Gelnhausen

Kulturpreis für Kostümdesignerin Ulla Röhrs

Kulturpreisträgerin: Professor Dr. Heinz Schilling (links) und Landrat Thorsten Stolz gratulieren Ulla Röhrs zur Auszeichnung. Foto: Claudia Raab

Gelnhausen. „Die Hütte ist voll. Das zeigt nicht nur Ihre Verbundenheit mit den Kulturpreisträgern. Das zeigt auch, dass unsere Kultur im Main-Kinzig-Kreis großartig ist“, freut sich Landrat Thorsten Stolz über den voll besetzten Saal bei der Verleihung des Kulturpreises 2019.

Von Claudia Raab

Seit 1977 wird der Preis jährlich an Maler, Musiker, Autoren, Theaterleute, Geschichts- und Kulturforscher für herausragende kulturelle Leistungen vergeben. Aus 35 eingereichten Vorschlägen sind in diesem Jahr Ulla Röhrs (Kostümbildnerin), Karl-Adam Vey (Maler), Franz Aumüller (Designer, Video- und Installationskünstler), Joselyn Grimm (Fotografin und Malerin) sowie der Förderverein Freunde der Opernakademie Bad Orb für den Kulturpreis ausgewählt worden.

Festspiele seit 1986 entscheidend geprägt

Professor Dr. Heinz Schilling hält dann auch persönlich die Laudatio für Preisträgerin Ulla Röhrs. Die Kostümdesignerin hat mit ihren prächtigen und fantasievollen Kostümen das Bild der Hanauer Brüder-Grimm-Festspiele seit ihren Anfängen in 1986 entscheidend mitgeprägt und zu ihrer Erfolgsgeschichte maßgeblich beigetragen (wir berichteten).

Nach einem Studium an der Fachhochschule für Visuelle Kommunikation in Hamburg fing die gebürtige Bremerin als Assistentin am Bielefelder Theater an. Dort lernte sie ihren späteren Mann, den Bühnenbilder Dieter Stegmann, kennen. Gemeinsam war das Paar seit der ersten Produktion an den Märchenfestspielen beteiligt und machte sie zu einer renommierten Hanauer Institution, – Stegmann als Autor, Regisseur und Intendant und Röhrs mit ihrer Kostümwerkstatt. Für ihr „Rapunzel“ erhielt sie 2016 den Deutschen Musicaltheaterpreis in der Kategorie „Bestes Kostüm- und Maskenbild“.

Rapunzel und Frau Holle gratulieren

Während der Laudatio gesellen sich elf Märchenfiguren, unter anderem Rapunzel, Gänseliesel, Frau Holle sowie schöne und böse Königinnen, hinzu. In ihren prachtvollen Gewändern verharren sie als Zeugen von Ulla Röhrs künstlerischem Schaffen.

Auch die Freunde der Opernakademie Bad Orb werden bei der Preisverleihung durch „ihre Künstler“ unterstützt. Mit zwei Duetten aus der Hochzeit des Figaro und der Lustigen Witwe bezeugen Sopranistin Carla Antonia Trescher, Bassbariton Peter Fabig und Gio Abudladze am Piano, das qualitativ hohe Niveau der Aufführungen der Bad Orber Opernakademie.

Die weiteren Preisträger

Seit 2001 unterstützt der Förderverein die Arbeit der Akademie durch Spendensammlungen, kostenlose Beherbergung der Musiker und Zusammenstellung eines ehrenamtlich auftretenden Opernchors der besten Sänger aus dem Kreis. Aus dem Altkreis Schlüchtern nimmt der 70-jährige Landschaftsmaler Karl Adam Vey den Kulturpreis entgegen. In seiner Heimatstadt Schlüchtern hat er die Elmer Kulturwochen mit aus der Taufe gehoben.

Franz Ausmüller aus Wächtersbach wird für vielfältiges künstlerisches Schaffen, besonders in der Sparte Visualisierung von Musik, ausgezeichnet. Als Biograf der Brüder Fischinger bewahrt er die Trickfilmpioniere in ihrer Heimatstadt Gelnhausen vor dem Vergessen. Noch am Anfang ihres künstlerischen Schaffens steht die 25-jährige Jocelyn Grimm (Hasselroth), die für ihre Fotografien und Zeichnungen den Förderpreis erhält.

Quelle: Hanauer Anzeiger

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