Krisenmanagement während der Corona-Krise

OB Kaminsky fordert vom Main-Kinzig-Kreis Transparenz und Aufklärung ein

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Oberbürgermeister Claus Kaminsky hat starke Kritik geübt.

Mit heftiger Kritik an Krisenmanagement und -kommunikation reagierte Hanaus Oberbürgermeister Claus Kaminsky gestern auf den „weiter ausbleibenden Informationsfluss zum Infektionsgeschehen in einem Frankfurter Bethaus“.

Dort hatten sich bei einer Veranstaltung am 10. Mai mehr als 100 Menschen mit dem Corona-Virus infiziert, mindestens 17 davon sollen in Hanau wohnen. Nähere Informationen durch das Gesundheitsamt des Main-Kinzig-Kreises, so der OB in einer Presseerklärung, lägen der Stadt noch immer nicht vor. 

„Wir wissen weiterhin nicht, ob möglicherweise Schulen und Kindergärten betroffen sind. Auf entsprechende Nachfragen haben wir keine Auskunft bekommen“, schimpft der OB und bezeichnet dieses Verhalten als unverantwortlich gegenüber der Hanauer Bevölkerung. 

Kaminsky wisse nicht, bei wem genau die Versäumnisse lägen

Ganz anders als das für Hanau zuständige Gesundheitsamts des Main-Kinzig-Kreises habe der Wetteraukreis reagiert. Dort finde die Aufarbeitung des Infektionsgeschehens in enger Abstimmung zwischen dem zuständigen Kreis und der betroffenen Kommune Rosbach statt. „Trotz mehrfacher Nachfragen haben wir unter Verweis auf den Datenschutz bislang keinerlei Informationen erhalten“, erläutert der OB. 

Ob die Versäumnisse nun in Gelnhausen, in Frankfurt oder im zuständigen Ministerium in Wiesbaden lägen, wisse er nicht. Während im Wetteraukreis in Abstimmung zwischen Kreis und Kommune bereits vergangenen Mittwoch Tests in einer Kita stattgefunden hätten, in der ein aus den Ereignissen in Frankfurt positiv getestetes Kind betreut worden ist, wisse man in Hanau bis heute nicht einmal, ob sich unter den 17 Hanauer Betroffenen überhaupt Kinder befinden. Das Land habe die kommunalen Ordnungsbehörden falls nötig abweichend von der gesetzlichen Regelung mit dem Vollzug beauftragt. Folglich sehe er das Hanauer Ordnungsamt bei der Kontrolle der Auflagen auch in der Mitverantwortung. ju

Den Kommentar zur Kritik finden Sie hier. 

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