht auf dem Grundstück abstellen. Der ruhende Verkehr müsse deshalb an den kritischen Punkten häufiger überwacht werden, fordern die AG-Mitglieder.

Mit Hinblick auf die fortschreitende E-Mobilität hoffen die AG-Mitglieder, dass dann durch öffentliche und private Ladestationen sich dieses Problem abschwächt und die teils schmalen Gehwege in der Gemeinde wieder vollumfänglich Fußgängern zur Verfügung stehen.

Wege mit Hundekot verschmutzt

Ein weiteres Problem ist die Verschmutzung von Gehwegen mit Hundekot, wie die Aktiven bei ihren Begehungen festgestellt haben. Geachtet haben die AG-Mitglieder bei ihren Rundgängen aber auch auf hohe Bordsteinkanten oder fehlende und lose Gehwegplatten, die zur Gefahr werden können.

Die Gruppe hatte sich auch die bestehenden Straßenüberquerungen per Zebrastreifen in der Gemeinde angeschaut und diese auf ihre Einbindung in Laufwege untersucht. Ergebnis: Es gibt zu wenige sichere Übergänge über die Hauptstraßen. Ein weiteres Augenmerk richtet die Arbeitsgemeinschaft auch auf den Öffentlichen Personennahverkehr und dessen Verknüpfung mit dem Individualverkehr wie zum Beispiel sichere Abstellmöglichkeiten für Radfahrer an Bushaltestellen.

AG will Lösungen aufzeigen

„Wir wollen Lösungen aufzeigen, mit denen ein gleichberechtigtes Miteinander aller Verkehrsteilnehmer ohne Konflikte möglich ist“, definiert Armin Deckenbach das Ziel der AG-Mitglieder. Die bislang von den AG-Mitgliedern beackerten Felder böten reichlich Ansätze, um Verbesserungen herbeizuführen, ist Deckenbach zuversichtlich. Er und seine Mitstreiter haben sich zum Ziel gesetzt, bis Ende Juli/Anfang August das Konzept vorzulegen.

Da Deckenbach für den ADFC in der Steuerungsgruppe Radverkehrskonzept des Kreises sitzt, könnte das Hammersbacher Verkehrskonzept in den Beratungsprozess, der von einem Fachbüro begleitet wird, einfließen.

Befahrung am 8. Mai

Am heutigen Samstag treffen sich die AG-Mitglieder um 15 Uhr am Martin-Luther-Platz in Marköbel und wollen sich dann bei einer Rundfahrt die überörtlichen Verbindungen ansehen, wo es etliche Verbesserungen geben müsse, wie Armin Deckenbach weiß, der für den ADFC-Ortsverein Touren organisiert. „Interessierte sind jederzeit willkommen, und wir freuen uns über jede Anregung“, betont der AG-Sprecher.

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