Main-Kinzig-Kreis

Kommentar: 49 Seiten ohne neue Erkenntnisse werfen Fragen auf

Foto/Grafik: Mike Bender / Grafik

Main-Kinzig-Kreis. Hanau bemüht sich darum, eine kreisfreie Stadt zu werden. Nun hat der Main-Kinzig-Kreis sein Gutachten zu dem Vorhaben vorgestellt. Unser Redakteur Thorsten Becker hat hierzu eine klare Meinung.

Landrat Thorsten Stolz hat gut daran getan, die Bestrebungen der Stadt Hanau nach einer Kreisfreiheit bislang mit Wohlwollen zu begleiten. Das neue Gutachten bringt keine wirklich neuen Erkenntnisse – und vor allem keine Handlungsempfehlungen.

Dass nach 49 Seiten die Erkenntnis steht, dass es sich „vor allem um eine politische Entscheidung“ handele, dürfte demnächst nicht nur im Kreistag für Heiterkeit sorgen. Ja was denn sonst? Es geht am Ende um Politik und Geld.

Das Land Hessen als Bremser

Stolz und die Kreisspitze nutzen das Gutachten geschickt, der Stadt Hanau zu verdeutlichen, welche offenen Baustellen es gibt. Und: Kompromisse nötig sind, ohne die der Kreistag wohl kaum seinen „Segen“ geben wird. Da aber nur Beamtenpensionen, die Zukunft der AQA, die gemeinsame Finanzierung von Müll-Altlasten und einige andere kleinere Fragen ungeklärt sind, scheinen Lösungen für beide Seiten greifbar nahe.

Bremser ist das Land Hessen, dessen Bürokratie es nach einem Jahr nicht geschafft hat, verlässliche Zahlen für den kommunalen Finanzausgleich auf den Tisch zu legen, an denen sich beide Seiten orientieren können.

Andere Investitionen scheinen sinnvoller

Ganz außer Acht gelassen wird aber, ob es zwischen Sinntal-Züntersbach, Hanau-Klein-Auheim und Maintal-Bischofsheim doch noch andere Chancen für die Politik gibt, Geld auszugeben als für Gutachten, die solche Erkenntnisse bringen.

Ob beispielsweise Pendler, die fast täglich auf verspätete Züge und seit Jahrzehnten auf die Nordmainische S-Bahn warten oder auf der völlig überlasteten A66 und B 43a im Stau an Gelnhausen und Hanau vorbei in Richtung Frankfurt unterwegs sind, intensiv über die Auskreisung oder die Kreisfreiheit Hanaus diskutieren, dürfte sehr unwahrscheinlich sein.

Quelle: Hanauer Anzeiger

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare