Langenselbold

Junge Union pflanzt rund 900 Bäume am Buchberg

Legen selbst Hand an: Mit Handschuhen und Spaten pflanzen Patrick Heck (von links), Konrad Schäfer und Vanessa Hinterschuster von der Jungen Union Langenselbold die Baumhaseln auf dem Buchberg. Foto: Carolin-Christin Czichowski

Langenselbold. Es war eine große Aufgabe: 900 Bäume wollten die Mitglieder der Jungen Union (JU) Langenselbold am Samstag am Buchberg pflanzen. Mit der Aktion wollen die JU-Mitglieder den Wald fit für die Zukunft machen. Weitere Pflanzaktionen sollen folgen.

Von Carolin-Christin Czichowski

Belohnt wurden sie für ihr Engagement mit den denkbar besten Voraussetzungen: „Es ist trocken, die Sonne scheint, und der Boden ist feucht und locker und vor allem ohne Frost“, sagt JU-Vorstandsmitglied Patrick Heck am Samstagvormittag. Mit 13 weiteren Mitgliedern der jungen Christdemokraten schnappte er sich schon früh am Morgen Spaten und Handschuhe. „Um acht Uhr haben wir angefangen“, so Heck. Das Soll – insgesamt rund 900 Bäume zu pflanzen – hatte die Truppe um 15 Uhr erfüllt.

Bei der Baumschule gelernt

Ein Auge auf die Pflanzaktion hatte Revierförster Hans-Holger Rittershauß. Er hat gemeinsam mit Vertretern einer Baumschule die Jungpolitiker eingewiesen, ihnen unter anderem erklärt, wie tief die Setzlinge in die Erde gepflanzt werden müssen und wie groß der Abstand zwischen den einzelnen Bäumen sein soll. Mit dem Ergebnis ist Rittershauß zufrieden: „Die machen sehr gute Arbeit“, sagt er.

Für ihr Vorhaben hat sich die Junge Union die Baumhasel ausgesucht. „Wir haben uns beraten lassen“, sagt JU-Mann Heck. „Die Baumhasel stammt aus Anatolien und hält sowohl längere Trockenperioden im Sommer, als auch Bodenfrost im Winter aus.“

Trotz der guten Voraussetzungen, bleibt die Pflanzaktion ein Experiment. „Es gibt in Hessen bereits ein paar Baumhaselbestände“, sagt Revierförster Rittershauß. „Doch die sind erst 20 oder 30 Jahre alt.“ Darüber, ob diese Baumart auch langfristig dem Klima in der Region standhält, könne man bislang also noch nichts sagen. „Aber wenn alles gut geht, rüsten wir mit dieser Aktion den Wald für die nächsten 100 Jahre“, so der Experte.

Ein Baum kostet vier Euro

4000 Euro haben die jungen Christdemokraten für ihr Vorhaben, den mit 170 Hektar größten zusammenhängenden Wald in der Gründaustadt für die Zukunft zu wappnen, gesammelt. „Vier Euro pro Baum“, sagt Vorstandsmitglied Heck. Fünf Monate haben er und seine Mitstreiter dafür gebraucht, standen mit der Spendenbox vor Einkaufszentren und auf Märkten.

Dieses Engagement lobt am Samstagvormittag auch Langenselbolds Bürgermeister Jörg Muth (CDU). „Als andere im Sommer im Schwimmbad waren, als andere zu Hause waren, standet ihr auf dem Markt und habt für euer Vorhaben Spenden gesammelt“, sagt er. „Ich bin stolz auf euch“, so Muth, der vor allem die Entschlossenheit und das Durchhaltevermögen der JUler lobte.

Weitere Ortsverbände wollen sich Aktion anschließen

Viel Lob gab es auch von Yannick Schwander, dem stellvertretenden Landesvorsitzenden der hessischen Jungen Union: „Wenn sich alle 26 Ortsverbände in Hessen daran ein Beispiel nehmen und überall 1000 Bäume ge-planzt würden, wären das 26 000 Bäume“, sagte er. Einige Verbände, wie etwa der in Rüsselsheim, haben schon angekündigt, das Projekt nachzumachen. „Wir geben gerne das Know-how weiter“, sagt Florian Gibbe, Vorsitzender der Langenselbolder JU.

Die rund 2000 Quadratmeter große Fläche, auf der die Nachwuchspolitiker am Samstag die Bäume pflanzten, wurde ihnen von der Stadt zur Verfügung gestellt. „Hier standen vorher überwiegend Buchen, Eichen und Kiefern“, so Revierförster Rittershauß. Doch die Bäume waren dem Klimawandel zum Opfer gefallen. Mit der Pflanzung der Baumhaseln würde man sich nicht nur für die Zukunft wappnen, sondern auch dem Ziel näherkommen, in Langenselbold einen Mischwald zu erhalten.

100 weitere Bäume im gesamten Stadtgebiet

Rund 900 Bäume haben die JUler am Wochenende gepflanzt, die übrigen 100 folgen in den nächsten Wochen auf dem gesamten Stadtgebiet. „Wir denken, dass wir die Aktion an Weihnachten abgeschlossen haben“, sagt Patrick Heck. Bis die Baumhaseln am Buchberg groß genug sind, um nicht Opfer von Wildfraß zu werden, umringt ein Zaun das Gelände. „Der wird etwa drei bis vier Jahre dort stehen“, so Heck. Um Waldbesucher über das Projekt der Jungen Union aufzuklären, haben die Langenselbolder zudem ein Hinweisschild aufgestellt.

Quelle: Hanauer Anzeiger

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