THW-Einheit aus Gelnhausen

Unwetter-Katastrophe in NRW und Rheinland-Pfalz: Spezialtrupp aus Gelnhausen arbeitet im Katastrophengebiet

Maximilian Gräser sucht nach einer Gegenstelle für den Masten. Im Ort kam es zu einem Großbrand.
+
Maximilian Gräser sucht nach einer Gegenstelle für den Masten. Im Ort kam es zu einem Großbrand.

Aufgrund der brenzligen Lage in NRW und Rheinland-Pfalz sind auch aus Gelnhausen etliche Helfer ausgerückt. Ein Einblick in die Arbeit im Katastrophengebiet.

Gelnhausen/Bitburg – Auch aus unserer Region sind unzählige Helferinnen und Helfer in den Überschwemmungsgebieten in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz im Einsatz. Ein Spezialtrupp des Technischen Hilfswerks aus Gelnhausen arbeitet seit drei Tagen im Hochwassergebiet in Bitburg in der Eifel. Die sieben Männer um Truppführer Marcel Edelmann sorgen dafür, dass die Telekommunikation zumindest temporär wieder funktioniert. Mit ihrem schweren Gerät reinigen sie zudem die schlammbedeckten Straßen.

Marcel Edelmann sitzt als Beifahrer im Auto, als wir ihn auf dem Mobiltelefon erreichen. Der ehrenamtliche Mitarbeiter des Technischen Hilfswerks (THW) der Ortsgruppe Gelnhausen ist aktuell mit sieben seiner Kollegen in der nordrhein-westfälischen Eifel unterwegs und hilft dort, die Folgen der Flutkatastrophe zu bekämpfen. Gerade regnet es nicht, berichtet er.

Unwetter in NRW und Rheinland-Pfalz: Helfer aus Gelnhausen vor Ort im Katastrophengebiet

„Wir sind seit zwei Tagen hier unterwegs“, erzählt der Truppführer weiter. Am späten Mittwochabend kam der Einsatzbefehl. Noch in der Nacht machte sich der THW-Trupp aus Gelnhausen auf den Weg ins Katastrophengebiet in der Eifel. „Wir sind eine von bundesweit acht Spezialgruppen zur Herstellung von Telekommunikationsverbindungen.“ Diese Spezialeinheiten richten temporäre Telekommunikationsverbindungen und -netze ein und betreiben diese. Dazu haben die Männer aus dem Main-Kinzig-Kreis um den Ortsgruppen-Leiter Maximilian Gräser in Bitburg einen 40 Meter hohen temporären Sendemasten aufgestellt. „Damit haben wir die Richtfunkstrecke wieder aufgebaut“, so Edelmann. Vorher war durch die Wassermassen das Mobilfunknetz ausgefallen, selbst Rettungsteams und Feuerwehr konnten nicht mehr telefonieren und kommunizieren.

Durch den von der Gelnhäuser Spezialeinheit aufgestellten tonnenschweren Masten konnten auch die Feuerwehr-Koordinierungsstellen wieder ihre Arbeit aufnehmen. Aber nicht nur der Mast musste aufgebaut werden. Auch Antennen wurden angebracht und ausgerichtet. Edelmann: „Wir haben die Sendeleistung ausgemessen, das ist nun ausreichend.“

Unwetter-Katastrophe: Spezialtrupp aus Gelnhausen vor Ort

Wie lange sein Trupp im Katastrophengebiet bleiben muss, weiß er nicht. Vorerst lautet der Einsatzbefehl bis Sonntag. Aber die Aufräumarbeiten werden bis dahin noch lange nicht abgeschlossen sein. Für diesen Fall werden sich die THW-Gruppen abwechseln. Denn die Helfer sind Ehrenamtler und für die Dauer des Einsatzes von ihren Arbeitgebern lediglich freigestellt.

Drei weitere THW-Teams aus der Region seien ebenfalls in die überfluteten Regionen unterwegs, berichtet Edelmann.

Feinarbeit mitten im Gelände: Ein Mann des Gelnhäuser THW-Spezialtrupps bei der Streckenplanung der Richtfunkstrecke in Bitburg.

Aus Steinau sei ein Radlader angefordert worden. Das THW Fulda und Bad Orb schickt ebenfalls schweres Räumgerät, beispielsweise aus Fulda einen Teleskoplader mit einem 13 Meter langen Hubarm samt Arbeitskorb. Damit können auch Schäden in großer Höhe bearbeitet werden, der Hubarm kann ein Gewicht bis zu vier Tonnen heben. Mit diesem schweren Gerät soll das überall auf den Straßen liegende Geröll weggeschafft werden. Aus Bad Orb ist eine Fachgruppe Infrastruktur in die überfluteten Gebiete aufgebrochen. Sie ist zuständig für die Wiederherstellung der Trinkwasserleitungen.

Spezialtrupp aus Gelnhausen im Katastrophengebiet: Dauer des Einsatzes unklar

Wie lange das THW vor Ort im Einsatz sein wird, kann Edelmann nicht sagen. Eben sowenig wie Björn Winterhalter, Stadtbrandinspektor der Feuerwehr Erlensee. Auch Winterhalter gehört zu einem Hilfstrupp.

So sieht der Funkmast aus, den das THW in Bitburg auf einem Militärgelände aufgebaut hat.

„Seit Donnerstagnachmittag um 16 Uhr sind wir unterwegs“, berichtet er. Viel kann er nicht sagen, denn für die Feuerwehren sind zentrale Pressestellen zuständig. Aber seinen aktuellen Standort darf Winterhalter verraten: „Wir stehen vor Erftstadt, die Gegend hier hat es am schlimmsten erwischt“, sagt der Feuerwehrmann am Telefon. Seit morgens steht er mit seinem Trupp und vielen weiteren Feuerwehreinheiten aus ganz Hessen vor der Stadt und wartet auf seinen Einsatz. Das Warten gehöre dazu, meint Winterhalter. „So ist das bei solchen Großschadenslagen.“ Untergebracht sind die Helfer in der Messe in Düsseldorf. Wann sie wieder nach Hause nach Erlensee können, weiß auch er nicht.

Unterdessen ist die THW-Gruppe in Erlensee, die spezialisiert auf Wasserschäden und Pumpen ist, lediglich in Alarmbereitschaft. Aber die Aufräumarbeiten in den Katastrophengebieten werden voraussichtlich noch Wochen und Monate dauern. Da werden sicherlich noch viele Hilfskräfte gebraucht. (Von Monica Bielesch)

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare