Gründungsversammlung

Wählergemeinschaft „Die Freigerichter“ will bei der Kommunalwahl antreten

Ziehen an einem Strang: Klaus und Carmen Brönner, Beate Weber sowie Carmen Scheuermann (hinten, von links) sowie Carmen Adrian, Dr. Michael Aul und Reinhard Schmidt (vorne, von links).
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Ziehen an einem Strang: Klaus und Carmen Brönner, Beate Weber sowie Carmen Scheuermann (hinten, von links) sowie Carmen Adrian, Dr. Michael Aul und Reinhard Schmidt (vorne, von links).

Freigericht – „Das gibt einen heißen Wahlkampf und noch härtere Gemeindevertretersitzungen“, freut sich Klaus Brönner auf die knapp fünf Monate bis zur Kommunalwahl im März. Wahlkämpfe hat der 72-Jährige schon viele bestritten, allesamt bisher für die CDU. Jetzt betritt er ein neues Terrain.

Gemeinsam mit seiner Frau Carmen und inzwischen auch Beate Weber, die ebenfalls von der CDU gewechselt ist, bildet er mittlerweile die Fraktion „Die Freigerichter“ in der Gemeindevertretung.

Bei der Kommunalwahl im nächsten Jahr soll nun eine Wählergemeinschaft unter diesem Namen antreten.

Und die Fraktion rechnet mit großem Rückenwind: Denn die Vertreter der IG Straba, die die Abschaffung der Straßenbeitragsgebühren in Freigericht fordert, haben sich auf die Seite von Brönner und Co. geschlagen. Bei einer gemeinsamen Pressekonferenz saßen IG-Sprecherin Carmen Scheuermann und ihr Stellvertreter Reinhard Schmidt sowie die IG-Mitglieder Dr. Michael Aul und Carmen Adrian mit am Tisch und sicherte ihre Unterstützung zu.

Insgesamt 3700 Unterschriften hatten sie in den vergangenen Monaten gesammelt, dennoch hat die Gemeindevertretung unlängst entschieden, die Gebühren für die Straßenanlieger nicht abzuschaffen.

Genug Motivation, um zukünftig selbst dem Parlament anzugehören. Sechs oder besser sieben Stühle sollen in der nächsten Gemeindevertretersitzung von der neuen Wählergemeinschaft besetzt werden, dafür wären rund 14 Prozent der Wählerstimmen nötig.

Enttäuscht sind die Vertreter der IG Straba vor allem von der Verwaltungsspitze, die bislang fast jegliche Kommunikation verweigert habe. Selbst bei den wöchentlichen Demonstrationen vor dem Rathaus habe sich bis auf einen Gemeindevertreter niemand blicken lassen.

„Wir waren schockiert“, berichtet Scheuermann von so manchen Besuchen von Parlamentssitzungen, bei denen sie nicht nur so manches Abstimmungsverhalten, sondern auch der geringe Frauenanteil überrascht habe. Dieses „Geschäft“ kennt Klaus Brönner nur zu gut: „Wir haben doch damals mit drei Mann in Freigericht die Politik gemacht“, erinnert sich der ehemalige Vorsitzende der Gemeindevertretung noch gut an die Zeit, als die CDU die unumstrittene Nummer eins in der Gemeinde war. Diese Zeiten sind längst vorbei, Brönner brach vor zwei Jahren wegen der Kreis-CDU mit den Christdemokraten, mittlerweile geht man sich zumindest politisch auch in der Gemeinde aus dem Weg. „Für uns wird es nur ein Thema geben: Freigericht. Ohne Landes- und Bundespolitik“, gibt Ehefrau Carmen Brönner, die den Vorsitz der Fraktion übernommen hat, das Leitmotiv vor.

Und da scheint es genügend Ansatzpunkte zu geben: Allein für die nächste Gemeindevertretersitzung haben sie acht Anträge und Anfragen vorbereitet, ein großer Schwerpunkt soll zukünftig auf eine transparente Finanzpolitik in der Gemeinde gelegt werden. „Die meisten Bürger wissen doch gar nicht, dass der Gemeindevorstand ohne Zustimmung des Parlamentes über 200 000 Euro verfügen kann“, soll laut Klaus Brönner dieser Betrag auf 50 000 Euro reduziert werden.

Wer sich für den Wahlkampf und die neue Gruppierung interessiert, kann am Mittwoch, 21. Oktober, in die Solar-Arena des SV Somborn kommen. Dort findet ab 19 Uhr die öffentliche Gründungsversammlung der Wählergemeinschaft „Die Freigerichter“ statt.

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