Drei Stunden irischer Polit-Rock

Tribute-Band „Achtung Baby“ feiert die Songs von U2 in der Klosterberghalle

Vor einem besonderen Publikum mit eingefleischten U2-Fans spielte die Tributeband „Achtung Baby“ in der Klosterberghalle. Im Programm: eine ausgewogene Mischung aus vier Jahrzehnten irischem Polit-Rock.

Der Leadsänger Micha van de Weg präsentiert sich nicht nur akustisch dem Original aus Dublin zum Verwechseln ähnlich, auch seine Aufmachung und Gestik erinnerten stark an sein Vorbild Bono. Zusammen mit Gitarrist Carsten Stier, der mit acht verschiedenen Gitarren auf der Bühne stand und von sich selbst behauptet „Ich würde das auch ohne Mütze machen!“, dem Bassisten Andreas Hellwig und Schlagzeuger Henning Thomsen brachten die Musiker eine herausragende Show auf die Bühne. 

U2 ist nicht nur songtechnisch, sondern auch optisch das Vorbild

Die Lüneburger Band „Achtung Baby“ ist nach dem siebten Studioalbum von U2 benannt und tourt seit über 15 Jahren durch den deutschsprachigen Raum. Ebenso wie die Originalband wird ihre Show durch Licht-und Nebeleffekte sowie Videos im Bühnenhintergrund unterstützt. Filme von Nelson Mandela, Trump oder Hiroshima verdeutlichten die ernsten Themen der Songs. Neben Klassikern, die jeder im Publikum mitsingen konnte wie „Where the streets have no names“ brachte das Quartett auch ungeläufige Lieder wie „Kite“ zu Gehör. 

„Das Schöne an Tributebands ist ja, dass auch Lieder auf die Bühne kommen, die U2 selbst nur selten spielt“, freute sich van de Weg. In knapp drei Stunden Programm wechselten sich ruhige und emotionale Lieder stets mit rockigen und fetzigen Stücken ab und sorgten bei den Gästen für ein Wechselbad der Gefühle. Größtes Anliegen der vier Lüneburger, die allesamt mit dem Sound von U2 aufgewachsen sind, ist es, das Gefühl, den Sound und die Seele der Musik der vier Iren zu transportieren. 

Publikum singt begeistert die Songs der irischen Kultband U2 mit

Dabei konnte man gut den Weg von U2 durch die Jahrzehnte verfolgen. Von Punk und New Wave geprägte Lieder aus den frühen 80ern wie „Still haven‘t found what I‘m looking for“ oder „Angel of Harlem“ bis hin zu den oppulenten und klangverliebten Stücken der Neuzeit wie „Magnificent“ war das Programm von „Achtung Baby“ gut gemischt. 

Carsten Stier an der E-Gitarre beeindruckte durch seine authentische Performance und zeigte bei verschiedenen Soli sein überragendes Können. Teilweise übernahm er auch noch das Keyboard und spielte beide Instrumente im Wechsel während eines einzigen Liedes. 

Schon beim zweiten Stück des Abends, „Hold me, kiss me, kill me“ stand der Großteil des Publikums auf den Beinen, schwenkte die Arme und sang kräftig mit. Immer wieder verstand es Van de Weg, den Saal zum Mitsingen zu animieren. Das uferte mehrfach derart aus, dass die Zuschauer auch ohne Band den Refrain einfach weiter sangen und sich selbst feierten. 

Großartige Stimmung und drei Zugaben in der Klosterberghalle in Langenselbold

Die Stimmung unter den Gästen war großartig, eine Zugabe wurde vehement eingefordert. „Achtung Baby“ kam dem gerne mit drei weiteren Songs nach. Einige Konzertbesucher waren bereits mit dem „Achtung Baby“-Virus infiziert. Das verrieten Kennzeichen aus Darmstadt, Wiesbaden oder Fulda auf dem Parkplatz, die zeigten, dass die Fans der Band auch weitere Anreisen in Kauf nehmen. 

Der überwiegende Teil der Gäste zeigte sich am Ende äußerst beeindruckt von der Veranstaltung. Die Kommentare reichten von „grandiose Show“ über „besser als das Original“ bis hin zu „Wahnsinns Party“. Nur der oppulent eingesetzte Bühnennebel in Kombination mit fehlenden Frontscheinwerfern störte eine Zuschauerin: „Man sah kaum noch etwas am Ende.“ Dennoch zeigte sich Veranstalter Walter Dehm zufrieden, und will die vier Lüneburger bald wieder nach Langenselbold einladen.

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