Aufstellungsbeschluss gefasst

Nach 15 Jahren entsteht in Hammersbach erstmals wieder ein neues Baugebiet

Auf dieser Fläche in Marköbel könnten schon bald Häuser für junge Familien entstehen.
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Auf dieser Fläche in Marköbel könnten schon bald Häuser für junge Familien entstehen.

Die Suche nach Wohnraum wird auch in Hammersbach für viele Menschen zu einem immer drängenderen Problem. Deshalb freut sich Bürgermeister Michael Göllner (SPD) in einer Mitteilung, dass die Gemeindevertretung einstimmig den Aufstellungsbeschluss für den ersten Bauabschnitt einer neuen Baugebietsentwicklung gefasst hat.

Hammersbach –„Damit geht die Gemeinde Hammersbach zum ersten Mal seit etwa 15 Jahren wieder in den Außenbereich, um die Schaffung von Wohnraum zu ermöglichen. Im Zuge der Dorferneuerung musste sich die Gemeinde verpflichten, keine Baugebiete während der Laufzeit auszuweisen. Das passte zur Absicht, der flächensparenden Innenentwicklung den Vorzug zu geben. Und das haben wir sehr erfolgreich gemacht“, so Göllner. Doch nun seien die Spielräume in den bestehenden Ortslagen weitgehend ausgereizt. Daher solle in Marköbel ein neues Baugebiet entwickelt werden, um der hohen Nachfrage nach Bauplätzen und Wohnungen gerecht zu werden.

Erster Bauabschnitt zwischen Römerspielplatz und Friedhof

Im gesamten Rhein-Main-Gebiet sei der Mangel an Wohnraum spürbar. Auch in Hammersbach gebe es viele Anfragen sowohl von jungen Familien aus der Gemeinde, die hier bleiben möchten, wie auch von Menschen, die gerne zuziehen möchten. Die Gemeindevertretung hatte deshalb den Gemeindevorstand beauftragt, eine Machbarkeitsstudie für das seit Langem im Flächennutzungsplan ausgewiesene Gebiet „Auf der großen Burg“ in Marköbel erstellen zu lassen.

Durch die coronabedingten Einschränkungen konnte bisher die in diesem Zusammenhang vorgesehene Bürgerbeteiligung noch nicht durchgeführt werden. Ohne dem vorzugreifen, hat die Gemeindevertretung nun trotzdem bereits als ersten Schritt den Aufstellungsbeschluss für den ersten Bauabschnitt zwischen dem Römerspielplatz und dem Friedhof gefasst.

Richtlinien zur Bauplatzvergabe werden erarbeitet

„Zum einen nehmen wir es ernst, wenn wir sagen, wir wollen die Bürger in einen solchen Prozess mit einbeziehen, zum anderen gibt es viele jungen Familien, die natürlich von der Gemeinde eine rasche Perspektive erwarten. Deshalb bin ich der Gemeindevertretung sehr dankbar, dass sie mit dem Aufstellungsbeschluss nun den Startschuss gegeben hat.“

Der Gemeindevorstand erarbeitet nun Richtlinien zur Bauplatzvergabe, die dann so bald wie möglich auch von der Gemeindevertretung beschlossen werden sollen. Auf Grundlage dieses Richtlinienentwurfes sollen bereits für den ersten Bauabschnitt Gespräche mit den in Frage kommenden Bewerbern geführt werden. Ein Kaufpreis kann dabei dann noch nicht konkret genannt werden, da dieser erst noch durch einen vereidigten, unabhängigen Gutachter ermittelt werden soll und von der Gemeindevertretung beschlossen werden muss. Mit den Interessenten können aber bereits auf der Grundlage der Vorplanungen Kaufabsichtserklärungen abgeschlossen werden.

Bürgerbeteiligung soll folgen

Um den Anforderungen gerecht zu werden, auch Mietwohnungen zu schaffen und verdichtetere Wohneinheiten auszuweisen, also Bereiche mit Doppel- und Reihenhäusern, wird es auch notwendig sein, Teilbereiche an Bauträger zu vergeben. Hierzu werden vom Gemeindevorstand ebenfalls Vergabeempfehlungen erarbeitet.

Mit den Interessenten, die derzeit bereits vorhanden sind oder noch hinzukommen, können dann konkrete Gespräche geführt werden. Der Aufstellungsbeschluss für den ersten Bauabschnitt soll dann nach einer erfolgreichen Bürgerbeteiligung gefasst werden. „Wir glauben, mit diesem strukturierten Vorgehen den Spagat zu schaffen. So können wir den jungen Familien eine Perspektive auf einen Bauplatz in unserer Gemeinde bieten, und wir können die Gremien der Gemeinde und die Öffentlichkeit in geeigneter Weise in diesen Prozess einbeziehen“, sagt Göllner.

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