Im ganzen Stadtgebiet

Gegen die Trockenheit: Langenselbold bringt Bewässerungssäcke an jungen Bäumen an

Bewässerungssäcke an Baum in Langenselbold
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Auch im Schlosspark finden sich an den jüngeren Bäumen die grünen Säcke, die dafür sorgen sollen, dass die Pflanzen genügend Wasser bekommen.

Langenselbold – Sie fallen auf, die grünen Säcke, die an zahlreichen Bäumen im Selbolder Stadtgebiet befestigt sind. Ob unweit der evangelischen Kirche, im Schlosspark oder im Steinweg, überall sind sie zu sehen.

„Das sind Bewässerungssäcke, mit denen wir zahlreiche Jungbäume ausgestattet haben, damit sie immer genügend bewässert werden. Mit dieser Initiative reagieren wir auf die langen trockenen und heißen Sommer der vergangenen Jahre, unter denen auch viele Bäume und Pflanzen in Langenselbold gelitten haben“, erklärt der städtische Biologe Matthias Wissel auf LZ-Nachfrage.

Insbesondere junge Bäume mit einem Durchmesser von fünf bis 15 Zentimetern benötigen eine intensivere Bewässerung als ältere Bäume.

Wassersäcke können 60 Liter Wasser aufnehmen

„Lange Phasen mit trockenem und heißen Wetter werden durch den Klimawandel auch in Zukunft häufiger auftreten. Für unsere Bäume bedeutet dies Stress. Deshalb haben wir nun an den Jungbäumen Bewässerungssäcke angebracht“, führt Wissel weiter aus. Das Wasserreservoir dieser Säcke gibt 60 Liter über die so genannte Tröpfchenbewässerung in einer Zeitspanne von etwa sechs bis acht Stunden an den Wurzelkörper ab, erklärt der städtische Biologe das Procedere. Für größere Bäume können auch zwei Säcke verbunden werden.

Die städtischen Gärtner füllen regelmäßig Wasser nach, damit gewährleistet ist, dass die Bäume nicht dürsten müssen. In anderen Kommunen werden die Bewässerungssäcke schon länger genutzt. Beispielsweise in Mörfelden-Walldorf.

Bäume werden langsam und gleichmäßig gewässert

Dort heißt es auf der städtischen Internetseite zu dem Thema: „An Baumstämmen festgebundene und mit Wasser gefüllte Säcke, die kontinuierlich, aber langsam und gleichmäßig den Baum wässern, haben sich bereits seit längerem im Stadtgebiet als sehr nützlich erwiesen. Da die Methode sehr effektiv ist, werden weitere Säcke von der Stadt angeschafft. Diese Bewässerungssäcke müssen an die Bäume angebracht und regelmäßig befüllt werden. Dabei hofft die Stadt auf die Unterstützung der BürgerInnen.“

Darauf hofft nun auch die Stadt Langenselbold, denn sie sucht aktuell Baumpaten, „die in trockenen und heißen Monaten Bäume, die vor ihrem Haus stehen, mit Wasser, idealerweise mit Regenwasser, versorgen und so die städtischen Gärtner, die nach einem Bewässerungsplan arbeiten, unterstützen“, heißt es in der von Matthias Wissel kürzlich herausgegebenen Pressemitteilung.

Bäume sollen abends oder morgens gewässert werden

Die Selbolder Bürger könnten den Bäumen helfen, indem sie diese früh morgens und/oder am späten Abend durchdringend wässern. Wissel erklärt auch, warum sich diese Zeitpunkte am besten eignen: „Da ist die Verdunstungsrate jeweils am geringsten.“ Die Bürger sollen langsam gießen und warten, „bis der erste Schwall versickert ist“.

„Der Wasserbedarf ist bei Baumart und Alter unterschiedlich. Als Faustregel gilt im Durchschnitt zweimal 60 bis zweimal 100 Liter wöchentlich. Diese Menge kann auch über die ganzen Wochentage verteilt werden“, informiert der städtische Biologe über die benötigte Wassermenge.

Baumpaten kümmern sich um Wasservorrat der Bäume

Die Baumpaten werden auch gebeten, bei den Bewässerungssäcken nachzuschauen, ob noch genügend Wasser vorhanden ist. „Sie können dann den Sack befüllen, den Jungbäumen aber auch dadurch helfen, dass sie die Gießkanne nah am Stamm ablaufen lassen“, so Wissel, der nun hofft, dass sich viele Selbolder, um Baumpaten zu werden.

Wer daran also Interesse hat, kann sich direkt mit dem städtischen Biologen unter z 06184 80257 in Verbindung setzen. Er gibt auch gerne nähere Auskunft zu den Bewässerungssäcken, die durchaus auch im privaten Haushalt helfen, seinen Pflanzen regelmäßig genügend Wasser zukommen zu lassen.

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