Langenselbold

Cornelia Hofacker will für die Grünen in den Landtag

Zum Portraittermin haben wir uns an einem der letzten warmen Tage im September im Biergarten des Buchberggrills verabredet. Die Grünen-Landtagskandidatin Cornelia Hofacker (links) berichtet HA-Redakteurin Mirjam Fritzsche im Gespräch über Persönliches und Politisches. Fotos: Bender

Langenselbold. Zum Treffen kommt Cornelia Hofacker mit dem Fahrrad. Für die Landtagskandidatin der Grünen nicht nur politische Überzeugung, sondern auch Freizeitspaß. Ihren Urlaub verbringt die 60-Jährige regelmäßig auf dem Sattel – unter anderem in Nicaragua und Kolumbien.

Von Mirjam Fritzsche

Ein Klacks ist da der Weg zum Buchberggrill. Hier will der HA innerhalb der Serie „Auf einen Äppler mit . . .“ Politisches und Persönliches von ihr erfahren.

Bei einem großen Glas Johannisbeerschorle – die mag Cornelia Hofacker am liebsten – kommt man ins Gespräch. Über den Verlauf des Wahlkampfs und über den Wahlkreis 40. „Ich bin die einzige weibliche Kandidatin im Wahlkreis. Aber Männer in Überzahl bin ich ja gewohnt“, sagt Hofacker. Mit Guntrun Hausmann bildet sie die einzige rein weibliche Fraktion im Selbolder Stadtparlament.

In ihrer Jugend war es zuerst umgekehrt: In ihrer Heimatstadt Celle besuchte Hofacker ein Mädchengymnasium, entschied sich später aber für einen „Männerberuf“. Nach einer Ausbildung zur Augenoptikerin studierte sie Physikalische Technik an der Hochschule RheinMain am Standort Rüsselsheim und arbeitet heute als Diplom-Ingenieurin bei dem japanischen Unternehmen Kyocera in Dietzenbach. Kyocera stellt unter anderem Halbleiterkomponenten, Zerspanungsswerkzeuge und Drucker her. Cornelia Hofacker ist Betriebsratsvorsitzende im Unternehmen und weiß sich mit ihren Positionen durchzusetzen. Das sei gar nicht so leicht. Viele Entscheidungen würden in Japan getroffen.

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„Über 30 Jahre Erfahrung in der freien Wirtschaft bringe ich mit. Da kennt man die Probleme des Berufslebens, ist einfach näher bei den Menschen als manch anderer Politiker“, sagt sie. Dass jüngere Mitbewerber im Wahlkreis eine lange Liste an politischen Posten vorweisen, beäugt sie kritisch. „Die Frage ist doch, wie gehaltvoll sind solch kurzen Stationen“, sagt sie. Ihren Wahlkampf organisiert Hofacker als Vollzeitbeschäftigte nebenbei. Und setzt dabei auch auf eher ungewöhnliche Wahlkampfstrategien. Sie lud zum plastikfreien Picknick und zu einer naturkundlichen Wanderung ein. Das wieder größer werdende Interesse an Umweltschutzthemen, beschere den Grünen derzeit einen Mitgliederzuwachs im Kreis, berichtet Hofacker.

Neben der Vermeidung von Müll ist eines der Themen, die Cornelia Hofacker gerne mehr in den Fokus rücken würde, der Gesundheitsschutz im Arbeitsleben. „Unsere Arbeit hat sich gewandelt. Unsichere Arbeitsplätze, ständige Erreichbarkeit und der hohe Stresslevel können krank machen“, sagt die Grünen-Politikerin.

Mit Platz 39 auf der Landesliste der Grünen ist die Chance, tatsächlich in den Landtag einzuziehen, gering. Da ist Hofacker realistisch. „Ich kandidiere aus Überzeugung und versuche, möglichst viele Stimmen für die Grünen zu holen“, sagt sie. Zutrauen würde sie sich das Amt auf jeden Fall. Schließlich habe sie viel Erfahrung in der Kommunalpolitik gesammelt. Seit 2006 ist Hofacker Mitglied der Langenselbolder Stadtverordnetenversammlung. „Obwohl wir nur eine kleine Fraktion sind, versuchen wir, eigene Schwerpunkte zu setzen“, sagt sie. Zum Beispiel setze sich ihre Partei für mehr Ladestationen für E-Mobilität in der Gründaustadt ein.

Seit mehr als 30 Jahren in Langenselbold zu Hause

Das Interesse an politischen Themen sei ihr „in die Wiege gelegt worden“, sagt die Fraktionsvorsitzende der Selbolder Grünen. Auch ihr Großvater war Gewerkschafter. Mit den Themen der Grünen habe sie sich schon als Schülerin identifizieren können, sei gegen Atomkraft auf die Straße gegangen.

„Wenn es einen Leitfaden für mein Leben gibt, dann sind es Physik und Politik. Das waren auch schon die Fächer für meine Leistungskurse“, sagt die Diplom-Ingenieurin.

Durch ihren Mann, einen Ur-Langenselbolder, sei sie schließlich in den Main-Kinzig-Kreis gelangt und ist mehr als 30 Jahren in der Gründaustadt zu Hause. Über den Handballsport habe sie schnell Kontakte knüpfen können.Ihre Mitmenschen sind Hofacker wichtig. Seit 2013 engagiert sie sich in einem Unterstützerkreis und betreut Asylbewerber in Langenselbold. Die Sprachförderung hält sie für die wichtigste Voraussetzung für eine Integration Geflüchteter.

Passionierte Radfahrerin

Die Mutter einer 27-jährigen Tochter und eines 22-jährigen Sohnes – beide studieren – würde gerne für gerechtere Bildungschancen in Deutschland sorgen, zum Beispiel durch eine kostenlose Hausaufgabenbetreuung.

Als passionierte Fahrradfahrerin liegt Cornelia Hofacker natürlich auch der Klimaschutz am Herzen. Die Aufnahme des Klimaschutzes ins Grundgesetz ist eines ihrer politischen Ziele.

Im Laufe des Gesprächs ist es dunkel geworden im Biergarten. Vor der Fahrt den Buchberg hinab im Dunklen hat sie aber keine Scheu. „Ich habe eine gute Lampe“, sagt sie. Wer geführte Fahrradreisen in Nicaragua oder Kolumbien erlebt hat, ist anscheinend gestählt.

Hier können Sie den Kandidaten Fragen stellen:

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Quelle: Hanauer Anzeiger

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