Heraeus bringt UV-C-Technik ins Spiel

Diskussion um Luftfilteranlagen für Langenselbolder Kitas stößt bei Hanauer Konzern auf Interesse

In Hanau sind die UV-C-Geräte von Heraeus Noblelight, die Viren und Bakterien abtöten, bereits seit Ende 2020 in Linienbussen und Schulen im Einsatz. Oberbürgermeister Claus Kaminsky (Zweiter von rechts) ließ sich die Funktion der Geräte zuvor bei einer Pressekonferenz von Heraeus-Fachleuten erklären.
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In Hanau sind die UV-C-Geräte von Heraeus Noblelight, die Viren und Bakterien abtöten, bereits seit Ende 2020 in Linienbussen und Schulen im Einsatz. Oberbürgermeister Claus Kaminsky (Zweiter von rechts) ließ sich die Funktion der Geräte zuvor bei einer Pressekonferenz von Heraeus-Fachleuten erklären.

Die politische Diskussion um die Anschaffung von Luftfilteranlagen für die Selbolder Kitas wird auch in Hanau mit Interesse verfolgt. Insbesondere bei der Heraeus Noblelight GmbH, die eine eigenständige operative Führungsgesellschaft innerhalb des Hanauer Konzerns darstellt. In diesem Bereich des Unternehmens werden UV-Technologie und Infrarotwärme für industrielle und analytische Prozesse entwickelt.

Langenselbold/Hanau – Noblelight nutzt auch bereits seit Jahrzehnten das UV-C-Licht zur Desinfektion. Unter anderem in zahlreichen Krankenhäusern, insbesondere in Asien, oder auch für die Trinkwasseraufbereitung beispielsweise in Berlin und New York. „Mit dem UV-C-Licht kann aber auch das genetische Material von Viren und Bakterien zerstört werden. So reduziert der UV-Luftreiniger Heraeus Soluva Viren im Klassenraum um über 99 Prozent. Das hat uns das Fraunhofer Institut für Bauphysik bestätigt, welches das Gerät unter realen Bedingungen getestet hat“, berichten Tore Prang und Christian Rüth von der Heraeus Holding GmbH beziehungsweise der Heraeus Noblelight GmbH.

Die Heraeus-Geräte – sie gibt es in stationärer und mobiler Ausführung – werden bereits seit Ende des vergangenen Jahres in Hanauer Linienbussen und Schulen eingesetzt, um alle Arten von Viren und Keimen, aber insbesondere Coronaviren abzutöten. Die Diskussion in Langenselbold, bei der es bisher um herkömmliche Luftfilter geht, hat die Verantwortlichen bei Heraeus Noblelight nun auf die Idee gebracht, auch in der Gründaustadt für ihre UV-C-Technik für Kitas und Schulen zu werben.

Hochenergetisches UV-C-Licht zerstört die Viren

Während sich das Umweltbundesamt bisher sehr skeptisch gegenüber Luftfilteranlagen gezeigt habe, die es für keine Alternativen zum regelmäßigen Lüften in Kita- oder Schulräumen hält, sehe es laut Prang und Rüth bei der UV-C-Technik ganz anders aus. „Dies hat uns nicht nur das Fraunhofer Institut, sondern auch die Universität in Tübingen bestätigt“, führt Prang im Gespräch mit unserer Zeitung aus. So zerstöre das hochenergetische UV-C-Licht das Virus sofort. Zudem sei die Technologie frei von Chemikalien, ohne Ozon- und Beiprodukte und es gebe auch „keinen ungewollten Austritt von UV-C-Licht“. Zudem werde ohne Filter gearbeitet, die auch nicht ausgetauscht werden müssten wie bei den herkömmlichen Luftfiltern.

Laut Rüth und Prang sei der UV-C-Luftreiniger auch in Sachen Gesamt-Netto-Anschaffungs- und Betriebskosten gerechnet auf zehn Jahre günstiger als die üblichen Luftfiltergeräte. Heraeus veranschlagt die Kosten pro Gerät auf rund 3500 Euro.

Hanau nutzt die Heraeus-Geräte bereits in Bussen und Schulen

Bereits bei der Pressekonferenz mit Hanaus Oberbürgermeister Claus Kaminsky im vergangenen August hatte Martin Ackermann auf die Strahlungs- und Entkeimungsleistung der Heraeus-Geräte hingewiesen (siehe HA vom 29. August), die in der Studie der Tübinger Uni bestätigt worden sei. Der Leiter der Global Business Unit Heraeus Noblelight führte damals aus: „Bezüglich Strahlungs- und Entkeimungsleistung sind wir spitze. 99,99 Prozent der Viren, und damit auch Coronaviren, sowie Keime werden mit den Heraeus Soluva-Produkten abgetötet.“

In der Diskussion um die Anschaffung von Luftfilteranlagen für die Langenselbolder Kitas hatten zwar die Freien Wähler auf die UV-C-Geräte von Heraeus Noblelight hingewiesen, in der Debatte im Planungs-, Bau- und Sicherheitsausschuss in der vergangenen Woche spielten sie jedoch keine Rolle. Der zuständige Bauamtsleiter Thomas Wagner empfahl im Ausschuss den Einsatz von mobilen Luftfilteranlagen, die jeweils knapp über 3000 Euro brutto kosten würden. Vom Bauamt war ein Bedarf von elf Anlagen für die städtischen Kitas und acht für jene in freier Trägerschaft ermittelt worden.

Wagner berichtete jedoch ebenfalls, dass als langfristige und nachhaltige Verbesserungsmaßnahme sogenannte raumlufttechnische RLT-Anlagen geeigneter seien. Für die Nachrüstung der Kitas mit RLT-Filtern würden allerdings zusätzlich 40 000 Euro fällig.

Stadtparlament entscheidet am 22. Februar

Das Langenselbolder Stadtparlament wird sich nun am kommenden Montag, 22. Februar, ab 19.30 Uhr in der Klosterberghalle wieder mit dem Thema „Luftfilteranlagen für die Selbolder Kitas“ beschäftigen. Es steht als siebter Punkt auf der Tagesordnung, noch vor Diskussion und Abstimmung über den städtischen Haushalt für 2021.

Dann wird sich auch zeigen, ob die UV-C-Technik von Heraeus Noblelight noch Eingang in die Diskussion in der Gründaustadt finden wird. „Wenn vonseiten der Stadt Langenselbold Interesse an unserer UV-C-Technik bestünde, wären wir gerne bereit, die Geräte vor Ort vorzustellen“, so Rüth und Prang bei dem Pressetermin in der Hanauer Heraeus-Zentrale.

Von Lars-Erik Gerth

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