Reisebüros und Veranstalter freuen sich über steigende Buchungen

Region Hanau: Jetzt wird der Urlaub nachgeholt

Kann endlich wieder Buchungen eingeben: Stefan Jung, Geschäftsführer des TUI-Reisecenter in Bruchköbel, ist glücklich über die wiedererwachte Reiselust seiner Kunden.
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Kann endlich wieder Buchungen eingeben: Stefan Jung, Geschäftsführer des TUI-Reisecenter in Bruchköbel, ist glücklich über die wiedererwachte Reiselust seiner Kunden.

Region Hanau – Die Tourismusbranche lag aufgrund des Lockdowns monatelang brach, Reisebüros blieben geschlossen. Mit sinkenden Inzidenzen und gelockerten Regelungen kehrt bei vielen Bürgern die Urlaubslust zurück. Das spüren auch die Reisebüros und Reiseveranstalter in der Region.

„Die Reisebuchungen ziehen seit Anfang dieser Woche wieder an“, hat Konstantin von Butlar von der (wegen der Corona-Krise) fusionierten Flugbörse und Sonnenklar-Reisebüro-Partner Hanau am Freiheitsplatz festgestellt. „Wir haben derzeit 70 Prozent der Buchungen im Vergleich zu normalen Zeiten. Viele meiner Kunden wollen kurzfristig verreisen, andere Kunden in den Sommerferien. Wir haben sogar schon Reisebuchungen für die Herbstferien und auch die Osterferien 2022“, erzählt von Butlar von einem „telefonischen Ansturm am Donnerstag“.

„Die Leute wollen weg und die Sommerferien im europäischen Raum verbringen“, führt der Reiseexperte als die beliebtesten Reiseziele die Balearen und Kanaren an. Eine „ganz große Nachfrage“ gebe es auch nach den griechischen Inseln, die Türkei werde dagegen deutlich verhaltener als sonst gebucht.

Nach Italien will noch kaum einer

Auch die Nachfrage nach Österreich und Italien sei im Vergleich zu normalen Jahren noch sehr gering, sagt Stefan Jung, Geschäftsführer des TUI-Reisecenters in Bruchköbel. „Vielleicht haben viele Menschen noch die Bergamo-Bilder im Kopf“, glaubt er. Groß ist das Interesse bei der Bruchköbeler Kundschaft an den Balearen und Griechenland. Jung ist erleichtert, dass es nach 15 Monaten endlich wieder losgeht. In der vergangenen Woche ist die Zahl der Buchungen bei dem Bruchköbeler um 100 Prozent gestiegen. 90 Prozent der Kunden haben jedoch das sogenannte Flex-Paket hinzugebucht, dass eine Stornierung 14 Tage vor Reiseantritt ermöglicht, ohne dass der Kunde dafür Gründe angeben muss. Für die Sicherheit nähmen die Urlaubswilligen auch einen geringen Aufpreis in Kauf. Als Reiseveranstalter von Flussfahrten freut sich Jung vor allem über die wiedererwachte Reiselust des älteren Kundenstamms. Bei Familien hat er festgestellt, dass vor allem die Nord- und Ostsee gefragt seien.

Auch Iris Viel vom Reiseunternehmen Racktours in Erlensee stellt fest: „Reisewillig sind die Leute auf jeden Fall, wir haben bereits jetzt viele Anfragen.“ Zwar zeigten ihre Kunden sich für den Juni noch etwas verhalten, weswegen aufgrund fehlender Nachfrage ein paar bereits geplante Reisen wieder abgesagt werden mussten, doch im Folgemonat sehe die Lage schon viel besser aus.

„Die Leute dürfen bei uns in den Bus steigen, wenn sie geimpft, genesen oder getestet sind“, schildert sie die aktuellen Bedingungen. Da die angebotenen Reiseziele allesamt innerhalb eines Tages zu erreichen sind, reiche sogar ein negatives Schnelltestergebnis. „Die Maskenpflicht gilt in unseren Bussen dennoch nach wie vor, und um etwas Abstand unter den Fahrgästen zu ermöglichen, buchen wir sie auch nicht ganz aus.“

Konzentration auf Rad- und Wanderreisen

Bereits im vergangenen Sommer sei das Unternehmen mit diesem Konzept gut gefahren. Wohin es die Menschen zieht, die bei dem Unternehmen Touren für den Sommer buchen? „Für dieses Jahr konzentrieren wir uns vor allem auf Rad- und Wanderreisen, das wird derzeit besonders stark nachgefragt“, erzählt Viel. Zu anderen Zeiten stets beliebte Großveranstaltungen wie Weinwanderungen müssten aufgrund der unsicheren Lage dennoch abgesagt werden.

Bereits eingeläutet hat die Urlaubssaison indessen der Schönecker Reiseveranstalter Globalis. „Seit Pfingstsamstag sind wir mit etwa 70 Gästen auf der MS ‘Andorinha’ auf dem Douro unterwegs“, erzählt Klaus Dacche von Globalis am Handy. Bei sommerlichen Temperaturen und Sonnenschein sei die Stimmung der Portugal-Urlauber entsprechend gut.

„Vor Antritt mussten alle zu Hause einen PCR-Test machen, etwa 80 Prozent an Bord sind sowieso schon durchgeimpft, und auf dem Schiff gilt selbstverständlich auch die Maskenpflicht“, fasst er die Reisebedingungen knapp zusammen. Ein Jahr lang habe die nagelneue „Andorinha“ in Porto auf ihren ersten Einsatz gewartet, nun hätten sie den ansonsten viel befahrenen Fluss nahezu für sich alleine.

Vielerorts muss nachjustiert werden

Und während die Gäste „erst mal alle froh sind, dass sie wieder reisen dürfen“, wie Dacche sagt, freut er sich schon darauf, dass es auch mit anderen Angeboten bald wieder losgeht. Ab der kommenden Woche starten die Schifffahrten auch auf dem Main, „ab Juli geht’s dann auch wieder mit den Flugreisen los“. Über fehlende Nachfrage könne er sich definitiv nicht beklagen, die sei derzeit hervorragend. Die große Herausforderung bestehe gerade eher darin, dass sich die Corona-Bedingungen vielerorts noch häufiger änderten, „sodass wir immer mal wieder nachjustieren müssen“, so Dacche. (Joel Schmidt, Holger Weber Und Holger Hackendahl)

Die heimischen Agenturen merken einen deutlichen Aufwind.

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