Antrag der Grünen

Car-Sharing ist in Langenselbold noch ein Fremdwort

Der Magistrat soll prüfen, ob es Anbieter gibt, die Car-Sharing auch in Selbold etablieren wollen. In vielen Städten – wie hier in Stuttgart – gibt es dieses Angebot schon lange. In der schwäbischen Metropole mittlerweile sogar mit Elektroautos.
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Der Magistrat soll prüfen, ob es Anbieter gibt, die Car-Sharing auch in Selbold etablieren wollen. In vielen Städten – wie hier in Stuttgart – gibt es dieses Angebot schon lange. In der schwäbischen Metropole mittlerweile sogar mit Elektroautos.

Auch in der Gründaustadt gibt es nach Ansicht der Grünen eine Reihe von Bürgern, die zwar ein eigenes Auto hätten, dies aber nur gelegentlich nutzten. Andererseits gebe es Selbolder, die über keinen eigenen Pkw verfügen, ein Fahrzeug aber ab und an für den Transport von größeren Gegenständen oder für entsprechende Einkäufe bräuchten.

Für diese Bürger sei das Prinzip des Car-Sharings laut Grünen-Fraktionschefin Cornelia Hofacker optimal: „Sie mieten einfach ein Fahrzeug, nur wenn sie es benötigen.“

Die Grünen hatten nun einen entsprechenden Prüfantrag zu diesem Thema in die vergangene Parlamentssitzung eingebracht, der dann ergänzt durch einen Änderungsantrag der CDU auch angenommen wurde. Demnach ist der Magistrat jetzt beauftragt, Kontakt zu mindestens sechs verschiedenen Car-Sharing-Anbietern mit dem Ziel aufzunehmen, ein entsprechendes Angebot in Langenselbold zu etablieren.

Eine von der CDU in ihrem Änderungsantrag gewünschte Prämisse wurde dabei in die endgültige Fassung des Antrags aufgenommen: das Angebot soll für die Stadt Langenselbold kostenlos sein. Zu den von den Grünen erwähnten Anbietern, mit denen Kontakt aufgenommen werden könne, zählen „mobileeee“, „Flinkster“ und „mymikar“.

In der Begründung ihrer Beschlussvorlage machten die Grünen auch einen Vorschlag, wie das Prinzip des Car-Sharings in der Gründaustadt örtlich vonstattengehen könnte: „Die online, per App oder telefonisch buchbaren Fahrzeuge könnten zum Beispiel an der Sparkasse und am Markt am Ring stationiert werden.“ Cornelia Hofacker und ihre Mitstreiterin Guntrun Hausmann sehen in der Einführung eines Car-Sharings natürlich in erster Linie auch eine Entlastung der Umwelt. So heißt es in der von Hofacker vorgetragenen Begründung des Antrags weiter: „Ein Miet-Fahrzeug ersetzt statistisch mehrere Privat-Pkw und leistet so einen wirksamen Beitrag zum Umweltschutz.“

Die Selbolder Grünen nennen als positive Beispiele für das Car-Sharing die drei Kreis-Kommunen Bruchköbel, Hasselroth und Nidderau. Für die Stadt Langenselbold entstünden durch den Prüfauftrag im Übrigen auch keine Kosten. Die CDU wollte das Thema nicht allein auf das Car-Sharing beschränken, wie ihr Stadtverordneter Patrick Heck zum Änderungsantrag seiner Fraktion erläuterte. „Wir möchten die Prüfung gerne erweitern um die Bereiche Bike-Sharing, E-Scooter-Sharing, Lastenräder, Mitfahrerbänke und autonome Fahrdienstleister“, führte Heck weiter aus.

Der SPD-Fraktionsvize Bernd Kaltschnee sah darin eine „Überfrachtung des Antrags“ und warb dafür, es bei der Prüfung eines möglichen Car-Sharing-Angebots in Selbold zu belassen. „Der Einstieg in das Car-Sharing wäre ein erster guter Schritt. Weitere könnten dann später folgen“, so die Meinung des früheren SPD-Parteichefs.

Mit einer Ergänzung ihres Antrags um Bike-Sharing und Lastenräder könne sie sich, so Hofacker, durchaus anfreunden, doch autonome Fahrdienstleister und Mitfahrerbänke seien doch etwas ganz anderes, als das, was ihre Fraktion mit der Beschlussvorlage angestrebt habe. Dies führte dann dazu, dass die CDU die Prüfung dieser beiden Mobilitätsformen aus ihrem Änderungsantrag strich. Erhalten blieb hingegen das E-Scooter-Sharing, obwohl sich Hofacker auch hier eher skeptisch zeigte.

Dennoch stimmte die Fraktionschefin der Grünen für den Änderungsantrag der CDU, der in seiner veränderten Form – aber eben mit Prüfung der Machbarkeit von E-Scooter-Sharing – eine Mehrheit im coronabedingt halbierten Parlament fand. Neben der CDU und Hofacker votierten nämlich auch drei SPD-Stadtverordnete sowie Christof Sack von der FDP dafür. Je drei Vertreter von SPD und Freien Wählern stimmten bei einer Enthaltung aus den Reihen der Sozialdemokraten dagegen. Der so geänderte Ursprungsantrag der Grünen wurde im Anschluss von allen anwesenden Parlamentariern angenommen.

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