Corona-Pandemie

Impfzentren: Main-Kinzig-Kreis erklärt Standortwahl - Vorbereitungen laufen unter Hochdruck

Statt Schul- und Vereinssport ist in der August-Schärttner-Halle in den nächsten Monaten wohl Impfen angesagt. Vermutlich bis Herbst 2021 steht die Halle für andere Zwecke nicht zu Verfügung.
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Statt Schul- und Vereinssport ist in der August-Schärttner-Halle in den nächsten Monaten wohl Impfen angesagt. Vermutlich bis Herbst 2021 steht die Halle für andere Zwecke nicht zu Verfügung.

Dass der Main-Kinzig-Kreis die Hanauer August-Schärttner-Halle und die Sporthalle der Kreisrealschule Gelnhausen als Impfzentren nutzen will stößt bei betroffenen Schulen und Sportvereinen auf Kritik. „Es ist klar, dass in dieser Situation Entscheidungen getroffen werden müssen, die für Einzelne auch Einschränkungen bedeuten können“, bittet Landrat Thorsten Stolz (SPD) um Verständnis.

Main-Kinzig-Kreis - Dass die Standortwahl ohne Prüfung möglicher Alternativen leichtfertig getroffen worden sei, weist die Kreisspitze zurück. „Um ein Impfzentrum für täglich etwa 1000 Personen unter Einhaltung aller Corona-Vorschriften zu schaffen, gibt es sehr hohe Anforderungen an die Räumlichkeiten“, erklären Stolz und die Kreis-Gesundheitsdezernentin Susanne Simmler.

Vor allem für die Impfungen selbst werde unter anderem eine möglichst große Innenfläche benötigt, die frei gestaltet werden kann. Erforderlich seien zudem mehrere Zu- und Ausgänge, eine gute Verkehrsanbindung, ausreichende Parkflächen auch für Reisebusse sowie Sanitärräume und Nebenräume in der erforderlichen Anzahl. Daneben gebe es strenge Vorgaben für die Liefer- und Lagerlogistik des Impfstoffes und der Verbrauchsmaterialien.

Impfzentrum muss hohe Anforderungen erfüllen

In den vergangenen Tagen habe die Projektleitung mit Kreisbrandinspektor Markus Busanni aus fachlicher Einschätzung erörtert, wie die Abläufe für 1000 Impfungen am Tag zu organisieren sind. Benötigt würden ausreichend große Wartebereiche, ein Bereich für Anmeldung und Erfassung, ärztliche Beratungsplätze, die eigentlichen Impfboxen, ein weiterer Aufenthaltsbereich vor dem Ausgang sowie separate Bereiche für Personal, Lager- und Logistikflächen.

Hinzu kämen hohe Anforderungen an Hygiene und Lüftung sowie Beheizbarkeit des Standorts. Und nicht zuletzt müsse eine gute Versorgung mit Strom, Wasser und EDV sichergestellt sein.

Lagerhallen bieten nicht die nötigen Voraussetzungen

Solche umfangreichen Voraussetzungen seien in den meisten Gebäuden und insbesondere in Lagerhallen, wie von einigen Kritikern vorgeschlagen, allenfalls mit sehr hohem Aufwand zu erreichen, so Simmler. Und auch in den jetzt gewählten Objekten sei es ambitioniert, bis zum 11. Dezember die erforderlichen Rahmenbedingungen zu schaffen.

Insgesamt stehe der Kreis vor der riesigen Herausforderung, rund 250 000 Menschen zweimal zu impfen. Viele offene Fragen gibt es weiterhin um die Information und Einladung der Bürgerinnen und Bürger. Diese wichtige Aufgabe wird nach Auskunft der Hessischen Landesregierung zentral aus Wiesbaden gesteuert. Daher bittet die Kreisspitze um Verständnis, dass sie noch keine Auskünfte unter anderem zur Priorisierung, Auswahl und zum zeitlichen Vorlauf liefern kann.

Mangelnden Kommunikation ein Vorwurf an den Kreis

Sowohl in Gelnhausen als auch in Hanau gibt es den Vorwurf der mangelnden Kommunikation. Das ehemalige JOH-Gebäude in Gelnhausen, das ebenfalls als möglicher Standort für ein Impfzentrum geprüft worden sei, habe sich aufgrund des technischen und vor allem hygienischen Zustands als absolut ungeeignet erwiesen.

Dass man stattdessen auf die neue Großsporthalle in Gelnhausen zurückgreifen müsse, habe man sofort den betroffenen Schulen mitgeteilt. Der Kreis werde nun bei der Suche nach Alternativen für den Schul- und Vereinssport behilflich sein, versprach Stolz.

Alternativen für Schul- und Vereinssport gesucht

Auch die Stadt Hanau sucht nach Alternativen für die Schärttner-Halle. So wurden nach Mitteilung aus dem Rathaus für den Hola-Schulsport ab 1. Dezember bereits erste Alternativen gefunden, und die Verwaltung bemüht sich um weitere. Auch in Sachen Vereinssport laufen erste Gespräche.

„Wir packen an und unterstützen, aber wir können unter den Umständen einer Corona-Pandemie natürlich nicht 100 Prozent Ersatz schaffen. Aber auch das dürfte vor dem Hintergrund der Gesamtherausforderung jedem verständlich sein“, hofft Landrat Stolz.  did

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