Der „Motor“ der Modellflieger

Verband zeichnet Rolf Schreyer vom MBC Hammersbach mit einer Ehrennadel aus

Preisgekrönt: MBC-Vorsitzender Rolf Schreyer mit einem seiner Flugzeugmodelle vor dem nahezu fertigen Vereinsheim am Flugfeld in Marköbel.
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Preisgekrönt: MBC-Vorsitzender Rolf Schreyer mit einem seiner Flugzeugmodelle vor dem nahezu fertigen Vereinsheim am Flugfeld in Marköbel.

Mit einer Ehrennadel des Deutschen Modellflugverbands (DMFV) wurde dieser Tage Rolf Schreyer, seit 25 Jahren Mitglied und seit 20 Jahren Vorsitzender des Modellbauclubs (MBC) Hammersbach, im Rahmen der Jahreshauptversammlung von einem Vertreter des Verbands ausgezeichnet.

Hammersbach – Oliver Ewald, Mitglied und seit drei Jahren im Vorstand, hatte die Laudatio übernommen und exemplarisch 17 verschiedene Bereiche aufgelistet, wofür Rolf Schreyer stellvertretend für seine Kollegen im Vorstand und für die Mitglieder verantwortlich zeichnet. Dabei kam eine stattliche Aufzählung von Tätigkeiten zusammen, die das übliche Maß von Vorstandsarbeit weit hinausgeht. „Für den MBC ist Rolf Schreyer in den vergangenen 20 Jahren der Motor des Vereins gewesen, der unermüdlich und zuverlässig seine Arbeit verrichtet hat“, so das Fazit von Ewald, der seit vier Jahren den Modellfliegern angehört.

Modellbauclub bekannter gemacht

In der Tat hat sich mit Schreyer an der Spitze, der einem „motivierten Vorstandsteam“ vorsteht, wie er im Gespräch mit unserer Zeitung betonte, das Image des Vereins und seine Außenwirkung verändert. War es zu Zeiten des Vorgängers ein eher introvertierter Verein, so suchte der MBC unter der Regie von Schreyer die Öffentlichkeit – zunächst in Hammersbach und dann über die Grenzen der Gemeinde hinaus.

Mit öffentlichen Flugtagen, Wettbewerben, der Teilnahme am Weihnachtsmarkt mit eigenem Stand, einer Kooperation mit der Astrid-Lindgren-Schule in einer Modellbau AG und Freundschaftsfliegen mit anderen Vereinen sei es gelungen, den MBC in der Öffentlichkeit wahrnehmbar und in der Region bekannt zu machen. „Das alles hätte aber nicht funktioniert, wenn die Mitglieder nicht mitgezogen hätten“, betont der Vorsitzende.

Im 20. Jahr der Vorstandschaft von Schreyer steht nun ein Projekt vor der Vollendung, dessen Planungen bereits 2012 begonnen hatten: der Bau eines Vereinsheims. Bislang bestehen die Baulichkeiten am Fluggelände aus zwei Garagencontainern, in der notwendige Utensilien für den Flugbetrieb und die Pflege des Geländes einen Platz gefunden haben. Für weitere Vereinsaktivitäten wie monatliche Treffen oder Stammtische fehlten Räumlichkeiten.

Projekt: Neues Vereinsheim

Da die Container in die Jahre gekommen waren und eine Sanierung oder gar Erweiterung im Raum stand, rechnete man die Kosten durch und kam nach einigen Diskussionen zu dem Schluss, dass man mit diesem Geld auch ein kleines Vereinshaus bauen könnte, erinnert sich Schreyer.

Da zuvor schon durch die Verlegung von Start- und Landebahn ein geeigneter Bauplatz vorhanden war, kam man mit dem Eigentümer des gepachteten Grundstücks überein, es dem Verein zu verkaufen. Ein befreundeter Architekt des Vorsitzenden reichte den entsprechenden Bauantrag ein und der wurde – zum Erstaunen der Skeptiker im MBC – nach vier Monaten genehmigt. Damit konnten dann auch die letzten Zweifler davon überzeugt werden, dass „Nägel mit Köpfen“ gemacht werden müssten. Ein vom Vorgänger respektables finanzielles Polster, Einnahmen der Veranstaltungen, Eigenleistung und eine über fünf Jahre von den Mitgliedern erbrachte Umlage waren die Grundlage, um das Projekt, mit etwa 30 000 Euro Kosten veranschlagt, angehen zu können.

Vor fünf Jahren wurde dann mit dem Guss der Bodenplatte der Bau begonnen. Schon damals waren und sind Mitglieder oder Freunde von Mitgliedern beim Bau involviert. Bereits 2017 war dann der Rohbau des Vereinshauses in Holzständerbauweise hochgezogen und es ging sukzessive an den Innenausbau, rekapituliert Schreyer.

Corona wirft Zeitplan für Eröffnung über den Haufen

„Aber Corona hat auch unseren Zeitplan über den Haufen geworfen, sodass es mit der geplanten Einweihung im vergangenen Jahr nichts wurde“, so der Vereinsvorsitzende. Nun aber liegt der Innenausbau in den letzten Zügen, Solarpaneele stehen zur Montage auf dem Dach bereit und dank vieler Spender und Sponsoren – zum Beispiel für die Gasheizung und Teile der Inneneinrichtung – nimmt das MBC-Heim allmählich Gestalt an. „Wir wollen im Zuge der Fesselflugtage am 16. und 17. Oktober das Haus, das noch eine Terrasse bekommt, betriebsbereit haben“, blickt Schreyer in die Zukunft.

Dann stehen insgesamt 65 Quadratmeter, wovon 45 der eigentliche Gastraum sind, zur Verfügung. „In der angebauten Garage wird unser Aufsitzrasenmäher untergebracht, ein Technikraum und ein Abstellraum ergänzen das Raumangebot. Dann können wir unsere Provisorien am anderen Ende des Flugfelds verschenken“, sagt Schreyer.

Gäste auf Flugfeld willkommen

Der Vereinsvorsitzende hat die Auszeichnung des DMFV übrigens auch für seine Verbandsarbeit bekommen. Zusammen mit einem Kollegen betreut er den Bereich Südhessen mit seinen etwa 25 Vereinen.

Zeit zum Fliegen hat Rolf Schreyer aber auch noch, neben einer in Fachkreisen so genannten „Schaumwaffel“, ein Modellflugzeug aus Styropor mit einer Spannweite von 1,30 Meter, bringt der Vereinschef noch ein Sportflugzeug (siehe Foto) und seine beiden „Warbirds“, eine Me 109 (1,85 Meter) und eine Corsair (2,50 Meter Spannweite), in die Luft.

Gäste sind übrigens auf dem Flugfeld in Hammersbach gerne gesehen, mit einer Tagesmitgliedschaft von fünf Euro, einem Versicherungsnachweis und unter Aufsicht eines Vereinsmitglieds wegen der Flugsicherheit können Modellflieger ihre Flugzeuge starten und landen lassen. (Thomas Seifert)

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