Viele Stimmen für Selbolds Altbürgermeister

Muth und Kasseckert auf CDU-Liste weit nach vorne gewählt

Der Unterstützung durch die Altbürgermeister Heiko Kasseckert (links) und Jörg Muth (rechts) können sich Tobias Dillmann und die CDU-Fraktion auch sicher sein, falls die beiden früheren Stadtoberhäupter ihre Mandate nicht annehmen sollten.
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Der Unterstützung durch die Altbürgermeister Heiko Kasseckert (links) und Jörg Muth (rechts) können sich Tobias Dillmann und die CDU-Fraktion auch sicher sein, falls die beiden früheren Stadtoberhäupter ihre Mandate nicht annehmen sollten.

Zur Unterstützung des Neuanfangs der Selbolder CDU – nach den langjährigen internen Querelen um die nun ehemaligen Stadtverordneten Steffi Gerk und Patrick Heck – hatten sich die Altbürgermeister Jörg Muth und Heiko Kasseckert auf die Liste der Christdemokraten zur Kommunalwahl setzen lassen.

Langenselbold – „Bewusst auf den Plätzen 36 und 37, ganz am Ende der Liste – um zwar Präsenz zu zeigen, aber zugleich deutlich zu machen, dass wir die Sitze in der CDU-Fraktion im Stadtparlament anderen überlassen möchten. Das hat nun nicht ganz geklappt“, stellte Jörg Muth im HA-Gespräch fest und verhehlte dabei nicht, dass ihn die vielen Stimmen (genau waren es 2304) sehr gefreut haben. Damit erzielte er auf der CDU-Liste Platz drei, noch vor der Spitzenkandidatin Monika Duderstadt.

„Ich sehe das als Bestätigung für meine langjährige Arbeit im Dienste der Stadt Langenselbold an, die vielen Bürgern noch in guter Erinnerung zu sein scheint“, interpretierte der Altbürgermeister sein persönliches Ergebnis.

Ähnlich äußerte sich auch sein Amtsvorgänger Heiko Kasseckert, der mit 1993 Stimmen knapp hinter Monika Duderstadt (1999) auf Rang fünf der CDU-Liste landete und genauso wie Jörg Muth in das neue Selbolder Stadtparlament einziehen könnte. „Das hat mich schon überrascht, dass ich so weit nach vorne gewählt wurde. Schließlich ist meine Zeit als Selbolder Bürgermeister doch auch schon 13 Jahre her“, so der derzeitige CDU-Landtagsabgeordnete, der am 14. März auch wieder in den Kreistag des Main-Kinzig-Kreises gewählt wurde.

Neuer Fraktion Unterstützung zugesagt

Muth und Kasseckert möchten die neue Selbolder CDU-Führung und auch die Fraktion beim Neuanfang nach den internen Turbulenzen weiter unterstützen. „Heiko und ich werden in der konstituierenden Sitzung der neuen CDU-Fraktion teilnehmen“, erklärte Muth am vergangenen Freitag.

Ob sie dann auch in die neue Stadtverordnetenversammlung einziehen werden, ließ er offen. Klar machte er allerdings, dass sie ihre Entscheidung gemeinsam treffen werden. „Es gibt uns nur im Doppelpack“, erklärte der 61-Jährige schmunzelnd. Entweder gemeinsam im Stadtparlament oder als Unterstützer von außen, die der CDU-Fraktion mit ihrem Rat und ihrer Erfahrung zur Seite stehen.

Vermutlich werden sie die die Mandate nicht annehmen

Dass es eher auf Letzteres hinausläuft, verdeutlichten die Ausführungen von Kasseckert. „Bei der konstituierenden Fraktionssitzung sind wir dabei und werden die neue Fraktion auch danach weiter gerne unterstützen, um das Vertrauen der Selbolder Bürger in die CDU wieder zurückzugewinnen. Dafür müssen wir aber nicht im Stadtparlament sitzen“, erklärte Kasseckert, der klar dazu tendiert, das Mandat nicht anzunehmen.

Das schwache Ergebnis ihrer Partei in der nun einstigen CDU-Hochburg Langenselbold überrascht weder Muth noch Kasseckert. „Damit mussten wir rechnen. Die Bürger haben die internen Querelen in der CDU in den vergangenen Jahren nicht vergessen und uns dafür die Quittung gegeben“, stellt Jörg Muth ganz nüchtern fest. Aufgrund der Corona-Situation sei es nach der Mitgliederversammlung im Dezember auch zeitlich kaum möglich gewesen, die Bürger ausreichend über den personellen Neuanfang zu informieren.

Muth und Kasseckert sehen Neuanfang bei CDU

Die beiden Altbürgermeister sind allerdings überzeugt davon, dass bei der erwähnten Mitgliederversammlung die richtigen Weichen für einen positiven Neuanfang bei der Selbolder CDU gestellt wurden. Dies, so Muth und Kasseckert einmütig, habe auch die Liste für die Kommunalwahl unter Beweis gestellt, auf der „wir eine gute Mischung aus neuen Kandidatinnen und Kandidaten sowie erfahrenen Christdemokraten präsentieren konnten“. Entsprechend sind die beiden ehemaligen Stadtoberhäupter überzeugt davon, dass die CDU in den kommenden fünf Jahren mit einer kompetenten Fraktion im Stadtparlament vertreten sein wird. Auch wenn die beiden ehemaligen Rathauschefs ihr vermutlich nicht angehören werden.

Von Lars-Erik Gerth

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