Stadt Langenselbold verkauft Grundstücke an Immobilienentwickler

Am „Nesselbusch“ soll sich auf Areal neben Thermo Fisher bald was tun

Das links im Vordergrund befindliche Areal, angrenzend an die Grundstücke von Thermo Fisher (rechts) und Möbel Höffner (oben), hat nun der Neu-Isenburger Projektentwickler HubOne Real Estate komplett erworben.
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Das links im Vordergrund befindliche Areal, angrenzend an die Grundstücke von Thermo Fisher (rechts) und Möbel Höffner (oben), hat nun der Neu-Isenburger Projektentwickler HubOne Real Estate komplett erworben.

Im Gewerbegebiet „Nesselbusch/Am Diebacher Weg IV“ liegt – angrenzend an die Grundstücke von Thermo Fisher und Möbel Höffner – seit vielen Jahren ein rund 35 000 Quadratmeter großes Areal brach. Nun scheint Bewegung in diesen Stillstand an der Robert-Bosch-Straße zu kommen.

Langenselbold – Bereits im vergangenen Frühjahr hat die Neu-Isenburger Projektentwicklungsgesellschaft HubOne Real Estate von dieser Fläche jene etwa 15 000 Quadratmeter erworben, die sich zuletzt im Besitz einer Gelnhäuser Vermögensverwaltungs-GmbH befunden hatten. Vor knapp 15 Jahren hatte die Stadt dieses Grundstück verkauft, doch gebaut wurde darauf bis heute nicht.

Nun möchte der Immobilienentwickler auch die daneben befindlichen drei städtischen Flurstücke in der Gesamtgröße von 20 000 Quadratmetern erwerben, um auf dem gesamten Areal einen Gewerbepark zu errichten. Das Ansinnen der Neu-Isenburger Firma traf im Selbolder Rathaus auf ein positives Echo, wie Bürgermeister Timo Greuel (SPD) in der vergangenen Stadtverordnetenversammlung darlegte. Er erhofft sich davon, dass weitere Arbeitsplätze entstehen und „potenziell auch Gewerbesteuer in die städtischen Kassen fließt“.

CDU, Freie Wähler und FDP wollten noch Fragen im Ausschuss klären

Das Bauamt hat dementsprechend eine Beschlussvorlage für den Verkauf des Areals an HubOne Real Estate erarbeitet, die nach längerer Diskussion im Parlament mit der Mehrheit von SPD und Grünen sowie vereinzelten Stimmen aus der Opposition angenommen wurde. Die große Mehrzahl der Stadtverordneten von CDU und Freien Wählern sowie die beiden FDP-Vertreter stimmten gegen den Verkauf der städtischen Grundstücke, für die HubOne immerhin drei Millionen Euro an die Stadt zahlt.

Insbesondere Jürgen Heim von den Freien Wählern empfand den Quadratmeterpreis von 150 Euro jedoch als zu niedrig und bezeichnete ihn gar als „Schnäppchen“. Auch deswegen, vor allem aber, weil die Stadt nach dem Verkauf an eine Immobiliengesellschaft keinen Einfluss mehr darauf habe, welche Unternehmen sich auf dem Areal ansiedelten, sprach sich Heim dafür aus, den Antrag zunächst in den Haupt- und Finanzausschuss zu verweisen.

Quadratmeterpreis wird unterschiedlich eingeschätzt

Dort sollten die seiner Meinung nach offenen Fragen zunächst eingehend diskutiert werden. CDU und FDP teilten den Vorschlag der Freien Wähler, scheiterten jedoch an der rot-grünen Mehrheit, die zunächst die Verweisung in den Ausschuss ablehnte und dann für die Annahme der Beschlussvorlage votierte.

Zuvor hatte sich der SPD-Stadtverordnete Thomas Egel verwundert über Jürgen Heims Einschätzung des Quadratmeterpreises gezeigt und seinerseits von einem „extrem guten Verkaufspreis“ gesprochen, der „fast schon an Wucher“ grenze. Zudem sei es längst nichts Ungewöhnliches mehr, wenn Immobilienentwickler Grundstücke in kommunalen Gewerbegebieten kaufen und dann vermieten.

Thermo sucht dringend Lagerflächen

Was die zukünftige Ansiedlung von Unternehmen auf dem Gelände anbetrifft, verwies Greuel darauf, dass es bereits Gespräche zwischen Thermo Fisher und HubOne gebe. ThermoFisher benötige nämlich dringend Lagerflächen. Dies, so der Bürgermeister, habe das Unternehmen der Stadt auch schon mitgeteilt. Laut Greuel müssten „diese Bedarfe auch befriedigt werden, um das Unternehmen am Standort zukunftssicher zu machen“. Und „diese Bedarfe könnten seitens HubOne durch Vermietung der entsprechenden Flächen befriedigt werden“, führte das Stadtoberhaupt weiter aus, das es für sehr wahrscheinlich hält, dass „hier eine Einigung erzielt werden kann“.

Mit dem Verkauf der drei Grundstücke an den Immobilienentwickler verpflichtet sich die Stadt auch zu deren vollständigen Erschließung. Die daraus entstehenden Kosten belaufen sich laut Berechnungen des städtischen Bauamts auf rund 560 000 Euro.

Von Lars-Erik Gerth

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