Kommunalwahl: Mitglieder entscheiden am Mittwoch

CDU-Kandidatenliste ohne Heck und Gerk

Heiko Kasseckert
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Will seinen CDU-Ortsverband wieder zur Geschlossenheit verhelfen: Heiko Kasseckert, langjähriger Bürgermeister der Gründaustadt und heute CDU-Landtagsabgeordneter.

Für die Christdemokraten in der Gründaustadt geht ein politisch turbulentes Jahr zu Ende, das eine einscheidende Zäsur in ihrer Geschichte darstellt. Mit Heiko Kasseckert und Jörg Muth bestimmten 24 Jahre lang Bürgermeister aus ihren Reihen die Geschicke der einst SPD-dominierten Stadt. Anfang Februar ging das Rathaus für die CDU jedoch verloren, als ihr Kandidat Tobias Dillmann in der Stichwahl dem Sozialdemokraten Timo Greuel klar unterlag.

Langenselbold – Dass die Christdemokraten mittlerweile ganz ohne hauptamtliches Magistratsmitglied dastehen, haben sie der offenen Konfrontation zwischen Mitgliederversammlung und Fraktion in Sachen Nominierung des CDU-Kandidaten für den Posten des Ersten Stadtrats zu verdanken. Diese führte unter anderem zum Rückzug des Parteivorsitzenden Tobias Dillmann und weiterer Vorstandsmitglieder.

CDU will wieder stärkste Kraft im Stadtparlament werden

Gegen den Willen der Mitgliederversammlung hatte die Fraktion bekanntlich zunächst auf Patrick Heck als Bewerber beharrt. Schließlich verzichtete dieser zwar, setzte aber dann seinen Ersatzkandidaten Gerhard Groß durch, den aber der damalige Koalitionspartner SPD ablehnte. Am Ende wurde der parteilose Bewerber Benjamin Schaaf im dritten Wahlgang mit den Stimmen von SPD, Freien Wählern, Grünen und FDP zum neuen Ersten Stadtrat gewählt.

Die CDU stand somit vor einem Scherbenhaufen. Und das wenige Monate vor der Kommunalwahl, bei der die Christdemokraten ihre Position als stärkste Kraft im Selbolder Stadtparlament verteidigen wollen. Im Vorfeld der Aufstellung der Liste für diese Wahl, die am Mittwoch, 16. Dezember, in einer Mitgliederversammlung in der Klosterberghalle erfolgen soll, ging es nun vor allem darum, die tiefen Gräben zu überwinden und zurück zur Geschlossenheit zu finden.

Er wollte Stadtrat werden: Jetzt wird Patrick Heck nicht mal mehr als Kandidat für die Kommunalwahl vorgeschlagen.

Listenvorschlag mit 41 Bewerbern

Einer, der dabei tatkräftig mitgewirkt hat, ist der frühere Bürgermeister und heutigen CDU-Landtagsabgeordnete Heiko Kasseckert. Auf Nachfrage unserer Zeitung bestätigte er am Freitag, dass der vorbereitende Siebenerausschuss (dem derzeit allerdings nach dem Ausscheiden von Jörg Muth und Tobias Dillmann mit Gerhard Mohn, Gerhard Groß, Gerhard Reitz, Florian Gibbe und eben Kasseckert nur fünf Personen angehören) einen Listenvorschlag mit 41 Bewerbern zusammengestellt hat.

„Wir haben die Mitglider auch schon über die Zusammenstellung der Liste informiert“, so Kasseckert. Angeführt werde der Listenvorschlag von Monika Duderstadt, die für die CDU bereits bis 2016 Mitglied im Stadtparlament gewesen ist. Nicht auf der Liste seien hingegen Patrick Heck und Steffi Gerk, die zu Hecks engsten Vertrauten zählt und bei dessen gescheiterter Personalrochade neue Vorsitzende des Haupt- und Finanzausschusses werden sollte.

Monika Duderstadt soll Spitzenkandidatin werden

„Bei unserer Mitgliederversammlung Anfang Oktober war bereits von vielen Teilnehmern zu hören, dass wir den nötigen Weg zurück zur Geschlossenheit nur mit einem personellen Neuanfang erreichen können. Und dies bestätigte sich in den Zusammenkünften des Siebenerausschusses. Dabei entstand dieser Listenvorschlag mit 41 Personen, der von Monika Duderstadt als Spitzenkandidatin angeführt wird“, so Kasseckert, der nun lieber nach vorne blicken und „keine schmutzige Wäsche“ waschen möchte.

„Wir haben als Christdemokraten in Langenselbold in den vergangenen Jahrzehnten viel Positives für die Stadt erreicht. Das muss nun wieder absolut im Vordergrund stehen und nicht etwa personelle Querelen“, gibt der Altbürgermeister die klare Losung zunächst für die Aufstellung der Liste am kommenden Mittwoch und dann für den anstehenden Wahlkampf aus.

Mitgliederversammlung entscheidet am Mittwoch, 16. Dezember

Der Listenvorschlag umfasse laut Kasseckert einen guten Mix aus Jung und Alt, Männern und Frauen, neuen Kandidaten und Bewerbern, die bereits im Parlament sitzen oder saßen. Überraschenderweise wieder mit dabei ist übrigens Tobias Dillmann, der nach seinem Rücktritt als Parteivorsitzender zunächst eine kommunalpolitische Pause angekündigt hatte. Und auch der amtierende Fraktionschef Gerhard Mohn stehe laut Kasseckert auf der Liste. Zu den Kandidaten aus den Reihen der Jungen Union zählt auch deren Vorsitzender Florian Gibbe.

Die Mitgliederversammlung am Mittwoch, die um 19 Uhr beginnt, wird nun zeigen, ob der Listenvorschlag des Siebenerausschusses am Ende Bestand haben wird oder es nicht doch Veränderungen bei den einzelnen Listenplätzen durch Gegenkandidaten geben könnte. Denn Patrick Heck und Steffi Gerk sind nicht gerade dafür bekannt, kampflos das Feld zu räumen.

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