Hammersbach

Historisches Rathaus: Sanierung soll dieses Jahr fertig werden

Freuen sich auf die Fertigstellung: Liegenschaftsverwalterin Heike Heinze und Bürgermeister Michael Göllner. Foto: Jan-Otto Weber

Hammersbach. „Jeder Bürgermeister hat seinen persönlichen Berliner Flughafen. Bei mir ist es das Historische Rathaus.“ So beschrieb Rathauschef Michael Göllner (SPD) unlängst bei der Bürgerversammlung das Dilemma um das Marköbeler Wahrzeichen.

Von Jan-Otto Weber

Denn die Sanierung dauert nun schon etwa doppelt so lange an als ursprünglich geplant. Und auch die Kosten, von denen das Land Hessen rund 210 000 Euro übernimmt, haben sich inzwischen von 500 000 auf 600 000 Euro erhöht.

„Ich bin dankbar für die große Geduld, die die politischen Gremien und auch die Bevölkerung gezeigt haben“, betonte Göllner auch noch einmal bei einem Baustellenbesuch mit unserer Zeitung. „Dafür haben wir am Ende eine hochwertige Sanierung, die den heutigen Anforderungen genügt und die die Nutzungsmöglichkeiten für die Bürger erweitert.“

Für die Verzögerungen bei der Sanierung des über 330 Jahre alten Gebäudes gab es gleich mehrere Gründe. So wurden während der Arbeiten Fäulnisschäden am Fachwerk entdeckt. Es musste ein Nachtrag beauftragt werden. Zwischenzeitlich bedienten die ausgelasteten Handwerksfirmen andere Baustellen. Folgende Gewerke verzögerten sich.

Rohrbruch im Erdgeschoss

Im Sommer 2018 kam auch noch ein Rohrbruch im Erdgeschoss dazu. Das Wasser lief bis ins Kellergewölbe. Auch bei der Heizung gab es Probleme. Einige Leitungen, die die Installateure entdeckten, waren nicht zuzuordnen. „Bei der Fußbodenheizung im Erdgeschoss waren gleich mehrere Heizkreise ausgefallen“, erklärt Liegenschaftsverwalterin Heike Heinze. „Wir wollten den Boden mit den alten Fliesen aber nicht öffnen und haben uns stattdessen für die Neuinstallation von Heizkörpern entschieden.“

Im Erdgeschoss wird hinter der Treppe zudem eine etwa zwei Meter lange Küchenzeile mit Spüle entstehen. „So kann man sich bei Veranstaltungen auch mal schnell behelfen, ohne dass man immer in die Küche in den ersten Stock laufen muss“, erklärt Göllner.

Gleich daneben führt eine neu durchgebrochene Tür über eine Rampe hinaus auf den Martin-Luther-Platz. Der barrierefreie Zugang wird im Zuge der Platzumgestaltung im kommenden Sommer geschaffen. Der Platz kann dann bei Feierlichkeiten ebenfalls mitgenutzt werden.

Neue Installationen

Im ersten Stock werden eine neue Küche und neue Badmöbel installiert. Hier und da stehen noch Malerarbeiten an. Die Beleuchtung sowie die Aufarbeitung von Treppe und Böden kommen zum Schluss. „Ich bin mir sicher, dass wir noch in diesem Jahr fertig werden“, sagt Bürgermeister Göllner. Ursprünglich war die Eröffnung schon einmal für das Jahresabschlusskonzert 2018 des Geschichtsvereins geplant. Göllner hat sich deshalb vorsichtshalber noch ein Türchen offen gelassen. „Der offizielle Eröffnungstermin ist der 26. Januar.“ Es soll einen Tag der offenen Tür geben mit Musik und vielleicht auch einer Ausstellung.

Apropos Ausstellung und Geschichtsverein: Die Nutzung des Dachgeschosses wird auch nach der Sanierung wie gewohnt beibehalten. Zum einen beherbergt der Geschichtsverein dort sein Archiv. Zum anderen hat dort die Malgruppe Guckloch ihr Atelier. Aufgrund des Brandschutzes gibt es künftig jedoch eine Verbindungstür zwischen beiden Räumen, um das Treppenhaus im Brandfall umgehen zu können. Als zusätzlicher Fluchtweg dient dann ein Ausstieg am Dachfenster im Atelierraum. Doch an solche Szenarien will niemand denken. „Nun freuen wir uns auf die Eröffnung“, so Göllner.

Quelle: Hanauer Anzeiger

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