SPD auch auf Kreisebene in Selbold vorne

CDU und AfD in der Gründaustadt die großen Verlierer bei Kreistagswahl

Roland Sahler (rechts) vertritt Langenselbold weiterhin im Kreistag. Unser Archivbild entstand nach dem Sieg von Timo Greuel (Zweiter von rechts) bei der Selbolder Bürgermeisterwahl 2020.
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Roland Sahler (rechts) vertritt Langenselbold weiterhin im Kreistag. Unser Archivbild entstand nach dem Sieg von Timo Greuel (Zweiter von rechts) bei der Selbolder Bürgermeisterwahl 2020.

Die Selbolder haben bei ihrer Stimmabgabe für die Kreistagswahl ähnlich votiert wie bei der Wahl zum Stadtparlament. Die SPD ging auch bei dieser Abstimmung als klare Nummer eins in der Gründaustadt hervor. Mit 35,0 lag sie sogar 0,2 Prozent über dem Ergebnis von 2016. Die CDU musste hingegen auf Kreisebene ebenfalls deutliche Verluste hinnehmen und kam nur noch auf 25,0 Prozent. Das ist ein sattes Minus von 7,4 Prozent.

Langenselbold – Die großen Gewinner in der Gründaustadt sind auch auf Kreisebene die Grünen, die sich um 8,7 auf 14,6 Prozent verbessern konnten. Sie belegen entsprechend analog zur Gemeindewahl auch bei der Abstimmung zum Kreistag Rang drei. Diese Position hatte vor fünf Jahren die AfD inne, die nun bei der Kreistagswahl in der Gründaustadt neben der CDU die große Verliererin ist. Die Partei, die bei der Wahl zum Selbolder Stadtparlament nicht angetreten war, büßte 6,5 Prozent ein und belegt mit 8,8 Prozent Rang vier.

Freie Wähler haben Stimmenanteil verdoppelt

Verdoppelt haben hingegen die Freien Wähler ihren Stimmenanteil bei der Kreistagswahl in der Gründaustadt. Sie verbesserten sich von 3,1 auf 6,3 Prozent und überholten damit die FDP, die sich allerdings auch um 1,8 auf 5,6 Prozent steigern konnte. Noch erwähnenswert im Bereich der kleineren Parteien ist Die Linke, die um 0,4 auf 3,4 Prozent zunahm. Sie war ebenfalls nicht mit einer eigenen Liste zur Wahl der neuen Langenselbolder Stadtverordnetenversammlung angetreten.

Das vorläufige amtliche Endergebnis der Kreistagswahl in Langenselbold am 14.3.2021:
SPD 35,0 %
CDU 25,0 %
Grüne 14,6 %
AfD 8,8 %
Freie Wähler 6,3 %
FDP 5,6 %
Die Linke 3,4 %
Wahlbeteiligung 47,8 %

Die Wahlbeteiligung lag bei der Kreistagswahl sogar noch knapp unter jener bei der Langenselbolder Gemeindewahl. Sie ging gegenüber 2016 um 6,9 auf 47,8 Prozent zurück. Von den 11 266 für die Kreistagswahl berechtigen Langenselbolderinnen und Langenselboldern machten somit lediglich 5384 von ihrem Wahlrecht Gebrauch. Die Wahlbeteiligung bei der Gemeindewahl betrug genau 48,0 Prozent.

Nur drei Selbolder im Kreistag

Etwas bescheiden nimmt sich nach jetzigem Stand die Zahl der Langenselbolder Kandidaten aus, die den Sprung in den neuen Kreistag geschafft haben. Wenn es nicht noch größere Verschiebungen durch Bewerber gibt, die ihr Mandat nicht annehmen (das gilt sicherlich für Landrat Thorsten Stolz und Erste Kreisbeigeordnete Susanne Simmler, die auf der SPD-Liste auf den Positionen eins und zwei aufscheinen), wird die Gründaustadt im Main-Kinzig-Forum in Gelnhausen nur von einer Frau und zwei Männern vertreten.

Dabei wurde Altbürgermeister Heiko Kasseckert auf der CDU-Kreistagsliste immerhin vom neunten auf den dritten Platz nach vorne gewählt. Mit genau 48 182 Stimmen fuhr er auch das beste Ergebnis aller Selbolder Kandidaten für das Kreisparlament ein. Tobias Dillmann erhielt auf der CDU-Liste 38 336 Stimmen und kann sich somit auf seine politische Arbeit im neuen Selbolder Stadtparlament konzentrieren.

Heiko Kasseckert erhält von allen Selboldern die meisten Stimmen

Kasseckert am nächsten kam Roland Sahler, der 45 671 Stimmen erhielt. Damit rutschte er auf der SPD-Liste allerdings vom 19. auf den 26. Platz ab. Das reicht jedoch, um erneut in den Kreistag einziehen zu können. Hubert Reuter, der bisher ebenfalls der SPD-Fraktion angehörte, schaffte es hingegen mit 44 326 Stimmen vermutlich nicht wieder in das Kreisparlament. Auch Bürgermeister Timo Greuel wird dort nicht zu finden sein, er kam auf 41 795 Stimmen.

Für die Freien Wähler wird Christiane Kapp nicht nur dem neuen Selbolder Stadtparlament, sondern ebenso dem Kreistag in Gelnhausen angehören. Sie kam mit insgesamt 19 818 Stimmen auf Rang fünf der FW-Liste auf Kreisebene. Angetreten war sie auf Listenplatz vier. Die Freien Wähler sind nun mit sechs statt bisher vier Mandaten im Main-Kinzig-Forum vertreten.

Keinen Selbolder Vertreter wird man in den Fraktionen von FDP und Grünen im neuen Kreistag finden. Cornelia Hofacker erzielte immerhin auf der Grünen-Liste 43 379 Stimmen, was jedoch ebenso nicht für den Einzug in den Kreistag reichte wie die 17 349 Voten für Christof Sack auf der FDP-Liste.

Von Lars-Erik Gerth

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