Kommentar zur Wahl in Selbold

Vier Gewinner und eine große Verliererin

Der bisherige CDU-Fraktionsvorsitzende Gerhard Mohn dürfte nach dem Wahlergebnis der Selbolder Christdemokraten vom 14. März sicherlich weniger gut gelaunt sein wie auf diesem Archivfoto.
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Der bisherige CDU-Fraktionsvorsitzende Gerhard Mohn dürfte nach dem Wahlergebnis der Selbolder Christdemokraten vom 14. März sicherlich weniger gut gelaunt sein wie auf diesem Archivfoto.

Das Rennen um Platz eins war bei der Wahl in der Gründaustadt bereits am Sonntagabend mit der Bekanntgabe des Trendergebnisses um kurz vor 20 Uhr gelaufen. Über elf Prozent lag die SPD zu diesem Zeitpunkt vor der CDU. Am Ende trennen die beiden stärksten Selbolder Parteien nun immer noch fast zehn Prozent. Für die ehemalige Bürgermeisterpartei CDU ist dies eine verheerende Niederlage.

Langenselbold - Vor allem, wenn man bedenkt, dass sie vor fünf Jahren auf über 41 Prozent der Stimmen gekommen war. Ganz zu schweigen von den Zeiten, als die Christdemokraten noch absolute Mehrheiten feiern konnten.

Die CDU hat vom Bürger die Quittung für die internen Querelen insbesondere des vergangenen Jahres erhalten. Sie kann sich jetzt durchaus die SPD zum Vorbild nehmen, die sich nach dem Verlust des Bürgermeisterpostens 1996 und dem 2001 folgenden Abrutschen auf Platz zwei in der Opposition erholt hat – und nun wieder oben angekommen ist.

Herausragendes Ergebnis für Selbolder SPD

Nach genau 20 Jahren ist die SPD wieder stärkste Partei in ihrer früheren Hochburg geworden. Damit ist sie eine der vier Gewinner dieser Wahl, wenngleich sie leicht verloren hat. Aber 37,9 Prozent sind für die hessen- und bundesweit stark gebeutelte SPD ein herausragendes Ergebnis. Tatsächlich an Prozentpunkten zugelegt haben die drei anderen Wahlgewinner: Grüne, Freie Wähler und FDP. Insbesondere die Zuwächse von Grünen und FW sind dabei bemerkenswert. Entsprechend wird es die SPD mit selbstbewussten Gesprächspartnern zu tun haben, wenn es um die Bildung einer Koalition geht.

Dabei ist es noch nicht ausgemacht, dass es überhaupt zu einer solchen kommen wird. Manche der bisherigen Selbolder Oppositionsparteien haben nämlich durchaus Gefallen an den wechselnden Mehrheiten der vergangenen Monate gefunden.

Von Lars-Erik Gerth

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