Weihnachtsaktion

Initiative unterstützt ärmere Familien in Gründau und Gelnhausen: Kleine Zettel warten an den Wunschbäumen

Zupft gleich mehrere Zettel vom „Wunschbaum“: Landrat Thorsten Stolz unterstützt die gute Sache.
+
Zupft gleich mehrere Zettel vom „Wunschbaum“: Landrat Thorsten Stolz unterstützt die gute Sache.

„Ich nehm’ auch ein paar mit.“ Thorsten Stolz zupft sich mehrere Zettel vom hölzernen „Wunschbaum“ und steckt sie in die Manteltasche. Der Landrat ist nach Lieblos zur Gründauer Ausgabestelle der Gelnhäuser Tafel gekommen, um den Verantwortlichen der Aktion „Gründauer Wunschbaum“ seinen Dank und seinen Applaus zu übermitteln.

Gelnhausen/Gründau – Mit ihm finden sich Bürgermeister Gerald Helfrich und Stefan Hummel, Leiter des Beratungs-Centers Gründau der Kreissparkasse Gelnhausen, auf dem Parkplatz ein, um mit Geld – die Kreissparkasse spendet 500 Euro für die Aktion –, aber auch lobenden Worten das zum zweiten Mal stattfindende Projekt zu fördern.

Dass der „Wunschbaum“ auch in diesem Jahr stattfindet, ist dem Engagement des Initiators Thomas Stürmer und seinem Vorstandskollegen Jochen Behl geschuldet, die den Erfolg vom vergangenen Jahr gerade in diesen schwierigen Zeiten wiederholen möchten.

Wunschbäume bei elf Einzelhändlern

Elf Einzelhändler beteiligen sich an der Aktion, indem sie die Wünschebäume bei sich aufstellen. Die Kinder finanziell weniger begüterter Eltern, die auch Kunden der Tafel sind, dürfen auf speziellen Anhängern ihre Wünsche notieren.

Zwischen 15 und 20 Euro sollen die Geschenke pro Kind kosten, die Wünsche sind vielfältig. Häufig sind es Dinge, die die Kinder ohnehin dringend brauchen: Kleider, dicke Jacken oder Schuhe. Aber auch eine Puppe, ein Schminkset und ein Spielzeugauto gehören zu den Objekten der Sehnsucht.

Wer möchte, nimmt sich einen oder mehrere Zettel und erfüllt den Kinderwunsch. Sollten Zettel übrig bleiben, springen die Gewerbetreibenden als Paten ein, damit kein Kindwunsch unerfüllt bleibt.

Wegen Corona: Tafel-Ausgabe nur noch alle zwei Wochen

Bis zum 5. Dezember können nun die Wunschzettel mitgenommen werden, die Ausgabe erfolgt dann am 15. Dezember mit der „normalen Ausgabe“ an die Kinder. Wobei „normal“ in diesem Jahr auch bei der Tafel nichts ist, wie Claus Witte, der Vorsitzende der Gelnhäuser Tafel, zu berichten weiß. „Wir haben ein Riesenproblem mit Corona“, sagt er. Die Ausgabe sei aktuell wieder auf einen 14-tägigen Rhythmus reduziert worden, denn „wir haben auch eine Verantwortung unseren Mitarbeitern gegenüber“, von denen viele zu Risikogruppen gehören.

Rund 20 Helfer kämen derzeit weniger, dennoch sei die Zahl der etwa 100 aktiven Freiwilligen gehalten worden. „Es gibt Leute, sie sich jetzt freiwillig gemeldet haben“, ist Witte dankbar für jede Unterstützung.

Hohe Wertschätzung für Engagement für Kinder

Auch die Gemeinnützige Gesellschaft für Arbeit, Qualifizierung und Ausbildung (AQA) schicke Helfer. „Und die Kundschaft akzeptiert die neuen Maßnahmen, da gibt es keine Probleme, obwohl wir die Waren nun draußen ausgeben“, wie Witte lobt. Sein Lob gilt an diesem Morgen jedoch insbesondere den Verantwortlichen des Gewerbevereins Gründau für ihr Engagement für die Kinder. „Für sie ist dieser Wunschbaum ein kleiner Lichtblick. Das ist eine tolle Idee“, wie Witte sagt.

„Das ist eine ganz großartige Idee“, bestätigt Landrat Thorsten Stolz (SPD), denn „gerade die Kinder brauchen das in der gegenwärtigen Zeit“, die so starke Auswirkungen auf das Schulgeschehen und die Freizeitaktivitäten habe. „Jetzt setzen wir ein positives Zeichen. Sie werden Kinderaugen zum Leuchten bringen.“ 2019 seien es 90 Geschenke gewesen, die in Kinderhände übergeben wurden, dieses Jahr sind es 31 Kinder aus Lieblos und 37 aus Gelnhausen, die mit ihrem Wunschgeschenk rechnen dürfen.

Heimische Unternehmen übernehmen Verantwortung

„Es ist toll, dass heimische Unternehmen einmal mehr sagen: Wir übernehmen Verantwortung“, lobt Stolz die „Mutmachaktion“. Bürgermeister Gerald Helfrich bestätigt, er habe im vergangenen Jahr eine halbe Stunde bei der Geschenkübergabe helfen dürfen.

„Das gibt so viel. Es ist toll, dass ihr das auf die Beine stellt. Euch gehen die Ideen nicht aus.“ Das Lob nimmt der Vorsitzende des Gewerbevereins, Stefan Maier, gern entgegen, der das Engagement von Stürmer und Behl hervorhebt und die „fantastische Aktion“ als Beleg dafür sieht, wie eingebunden der nun seit zehn Jahren existierende Verein in Gründau ist.

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare