Erntehelfer rechtzeitig eingereist

20 rumänische Spargelstecher sind auf dem Feld von Bauer Würfl im Einsatz

+
Zu den ersten Verkaufsständen des Bauern Würfl, an denen bereits Spargel gekauft werden können, gehört jener in Langenselbold, der seit gestern geöffnet ist.

Bereits seit einigen Tagen herrscht auf dem neuen Spargelfeld des Bauers Würfl an der Gelnhäuser Straße in Selbold emsiges Treiben. 20 Erntehelfer aus Rumänien stechen dort den Spargel, der seit gestern auch schon an einem Stand des Familienbetriebs am Ortseingang der Gründaustadt verkauft wird.

Den frischen Spargel gibt es ebenso im Hofladen der Familie Würfl in Gründau. Und in den kommenden Tagen werden noch weitere Verkaufsstände in der Region öffnen, wie Firmeninhaber Sebastian Würfl berichtet. Das ist vor allem deshalb interessant, weil in den letzten Wochen landwirtschaftliche Betriebe in verschiedenen Regionen der Bundesrepublik darüber klagten, dass ihnen aufgrund der Schließung der Grenzen wegen der Corona-Pandemie die Erntehelfer insbesondere aus Osteuropa fehlen.

Dazu passt eine Pressemitteilung des Bezirksverbands Gelnhausen-Friedberg der IG Bauen-Agrar-Umwelt zum Mangel an Erntehelfern im Main-Kinzig-Kreis, die just gestern veröffentlicht wurde. Darin fordert der Bezirksvorsitzende Karl-Otto Waas sogar zur Ernte-Solidarität auf: „Wer aus dem Main-Kinzig-Kreis zupacken kann, sollte das jetzt tun. Es ist die Chance, Geld nebenbei zu verdienen und die Zeit sinnvoll zu investieren. Spargel, Spinat, Porree – das April-Gemüse wartet nicht.“ 

Hoffnung auf weitere Helfer dank des Bundeslandwirtschafts- und Innenministeriums

Sonja und Sebastian Würfl verkaufen bereits ihren frischen Spargel im Hofladen in Gründau.

Sebastian Würfl ist derzeit auf diese Ernte-Solidarität nicht angewiesen, denn 20 seiner langjährigen Erntehelfer aus Rumänien waren schon vor den Grenzschließungen nach Gründau gekommen, um ihren Ernteeinsatz vorzubereiten. „Da hatten wir Glück und konnten planmäßig mit dem Spargelstechen beginnen. Unsere Erntehelfer wohnen auf unserem Betriebsgelände in Gründau, sind jetzt in Langenselbold und bald auch auf einem anderen unserer Spargelfelder im Einsatz. Entsprechend konnten wir bereits mit dem Spargelverkauf hier in unserem Hofladen in Gründau, aber nun ebenso in Langenselbold starten. Weitere Verkaufsstände werden in den nächsten Tagen folgen“, sind Sebastian und seine Frau Sonja Würfl sehr froh darüber, dass die ersten 20 ihrer Erntehelfer noch vor dem Shutdown in Gründau eingetroffen waren. 

„Wir sind ebenfalls zuversichtlich, dass auch unsere weiteren Erntehelfer aus Rumänien in den kommenden Tagen bei uns eintreffen. Da hat sich in der vergangenen Woche ja etwas bewegt, haben sich Bundeslandwirtschafts- und Innenministerium auf eine Einreise von dringend benötigten Erntehelfern geeinigt. Entsprechend dürfte mit unserer Spargelernte in den kommenden Wochen alles so weit nach Plan laufen“, ist Sebastian Würfl optimistisch, dass die Spargelfreunde in der Region gut mit dem beliebten Gemüse versorgt sein werden. 

Erfahrung der Erntehelfer sei sehr wichtig

Allerdings gibt es strenge Auflagen für die Einreise der Erntehelfer. Demnach dürfen die Arbeiter ausschließlich in Gruppen und mit dem Flugzeug ein- und ausreisen. Vorgesehen ist außerdem eine Gesundheitsprüfung. In den ersten 14 Tagen dürfen die Helfer auch ihren Betrieb nicht verlassen. Da die Erntehelfer der Familie Würfl auf dem Betriebsgelände auch wohnten, gebe es diesbezüglich keine Probleme. Entsprechend heißt es auf der Internetseite des Gründauer Betriebs: „Auch unter dem Aspekt der Eindämmung der Pandemie durch die Reduzierung sozialer Kontakte haben ausländische Erntehelfer einen klaren Vorteil: Sie bleiben auch nach der Arbeit unter sich. Sogar die Einkäufe lassen wir ihnen aktuell als Sammelbestellung vom Supermarkt liefern.“ 

Warum die erfahrenen Spargelstecher aus Rumänien für die Ernte so wichtig sind und es schwierig wäre, auf einheimische Helfer zurückzugreifen, die damit noch keine Erfahrung haben, erklärt Sebastian Würfl im Gespräch mit unserer Zeitung: „Das Stechen der Spargel ist deutlich schwieriger als beispielsweise das Pflücken von Erdbeeren. Dazu muss man eine gewisse Technik beherrschen, die unsere langjährigen Helfer aus Rumänien perfekt können. Wenn man unbedarft herangeht, kann man mit den Spargeln anschließend nämlich nichts mehr anfangen.“ 

Bewerbungen können Online eingereicht werden

Außerdem, so Sebastian Würfl, sei die Arbeit sehr anstrengend. „Wer Probleme mit dem Rücken hat, wie ich selbst zum Beispiel, der ist für das Spargelstechen nicht geeignet. Man muss bei dieser Tätigkeit auch lange stehen und im Laufen arbeiten können. Außerdem müssen Sie rund 15 Kilogramm an Gewicht heben können. Und nicht zuletzt findet das Spargelstechen bei jedem Wetter statt“, nennt der Gründauer die nicht wenigen Anforderungen an einen Spargelerntehelfer. 

Anders sähe es, so Sebastian Würfl, bei den Helfern aus, die für die ab etwa Mitte Mai anstehende Erdbeerernte benötigt werden. Diese erfordere eine leichter zu erlernende Technik. „Wer sich dafür oder eine andere Tätigkeit wie Spargelsortierung, Blumenschneiden oder Warenkommissionierung interessiert, kann sich gerne bei uns melden“, so Würfls Angebot. Dazu ist auf der Internetseite des Familienbetriebs ein Online-Formular eingerichtet. Sebastian Würfl freut sich auf entsprechende Bewerbungen. 

Quelle: Hanauer Anzeiger

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare