Auslaufmöglichkeit für Vierbeiner

Langenselbold: An der A66 soll eine Hundewiese entstehen

Auf diesem Areal unweit der Riedmühle soll die Hundewiese entstehen, wenn das Stadtparlament vermutlich in seiner Dezembersitzung zustimmt.
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Auf diesem Areal unweit der Riedmühle soll die Hundewiese entstehen, wenn das Stadtparlament vermutlich in seiner Dezembersitzung zustimmt.

Wenn es keine Überraschungen gibt, dann dürfte das Stadtparlament in seiner Sitzung im Dezember den Weg frei machen für die Errichtung einer Hundewiese. Die FDP hatte dazu in der Vergangenheit bereits mehrere Anträge eingebracht.

Langenselbold - Und die Schaffung einer größeren Auslaufmöglichkeit für Vierbeiner stand sogar im Programm des damaligen CDU-Bürgermeisterkandidaten Tobias Dillmann. Die Mitglieder des Planungs-, Bau- und Sicherheitsausschusses (PBSA) hatten sich kürzlich mit dem Thema befasst, nachdem das Amt für Bauen, Liegenschaften und Controlling eine Erweiterung des im Februar vorgelegten Konzepts vorgenommen hatte.

In dem ursprünglichen Konzept wurden drei alternativen Standorte genannt, wobei die Verwaltung sowohl ein Areal an der Klosterberghalle als auch ein Grundstück im Bereich des neuen Friedhofs verwarf. Übrig blieb eine Fläche nördlich des Kinzigsees, im Bereich der Riedmühle und in unmittelbarer Nähe der A66.

Diskussion um Größe der Hundewiese

Das ursprüngliche Konzept sah dazu die Nutzung eines Abschnitts des „Pilgerfläche“ genannten Areals von rund 1200 Quadratmetern vor. Das war dem Antragssteller FDP, der sich Ende September auch mit einigen Hundebesitzern traf, zu wenig. Die Liberalen sprachen sich dafür aus, die gesamte „Pilgerfläche“ für die Hundewiese zu nutzen. Das wäre eine Auslaufzone für die Vierbeiner von immerhin 8017 Quadratmetern.

Das Bauamt stellte in seiner Konzepterweiterung aber nicht nur diese beiden Varianten vor, sondern eine weitere Möglichkeit, die eine Fläche von rund 2400 Quadratmetern vorsieht, bei der auch der vorhandene Baumbereich mit einbezogen ist, „um eine gewisse Schattenwirkung für die Besucher mit Hund zu gewährleisten“, wie es in den Ausführungen zu dieser Variante heißt.

Der Blick von oben zeigt, dass sich das Areal (rot gekennzeichnet) für die geplante Hundewiese in unmittelbarer Nähe zur A66 befindet. Auf dem Bereich, der an der befestigten Zufahrt zur Riedmühle angrenzt, sollen Parkplätze (senkrecht zur Hundewiese) entstehen.

In der Diskussion wurde dann deutlich, wie Bürgermeister Timo Greuel (SPD) der LZ auf Nachfrage berichtete, dass der Ausschuss diese Variante bevorzugt. Allerdings soll nun vom zuständigen Bauamt geprüft werden, ob dieses Areal nicht noch um eine Fläche von etwa 600 Quadratmetern erweitert werden kann und was dies an zusätzlichen Kosten erfordern würde.

Rund 20 000 Euro Kosten

Als Investitionskosten weist die zweite Variante laut Konzept des Bauamts 19 700 Euro brutto aus. Das sind 200 Euro brutto mehr als Variante 1 mit der halb so großen Fläche. Der Aufwand für den Bauhof, der für das Mähen der Wiese, Reparaturen, das Sauberhalten der Beschilderung und die regelmäßige Entsorgung der Kotbeutel zuständig wäre, beläuft sich in Variante 1 auf rund 2000 Euro brutto und bei Variante 2 auf 2700 Euro.

Bei der flächenmäßig deutlich größeren Variante 3 wäre der finanzielle Aufwand für den Bauhof mit 4700 Euro brutto deutlich höher, während die Investitionskosten sich mit 20 200 Euro brutto niederschlagen würden.

Hundewiese in Langenselbold: Parkplätze für zehn Autos geplant

Der Löwenanteil der Investitionskosten entfällt mit 14 000 Euro brutto auf die nötigen Aufwendungen für das Herrichten der Parkfläche (etwa zehn Pkw sollen dort Platz haben), für die rund 350 Quadratmeter vorgesehen sind. Laut Konzept liege „ein sinnvolles Parken im Bereich der befestigten Zufahrt zur Mühle“. Da sich der Parkplatz auf dem Außenbereich der „Pilgerfläche“ befinden würde, soll er laut Konzeptvorschlag nicht versiegelt werden.

Die Konzepterweiterung verschweigt die negativen Auswirkungen nicht, die im Parlament sicher auch nochmals diskutiert werden dürften. So heißt es dort wörtlich: „Der ursprüngliche Naturschutzgedanke (Inselbiotop für Insekten und Vögel) kommt schon bei mehr als einer Verdopplung der Fläche (von ursprünglich 1200 Quadratmetern, Anm. d. Red.) ins Hintertreffen. Auf der Fläche sollte ursprünglich eine Rahmenhecke gepflanzt werden. Und die Grundfläche sollte in eine Blühfläche umgewandelt werden.“

Konflikte mit Landwirtschaft befürchtet

Auch das Parken der Hundebesitzer wird in der Konzepterweiterung durchaus kritisch gesehen, wenn es heißt: „Selbst bei geordnetem Parken, bei erhöhtem Kundenauflauf können Konflikte mit der angrenzenden Landwirtschaft erwachsen, sodass zwangsläufig in den Feldwegen geparkt wird.“

Da der Standort vom Stadtgebiet doch einiges entfernt ist, Hundehalter beispielsweise aus Hinserdorf, Oberdorf oder den Neubaugebieten von der Entfernung her fast schon gezwungen sind, mit dem Auto zur Hundewiese zu kommen, könnte das Parken durchaus zu einem Problem werden. Entsprechend darf man auf die Debatte im Stadtparlament durchaus gespannt sein – selbst wenn die Frage des Standorts geklärt zu sein scheint, da bisher auch niemand eine Alternative zum Gelände an der A66 ins Spiel gebracht hat.

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