Gemeinsames Projekt in Corona-Zeiten

Separate Infekt-Sprechstunde der Selbolder Hausärzte

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Die separate Infekt-Sprechstunde ist ein gemeinsames Projekt aller Langenselbolder Hausärzte. Unser Foto zeigt die Mediziner vor dem Ärztehaus im Steinweg 13, in dessen Erdgeschoss die Sprechstunde stattfindet. Auf dem Bild fehlt Dr. Davud Faghih-Zadeh.

Noch bis vor wenigen Tagen dienten die Räumlichkeiten im Erdgeschoss des Ärztehauses im Steinweg 13 als Lagerräume für die Langenselbolder Stadtverwaltung. Nun aber befindet sich dort seit Ende März die Infekt-Sprechstunde der Selbolder Hausärzte.

Sie ist ein gemeinsames Projekt, das nicht nur von der Stadt Langenselbold, sondern ebenso vom Main-Kinzig-Kreis unterstützt wird. Insbesondere geht der Dank der Hausärzte an die Stadt Langenselbold, die innerhalb von einer Woche die Räume im Steinweg zur Verfügung stellen konnte, nachdem sie leer geräumt, grundgereinigt und für die ärztliche Nutzung hergerichtet worden waren. 

Die Koordination der Sprechstunde liegt in den Händen von Katrin Fitzler, Fachärztin für Allgemeinmedizin sowie Notfall- und Palliativmedizin. Sie betont im Gespräch mit unserer Zeitung die Bedeutung des gemeinsamen Projekts für die gute Zusammenarbeit zwischen den Selbolder Hausärzten. „Es ist überaus erfreulich, dass diese gemeinsame Aktion gestartet wurde. Es beteiligen sich alle vier Langenselbolder Hausarztpraxen an dem Projekt. Dieses Gemeinschaftsgefühl ist auch für die weitere Zukunft der hausärztlichen Versorgung in Langenselbold von essenzieller Bedeutung“, streicht Katrin Fitzler mit Nachdruck heraus. 

Die Terminierung der Patienten wird durch die jeweilige Praxis gesteuert

Die Trennung der Patientenströme durch eine gesonderte Infekt-Sprechstunde, so die in der Gründaustadt praktizierenden Allgemeinmediziner, diene dem Schutz der chronisch kranken und älteren Patienten, die dann ungefährdet ihre Stammpraxen aufsuchen können. Die Selbolder Hausärzte haben dafür einen gemeinsamen Belegungsplan festgelegt. Entsprechend werden immer zwei Praxen mit je einer Ärztin oder einem Arzt sowie mit einer für beide Praxen im Einsatz befindlichen Medizinischen Fachangestellten gleichzeitig im Steinweg sein, um dort die Infekt-Sprechstunde abzuhalten. 

Die Terminierung der Patienten wird durch die jeweilige Praxis gesteuert. „Das bedeutet, dass es dort keine Möglichkeit für ein unangemeldetes Vorbeikommen geben wird, sondern die Patienten sich vorher telefonisch in ihrer Hausarztpraxis anmelden müssen“, erläutern die Selbolder Hausärzte das Procedere, wenn man die Infekt-Sprechstunde nutzen möchte. In dieser werden laut der Ärzte auch Abstriche nach den Vorgaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) vorgenommen. „Das bedeutet, dass derzeit nur eine bestimmte Klientel, die zu den Risikogruppen gehört oder im weitesten Sinne im medizinischen Bereich tätig ist, einen Abstrich bekommen kann. Weitaus mehr Hoffnung setzen wir auf die jetzt startenden Antikörpertests. Hier erhoffen wir uns Aussagen zum Status eines Patienten, ob bereits eine Infektion mit SARS-CoV-2 stattgefunden hat und möglicherweise schon eine Immunität besteht“, so die Selbolder Mediziner. 

Anitkörpertest zu Covid-19 könnte helfen

Das habe vor allen Dingen für das medizinische Personal eine große Bedeutung. So könnte möglicherweise ein positiver Antikörpertest als Zeichen einer vorhandenen Immunität eine Grundlage zur Wiederzulassung zu gesellschaftlichen Aktivitäten oder Wiederaufnahme der Arbeit bilden. „Es wird so ablaufen, dass die jeweilige Praxis bei ihren Patienten einen Abstrich oder eine Blutabnahme vornehmen wird. Diese Untersuchungsmaterialien werden dann in das entsprechende Labor der jeweiligen Praxis weitergeleitet. Die Bluttests werden vermutlich nach Ostern zur Verfügung stehen. 

Die Infekt-Sprechstunde findet im Erdgeschoss des Ärztehauses in Räumlichkeiten statt, die von der Stadt Langenselbold zuletzt als Lagerräume genutzt wurden.

Die Information und Weiterbetreuung der getesteten Patienten erfolgen dann über die jeweilige Hausarztpraxis“, erläutern die Vertreter der vier Selbolder Praxen die Vorgehensweise bei den Testungen. Wie die weitere Entwicklung der Corona-Krise, so ist auch die Dauer dieses gemeinsamen Angebots der Haus‧ärzte in Langenselbold un‧klar. „Wie lange wir diese Infekt-Sprechstunde anbieten, werden wir situativ entscheiden müssen. Die Stadt Langenselbold, die uns unbürokratisch und sehr mustergültig innerhalb von einer Woche die Räume entrümpelt, hergerichtet und zur Verfügung gestellt hat, hat uns hier auch bisher keine Auflage gemacht“, erklärt Katrin Fitzler stellvertretend für ihre Kollegen. 

Timo Greuel und Susanne Simmler (beide SPD) loben den Einsatz

Damit ist auch nicht zu rechnen, denn Erster Stadtrat Timo Greuel ist genauso wie die Erste Kreisbeigeordnete Susanne Simmler (beide SPD) voll des Lobes über das Engagement der Selbolder Hausärzte. „Das ist ein hervorragendes Projekt unserer Allgemeinmediziner, für diese gemeinsame Anlaufstelle für Infektpatienten zu sorgen“, dankt Greuel den Medizinern für ihren Einsatz. Die Sprechstunde ist nicht nur für jene gedacht, die glauben, am Coronavirus erkrankt zu sein. Sie richtet sich generell an Patienten mit Infekten aller Art. Dazu zählen auch grippale Infekte und Influenza (Grippe).

Quelle: Hanauer Anzeiger

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