Kernsanierung nötig

Dragonerbau Südost: Gebäude ist in desolatem Zustand

Auch die Räumlichkeiten des Behindertentreffs sind in die Jahre gekommen, die anderen Bereiche in dem Gebäude befinden sich jedoch in einem deutlich schlechteren Zustand.
+
Auch die Räumlichkeiten des Behindertentreffs sind in die Jahre gekommen, die anderen Bereiche in dem Gebäude befinden sich jedoch in einem deutlich schlechteren Zustand.

Der Dragonerbau Südost am Schlosspark, in dem auch die Räumlichkeiten des Behindertentreffs untergebracht sind, befindet sich in einem „gesamtheitlich desolaten Zustand“. Dies ist das Ergebnis einer Begehung des Bauamts, die am 2. Dezember stattfand. Darüber informierte Bürgermeister Timo Greuel (SPD) in der vergangenen Stadtverordnetenversammlung.

Langenselbold – Anlass für die Begehung war ein Antrag der CDU-Fraktion, der einen Prüfauftrag an den Magistrat „zur Sanierung und energetischen Sanierung der Räumlichkeiten des Behindertentreffs“ beinhaltet. Außerdem möchten die Christdemokraten prüfen lassen, ob ein Ausbau des Gebäudes weitere Nutzungsmöglichkeiten für Selbolder Vereine bieten könnte.

300 Jahre altes Gebäude muss kernsaniert werden

Das Ergebnis der Begehung des knapp 300 Jahre alten Gebäudes fällt ausgesprochen ernüchternd aus. So kommt das Bauamt zu dem Schluss, dass eine Kernsanierung zwingend erforderlich sei, um eine Nutzung oder gegebenenfalls eine Vermietung der Räumlichkeiten wieder wirtschaftlich betreiben zu können.

Der Großteil des Gebäudes wird seit vielen Jahren nicht genutzt, entsprechend wurden keine Instandhaltungs- und Reparaturarbeiten vorgenommen. Im Erdgeschoss ist auf der linken Seite der Behindertentreff untergebracht und der Bereich auf der rechten Seite dient dem Obst- und Gartenbauverein als Lager. Außerdem nutzt eine Musikband zurzeit den Gewölbekeller als Probenraum. Das Dachgeschoss ist größtenteils unausgebaut. Und auch bei den benutzten Räumlichkeiten des Behindertentreffs besteht nach dem Bericht des Bauamts Modernisierungsbedarf. Die Innenausstattung des Gebäudes, das war dem Vortrag des Bürgermeisters leicht zu entnehmen, befindet sich in einem katastrophalen Zustand.

Rund 300 Jahre alt ist der Dragonerbau Südost am Schlosspark, in dem sich seit vielen Jahren die Räumlichkeiten des Behindertentreffs befinden.

Schäden durch Feuchtigkeit

Außerdem ist durch das Dach Feuchtigkeit eingetreten, wodurch Teile des Dachstuhls und der Holzbalkendecke in Mitleidenschaft gezogen wurden. Und auch um die Fassade steht es nicht zum Besten. Im Natursteinmauerwerk befinden sich zahlreiche Risse. Die Fugen der gesamten Fassade müssten saniert werden.

Die Verwaltung empfiehlt, so Greuel, „im Hinblick auf eine spätere Nutzung der Räumlichkeiten vor der Erstellung eines Sanierungskonzepts eine vorangehende Analyse möglicher Nutzungsmöglichkeiten (zum Beispiel durch Vereine, aber auch Verwaltung oder als Wohnnutzung)“ zu erstellen. Denn nur mit „definierter Nutzung ließen sich Randbedingungen für die Planung einer solch umfangreichen Sanierung bestimmen und zielsicher Kosten ermitteln“, ist das zuständige Bauamt überzeugt.

Vorschläge für weitere Vorgehensweise

Dieses schlägt folgende Vorgehensweise vor, die dann von der SPD auch in einem Änderungsantrag zur CDU-Beschlussvorlage aufgegriffen wurde:

1. Erstellung eines Nutzungskonzepts mit Prüfung der Fördermöglichkeiten.

2. Eingehende bauphysikalische und statische Untersuchungen des historischen Gebäudes durch spezialisierte Bausachverständige in Bezug auf die bestehende Substanz des Gebäudes.

3. Auf den Punkten 1 und 2 basierend, die Beauftragung eines auf historische Gebäude spezialisierten Planungsbüros zur Erstellung eines fundierten Sanierungsfahrplans.

Die Kosten für die bauphysikalischen und statischen Untersuchen sollen laut SPD-Änderungsantrag vom Bauamt ermittelt und dann im Haushalt 2021 veranschlagt werden. Sowohl mit der ursprünglichen Beschlussvorlage der CDU als auch mit dem Änderungsantrag der SPD zum Dragonerbau Südost müssen sich nun aber erst einmal die Mitglieder des Planungs-, Bau- und Sicherheitsausschusses beschäftigen. Dorthin wurden sie nämlich zunächst verwiesen.

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare