Junge Solisten brillieren

„Opernträume“ sorgen für begeistertes Publikum in der Konzerthalle

Begeistern das Publikum: Die Solisten der „Opernträume“ haben einen gelungenen Abend als Ersatz für die geplante „Fledermaus“-Aufführung geliefert.
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Begeistern das Publikum: Die Solisten der „Opernträume“ haben einen gelungenen Abend als Ersatz für die geplante „Fledermaus“-Aufführung geliefert.

Mit Standing Ovations zollt das 250-köpfige Publikum der „Opernträume“ in der Konzerthalle den Künstlern auf der Bühne Respekt. Minutenlanger Applaus bestätigt, wie sehr den Musikliebhabern die Arien und Duette gefehlt haben, deren Aufführung im Rahmen der Bad Orber Opernakademie sie bis zum vergangenen Jahr regelmäßig gewohnt waren.

Bad Orb - „Die Fledermaus“, für das vergangene Jahr geplant und coronabedingt abgesagt, hätte sowohl in diesem als auch im zurückliegenden Jahr die Herzen der Opernfreunde erfreuen sollen. So bleibt es bei einigen Auszügen der Strauß-Operette, die den zweiten Programmteil des abendlichen Programms füllten.

„Wir möchten Ihnen die Möglichkeit bieten, die Welt der Oper und des schönen Gesangs zu genießen“, so der Wunsch der Verantwortlichen, die in den „Opernträumen“ vier Solisten die Gelegenheit geben, ihr Können zu zeigen und damit ihrem Anspruch gerecht werden, junge Sängertalente zu fördern – auch in diesem herausfordernden Zeiten.

Elisabeth Birgmeier (Hoher Koloratursopran), Katrin Gietl (Sopran), Caspar Krieger (Tenor) und Karina Repova (Mezzosopran) wurden Anfang 2020 für die Fledermaus-Produktion als beste Sänger ausgewählt und bestätigten eindrucksvoll diese Wahl.

Wie Moderator Michael Dahmen gleich eingangs ankündigt, erwartet die Gäste „eine veritable Alternative zu einem rauschenden Operettenabend“. Dahmen weiter: „Die vier jungen Solisten brennen darauf, jetzt auf Sie losgelassen zu werden.“ Der Conferencier, der zudem im zweiten Teil auch als Bariton zu hören ist, macht das Publikum im Plauderton zunächst auf die Geschichte des „Ritter Blaubart“ von Jacques Offenbach aufmerksam, die nach Südfrankreich zur Zeit der Kreuzzüge entführt. Dem französischen Repertoire bleibt der Opernchor unter der Leitung von Wolfgang Runkel anschließend auch mit „La mer“ treu, dem berühmten Chanson von Charles Trenet.

Der Klassiker „drückt sehr rührselig und sentimental den Wunsch nach Frieden und Freiheit aus. Auch für uns heute ein wunderschönes Bild“, wie Dahmen erklärt.

Auch der übrige erste Teil des Abends widmet sich der „Grande Nation“: „Hoffmanns Erzählungen“ von Jacques Offenbach provoziert erste „Bravo-Rufe“, nach der Glöckchen-Arie aus „Lakmé“ von Leo Delibes folgt stürmischer Applaus für die mit glockenheller Stimme singende Elisabeth Birgmeier, die gemeinsam mit Karina Repova auch das „Blumenduett“ vorträgt.

Bühnenfeuerwerk zum Finale

„Ein ganz anderes Kaliber“ verkörpert den Worten von Dahmen zufolge die Figur der Carmen von Georges Bizet, der als „der vermutlich berühmtesten Frauenfigur der Operngeschichte“ Karina Repova ihre Stimme leiht. Und dann kommen endlich die Freunde der „Fledermaus“ von Johann Strauß auf ihre Kosten. Als „Königin der Operette“ gefeiert, ist sie – so Dahmen – „die einzige Vertreterin der leichten Muse, die an der Wiener Staatsoper aufgeführt werden darf“.

Komik, Unterhaltung und auch ein Stück Gesellschaftskritik verbinden sich in dieser Operette, die in Kurzversion mit Stücken aus den ersten beiden Akten zu hören ist. Präsentiert werden verschiedene Arien und Ensembles mit beliebten und bekannten Melodien wie „Mein Herr Marquis“ von Adele, „Ich lade gern mir Gäste ein“ von Orlofsky und Rosalindes „Csardas“. Den stimmungsvollen Abschluss gestalten alle Solisten gemeinsam mit dem Chor, indem das Finale des zweiten Akts präsentiert wird – während ein Bühnenfeuerwerk die Spielstätte erhellt.

Der stürmische Abschluss-Applaus gilt nicht nur ein Solisten, sondern auch dem Opernchor, dem musikalischen und künstlerischen Leiter Mike Millard, der am Flügel das Programm begleitet und seit vielen Jahren die Geschicke der Bad Orber Opernakademie mit bestimmt.

Und er gilt der Vorsitzenden des Fördervereins der Opernakademie, Professorin Dr. Karin Metzler-Müller, der auch die Künstler auf der Bühne begeisterten Beifall spenden. Ein abschließendes, gemeinsam vorgetragenes „La Mer“ sorgt für einen schwungvollen Ausklang. (Von Andrea Euler)

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