Gelnhausen

Investoren lassen Frist für Joh-Immobilie verstreichen

Außer Showroom nix gewesen? Die Investoren und Projektplaner des „Barbarossa City Outlet“ haben die von der Gelnhäuser Stadtverordnetenversammlung ‧gesetzte Fristverlängerung verstreichen lassen. Foto: Ziegert

Gelnhausen. Das geplante „Barbarossa City Outlet“ im ehemaligen Kaufhaus Joh steht offenbar vor dem Aus. Die Investoren haben eine vom Parlament verlängerte Frist ohne Begründung verstreichen lassen. Ein Nachweis, dass 50 Prozent der Verkaufsfläche vermietet worden ist, fehlt demnach. Wie es weitergeht, ist offen.

Von Thorsten Becker

Die Mitteilung, die gestern am frühen Abend aus dem Gelnhäuser Rathaus kam, war sehr kurz und knapp. Doch darin steckt politischer Sprengstoff. Es ging um die Frist, die am Sonntag, 4. Februar, verstrichen ist, ohne dass etwas passiert ist.

„Die Barbarossa City Outlet GmbH undamp; Co. KG beziehungsweise deren Vertreter haben nun die Möglichkeit, die erforderlichen Dokumente und Genehmigungen, die sich aus dem Kaufvertrag ergeben, vorzulegen. Aktuell liegen uns noch keine Daten vor.“, erklärte Gelnhausens Bürgermeister Daniel Glöckner (FDP).Nur noch zwei Sätze folge vom Rathauschef der Barbarossastadt: „Im nächsten Schritt werden wir die Projektentwickler vertragsgemäß in Verzug setzen. Die notwendigen Dokumente sind dann innerhalb von vier Wochen vorzulegen.“ Punkt. Mehr Infos gab es nicht, bis auf den Hinweis aus der Pressestelle, dass „Bürgermeister Glöckner zum jetzigen Zeitpunkt keine weitere Aussage treffen“ werde.Wer Glöckner im Wahlkampf und nach dem Amtsantritt als eloquenten und gesprächsbereiten Menschen kennengelernt hat, braucht nicht lange zu rätseln: Glöckner ist offenbar stinksauer, dass die Investoren ihrem Versprechen nicht nachgekommen sind.

Zuletzt war es ruhig geworden

Und auch in der Stadtverordnetenversammlung dürfte es keine gute Miene mehr zum schlechten Spiel geben: Zähneknirschend hatte das Parlament nach 18 Monaten die Frist für die Investoren im Mai vergangenen Jahres um sechs weitere Monate verlängert. Dann sollten die Fakten auf den Tisch, ob denn genügend Mieter für das Outlet vorhanden sein werden. Gleichzeitig pochten die Fraktionen auf ein Vetorecht des Parlaments.Bereits in den vergangenen Monaten wurde es ruhig um die Immobile des ehemaligen Kaufhauses Joh, in der es schon seit September 2013 sehr still ist, nachdem die letzten Regale abgebaut worden waren.Einsilbig blieb bei diesem Thema zuletzt auch der Bürgermeister, der ankündigte, „zu gegebener Zeit“ etwas zu sagen, und immer wieder auf die Frist am 4. Februar, verwies.

Knapp 10000 Quadratmeter Verkaufsfläche geplant

Dabei hatte der Auftakt für die großen Pläne mit einem riesigen Tamtam begonnen. Sogar ein „Showroom“ war extra eingerichtet und überall eine glänzende Zukunft verkündet worden.Der erste Rückschlag kam im Mai vergangenen Jahres, als bekannt wurde, dassdie vorgegebenen 18 Monate für die Mietakquise nicht eingehalten werden könne. Im Oktober gab es dann „Erfolgemeldungen“, über 1400 Quadratmeter seien fest vermietet und durch beiderseitig unterschriebene Mietverträge „in trockenen Tüchern“, verkündeten die Investoren; weitere rund 1600 Quadratmeter an Verkaufsfläche seien mit den künftigen Mietern „endverhandelt“ und stünden vor Vertragsabschluss.„Damit sind wir auf einem sehr guten Weg, die 50 Prozent an vermieteter Fläche, die für die Realisierung des Projektes Barbarossa City Outlet notwendig ist, zu erbringen“, rechnete Projektleiter Marc-Ernst Oberscheid im Beisein von Landrat Thorsten Stolz (SPD) vor. Insgesamt soll das geplante Objekt rund 9900 Quadratmeter Verkaufsfläche umfassen.

Thorsten Stolz war bester Hoffnung

Und auch Stolz, Gelnhausens vorheriger Bürgermeister, war zu diesem Zeitpunkt noch bester Hoffnung: „Das Projekt ist insbesondere für die Innenstadt von Gelnhausen, aber auch die gesamte Region, ein wichtiges Vorhaben. Es sollten auf allen Ebenen ernsthaft daran gearbeitet werden, dass es auch kommt, denn das Outlet wäre der notwendige Frequenzbringer, den die Innenstadt von Gelnhausen dringend benötigt.“Danach wurde es wieder ruhig. Und je näher das Fristende rückte, umso stiller blieb es. Die Investoren scheinen abgetaucht zu sein, Interview-Anfragen blieben unbeantwortet.

Quelle: Hanauer Anzeiger

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