Eine doppelte Aufgabe

Als Pfarrerin doppelt gebraucht: Katharina Bärenfänger sowohl in Marköbel als auch in Rodenbach tätig

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Seit 1. Januar 2020 in zwei Kirchengemeinden tätig: Katharina Bärenfänger ist als Pfarrerin sowohl in Marköbel als auch in Rodenbach im Einsatz.

Sie ist schon ansteckend, die positive Energie, die Katharina Bärenfänger beim HA-Gespräch in der evangelischen Kirche von Marköbel ausstrahlt.

Mit Begeisterung berichtet die Pfarrerin von ihrer Gemeindearbeit und ebenso von den theologischen Fragen, mit denen sie sich im Rahmen ihrer zurzeit noch laufenden Dissertation beschäftigt. Der Reformator Martin Luther spielt dabei eine zentrale Rolle. Ihr Thema lautet nämlich „Vaterschaft und Kindschaft bei Martin Luther: Biografische und theologische Aspekte“. „Dabei muss man wissen, dass Martin Luther sechs leibliche und elf Pflegekinder hatte. Es ist spannend, sich mit der Vaterrolle des Reformators zu beschäftigen und sie in Bezug zu setzen zu seiner Rede von Gott als gnädigem Vater“, gibt Katharina Bärenfänger gleich zu Beginn des Gesprächs einen interessanten Einblick in die sie schon seit Jugendtagen faszinierende theologische Welt. 

Wechsel in Gemeindearbeit klar

Ihre theologischen Forschungen intensivierte sie zuletzt bis 2017 als Assistentin am Lehrstuhl für Spätmittelalter und Reformationsgeschichte bei Professor Dr. Volker Leppin an der Eberhard Karls Universität in Tübingen. Zuvor hatte sie von 2011 bis 2013 ihr Vikariat in der Evangelischen Kirchengemeinde Dörnigheim absolviert. „Als ich die Stelle an der Uni in Tübingen antrat, war für mich bereits klar, dass ich anschließend wieder in die Gemeindearbeit wechseln würde. Und hier im Kirchenkreis Hanau erlebe ich sehr aktive Gemeinden, in denen mir die Begegnung und der Austausch mit den Menschen sehr viel Freude bereiten.“ 

Es wird schnell deutlich, dass Katharina Bärenfänger ihre Pfarrstelle in Marköbel, die sie seit dem 1. Januar 2018 bekleidet, mit viel Engagement und Empathie wahrnimmt. Auf die Frage, woraus sie ihre Energie beziehe, um nun seit Anfang des Jahres parallel zu ihrer Arbeit in Marköbel noch eine halbe Pfarrstelle im 22 Kilometer entfernten Rodenbach zu besetzen, verweist Bärenfänger auf ihren Leitspruch, der sie bereits seit vielen Jahren begleitet: „Die Freude am Herrn ist eure Stärke!“ Dieser Satz findet sich im achten Kapitel (zehnter Vers) des Buches Nehemia im Alten Testament. „Der Vers stand bereits während meiner Kasseler Schulzeit auf meinem Federmäppchen“, erzählt die sympathische Theologin. 

Freude zusammen mit den beiden Gemeinden entdecken

So ist es auch die Freude am Herrn, welche sie zusammen mit den Menschen in ihren beiden Gemeinden immer neu entdecken möchte. Schon seit der eigenen Jugendzeit war Bärenfänger die Arbeit mit jungen Menschen wichtig. „In Rodenbach gibt es eine aktive Familienkirchen-Arbeit, es wird auf Kinder- und Jugendarbeit großen Wert gelegt“, schwärmt die gebürtige Nordhessin. Sie selbst wird sich verstärkt auch in den Bereich der Konfirmandenarbeit einbringen. Bärenfänger teilt sich die Pfarrstelle mit Lisa Henningsen (siehe auch HA vom 6. Februar), die bald in Elternzeit gehen wird. Als die Anfrage von Dekan Dr. Martin Lückhoff im vergangenen Jahr kam, ob sie diese halbe Stelle mit übernehmen wolle, habe sie zunächst Gespräche geführt: „Ich habe mit Pfarrerin Lisa Henningsen gesprochen und schnell den Eindruck gewonnen, dass unser Herz für die gleiche Sache schlägt“, bemerkt Bärenfänger und fährt fort: „Über die eigenen Gemeindegrenzen hinaus zusammenzuarbeiten, erscheint mir ein zukunftsfähiges Modell von Gemeindearbeit zu sein.“

Die räumliche Distanz stellt keine Hinderung dar

Doch ist die räumliche Distanz nicht hinderlich? „Mit dem Auto kommt man schnell von Marköbel nach Rodenbach. Trotzdem erfordert die Abstimmung der Termine für Gottesdienste und andere Veranstaltungen in den beiden Gemeinden viel Flexibilität im erweiterten Kollegenkreis und einen erhöhten organisatorischen Aufwand“, bemerkt Katharina Bärenfänger. 

Darum ist es der Wahl-Südhessin wichtig, bei aller Gemeindearbeit und theologischen Forschung, als Ausgleich ihre Hobbys nicht zu vernachlässigen. „Ich bin seit Kindesbeinen eine passionierte Skiläuferin und fahre gerne in die Berge, vor allem ins Berner Oberland oder auch ins Stubaital“, verrät sie zum Abschluss des HA-Gesprächs eine zweite große Leidenschaft neben der Theologie. Größere Reisen und Aktivitäten in der Natur sollen trotz des Arbeitspensums für Katharina Bärenfänger auch fortan einen elementaren Bestandteil ihres Lebens ausmachen.

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