Langenselbold/Karlsruhe

Ex-Stadtverordneter muss endgültig in Haft

Mit der Revision gescheitert: Der 47-jährige Langenselbolder muss wegen Körperverletzung, sexueller Nötigung sowie anderer Delikte sieben Jahre hinter Gitter. Archivfoto: Rainer Habermann

Langenselbold/Karlsruhe. Der 47-jährige Jens N., der im April wegen gefährlicher Körperverletzung, sexueller Nötigung einer Minderjährigen, Vortäuschung von Straftaten sowie Urkundenfälschung und Besitzes von kinderpornografischen Bildern zu einer Freiheitsstrafe von sieben Jahren verurteilt wurde, muss diese nun absitzen.

Von Thorsten Becker

Das hat das höchste deutsche Strafgericht, der Bundesgerichtshof in Karlsruhe (BGH), entschieden. Der Indizienprozess vor dem Hanauer Landgericht hatte auch deshalb für Aufsehen und voll besetzte Zuschauerreihen gesorgt, weil der Angeklagte zuvor als CDU-Stadtverordneter im Parlament und außerdem im Vorstand des TV Langenselbold aktiv gewesen war.

Bis zuletzt hatte der 47-Jährige seine Unschuld beteuert und behauptet, alles sei von seiner Ehefrau inszeniert gewesen, die Bilder seien ihm untergeschoben und er von einem Unbekannten erpresst worden (wir berichteten).Doch die 1. Große Strafkammer am Hanauer Landgericht unter dem Vorsitzenden Richter Dr. Peter Graßmück war nach mehreren Verhandlungstagen überzeugt davon, dass N. im Januar 2018 seine Frau in Seligenstadt überfallen und am Kopf verletzt hatte.

Die beiden Staatsanwälte Dr. Oliver Piechaczek und Martin Links hatten diese Tat zun​ächst sogar als versuchten Mord angeklagt, stuften die Tat letztlich aber als gefährliche Körperverletzung ein.

Bereits mehrfach gestraft

Bei der Höhe der Freiheitsstrafe hatte die Kammer sogar mildernd berücksichtigt, dass N. wegen seines Bekanntheitsgrads in der Gründaustadt durch den Schuldspruch bereits in mehrfacher Hinsicht gestraft sei. Außerdem müsse er jegliche berufliche Ambitionen aufgeben, weil ihm der Beamtenstatus entzogen werde.

Neben der gefährlichen Körperverletzung kam eine Verurteilung wegen sexueller Nötigung hinzu. Die Kammer war überzeugt davon, dass N. perfide Briefe an eine damals Zwölfjährige in der Nachbarschaft geschrieben und das Kind zu sexuellen Handlungen und Fotografien aufgefordert hatte.

Weitere Vorwürfe, wie die sexuelle Nötigung Schutzbefohlener, hatte das Gericht nicht aufklären können, weil Familienangehörige die Aussage verweigert hatten. N. hatte das Urteil des Hanauer Landgerichts nicht akzeptiert und über seine Anwälte Revision eingelegt.

Der zuständige 2. Strafsenat des BGH hat nun die Prüfung des Urteils abgeschlossen und verkündet, dass die Revision „als unbegründet verworfen wird“. Das bedeutet: Fünf weitere Richter haben keinen Fehler gefunden, das Urteil ist nun rechtskräftig, N. muss in Strafhaft.

Quelle: Hanauer Anzeiger

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