124 Asylbewerber leben in Gründaustadt

Stadt Langenselbold erhält 60 000 Euro vom Kreis für Flüchtlingsunterbringung

Die meisten Asylbewerber in Langenselbold – nämlich 31 Personen – wohnten zum Stichtag 31. Dezember 2020 in der Unterkunft Am Weiher 3.
+
Die meisten Asylbewerber in Langenselbold – nämlich 31 Personen – wohnten zum Stichtag 31. Dezember 2020 in der Unterkunft Am Weiher 3.

Momentan leben in Langenselbold 124 registrierte Asylbewerber in zehn Unterkünften. Dies berichtete Bürgermeister Timo Greuel (SPD) auf Anfrage der Grünen-Fraktion in der ersten Stadtverordnetenversammlung des Jahres. Die Ökopartei wollte unter anderem auch wissen, wie es um den Umfang der Betreuung der Asylbewerber und deren Wohnsituation bestellt ist.

Langenselbold – In der zweiten Hälfte des vergangenen Jahres hat die Stadt laut Greuel neun Personen aufgenommen. Die letzte Zuweisung erfolgte Anfang Dezember, als fünf neue Asylbewerber in die Gründaustadt kamen.

Derzeit sei ein Mitarbeiter aus dem städtischen Amt für Soziales, Familie, Kultur für Betreuung, Beratung und Unterbringung von Flüchtlingen zuständig. „Er wendet dafür aktuell rund 20 Wochenstunden auf. Außerdem sind für die Unterkünfte der Asylbewerber derzeit zwei Hausmeister in Vollzeit zuständig“, teilte der Bürgermeister weiter zu den Anfragen der Grünen mit.

Zum 31. Dezember 2020 wohnten die 124 Asylbewerber in folgenden Unterkünften: Seegasse 7, Seegasse 7a Am Weiher 3, Am Weiher 5, Ringstraße 49, Steinweg 48, Niedertalstraße 50 und Kinzigstraße 5.

Stadt konnte drei Mietverträge für Liegenschaften kündigen

Wie der Bürgermeister ebenfalls informierte, konnte die Stadt im Laufe des vergangenen Jahres die Mietverträge für die Liegenschaften Ruhlweg 18 zum 31. Dezember 2020, für die Vogelsbergstraße 4 zum 31. Januar 2021 und für die Niedertalstraße 50 zum 31. März 2021 kündigen.

Zu den Gründen erläuterte Greuel: „Die Bewohner der drei Liegenschaften befinden sich allesamt im Leistungsbezug nach dem SGB II, was ihnen gestattet, Wohnraum auf dem freien Wohnungsmarkt anzumieten. Die Stadtverwaltung ist grundsätzlich für eine Unterbringung nicht mehr zuständig gewesen.“

Derzeit sind 38 Plätze in den Unterkünften frei

Jene von ihnen, die kein Wohnungsangebot auf dem freien Immobilienmarkt gefunden hätten, lebten mittlerweile in den Gemeinschaftsunterkünften Am Weiher 3 sowie in der Seegasse 7a. Deren Anzahl erwähnte Greuel in seiner Beantwortung der Grünen-Anfrage nicht.

Im Gebäude Seegasse 7a waren Ende vergangenen Jahres 20 Asylbewerber untergebracht.

Insgesamt sind derzeit in allen Gemeinschaftsunterkünften zusammen 38 Plätze frei. „Das bereinigte Aufnahmesoll gemäß der Statistik des Main-Kinzig-Kreises liegt bei 18 Personen bis zum 30. Juni 2021“, so das Stadtoberhaupt. Somit wären genügend Kapazitäten für mögliche neue Asylbewerber vorhanden.

Parlament stimmt für Annahme der Zuwendung vom Kreis

In derselben Parlamentssitzung votierten die Stadtverordneten auch einstimmig für den Antrag, einer einmaligen Zahlung des Main-Kinzig-Kreises an die Stadt in Höhe von rund 59 800 Euro zuzustimmen. Damit sind vonseiten des Main-Kinzig-Kreises „alle etwaigen Forderungen für die Aufnahme und Unterbringung von ausländischen Flüchtlingen aus dem Jahr 2019“ durch die Stadt Langenselbold beglichen.

Insgesamt überweist der Main-Kinzig-Kreis an Ausgleichszahlungen für die Flüchtlingsunterbringung im Jahr 2019 rund 2,5 Millionen Euro an seine 29 Städte und Gemeinden.

Von Lars-Erik Gerth

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare