Langenselbolder Großprojekt startet ein Jahr später

Wegen Corona verzögert sich Baubeginn für Gesundheitszentrum

So soll das neue Selbolder Gesundheitszentrum aussehen, dessen Baubeginn am Feuerwehrkreisel nun für kommenden Sommer geplant ist.
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So soll das neue Selbolder Gesundheitszentrum aussehen, dessen Baubeginn am Feuerwehrkreisel nun für kommenden Sommer geplant ist.

Wäre alles nach dem ursprünglichen Plan verlaufen, dann gäbe es bereits seit vergangenem Sommer Bautätigkeiten am Feuerwehrkreisel im Westen der Gründaustadt. Doch die Corona-Krise und ihre Auswirkungen haben auch die Pläne des Investors Vital AG für die Realisierung des neuen Langenselbolder Gesundheitszentrums nachhaltig beeinträchtigt.

Langenselbold – Über den aktuellen Stand bei diesem wichtigen Projekt berichtete am letzten Montag Bürgermeister Timo Greuel (SPD) im Stadtparlament. Anlass dafür waren zwei ähnlich gelagerte Anfragen der Fraktionen von CDU und Freien Wählern an den Magistrat.

Unter anderem wollten beide Fraktionen wissen, wann denn nach aktuellem Stand mit dem Baubeginn für das rund 16 Millionen Euro umfassende Projekt zu rechnen ist. Greuel berichtete, dass die Vital AG den Bauantrag im Dezember eingereicht habe und nach dessen positiver Bearbeitung durch den Kreis als Bauaufsicht die Genehmigung für den kommenden Juni zu erwarten sei.

Baubeginn im dritten Quartal 2021

„Daraus folgend würde – Stand jetzt – der Baubeginn im dritten Quartal dieses Jahres erfolgen. Bei einer voraussichtlichen Bauzeit von 15 Monaten ist mit einer Fertigstellung im vierten Quartal 2022 zu rechnen“, informierte der Bürgermeister die Stadtverordneten über den zeitlichen Rahmen, wie er sich derzeit abzeichnet.

Die Freien Wähler erinnerten in ihrer Anfrage daran, dass der Investor bei der Bürgerversammlung im Dezember 2019 „deutlich positive Prognosen bezüglich möglicher Vermietungen im geplanten Gesundheitszentrum“ abgegeben habe. Laut des damaligen Bürgermeisters Jörg Muth (CDU) habe die Vital AG zu diesem Zeitpunkt bereits verbindliche Mietgespräche geführt.

Freie Wähler kritisieren Informationspolitik

Die FW kritisierten in diesem Zusammenhang, dass in der Folgezeit die Informationspolitik sowohl vonseiten des Investors als auch durch den Magistrat „eher zurückhaltend“ gewesen sei. Entsprechend wollten die Freien Wähler – und in ähnlicher Form auch die CDU – wissen, wie der aktuelle Stand bei den Vermietungen aussieht.

Der Bürgermeister räumte in seiner Antwort ein, dass sich nach Kenntnisstand des Magistrats die Prognosen der Vital AG „leider nicht alle erfüllt haben, da die Corona-Pandemie auch für Ärzte und gesundheitliche Unternehmen zu enormen Problemen“ geführt habe. In der Folge habe es mehrere Absagen „von festzugesagten Mietinteressenten“ gegeben.

Mieter, die fest zugesagt hatten, sind abgesprungen

In der Antwort auf die Anfrage der Christdemokraten konkretisierte Greuel, aus welchen Bereichen diese Absagen von „festzugesagten Mietinteressenten“ gekommen sind: „Zum Beispiel Physio, Pflegedienst, Zahnärzte, im Dezember dann auch weitere Mieter.“ Dadurch hätten sich „enorme Planungsverzögerungen ergeben“ und habe der Investor auch „die Vermarktung völlig neu aufbauen“ müssen.

Die Vital AG habe sich jedoch, wie Greuel ausführte, diesen Herausforderungen angenommen und „kräftig in die Akquise neuer Mieter investiert und entsprechend neue Mieter gewonnen“. Aktuell seien 50 Prozent der Flächen belegt.

Wenig Interesse von Selbolder Ärzten und Betrieben

Auf die Frage der Freien Wähler, ob es zutreffend sei, dass das Interesse von Langenselbolder Ärzten und Firmen an der Mietung von Flächen zurückgegangen ist, antwortete das Stadtoberhaupt wie folgt: „Aus Sicht des Investors ist nach wie vor das neue Medizinische Versorgungszentrum von Katrin Fitzler dabei. Der finale Mietvertrag soll noch in diesem Monat unterzeichnet werden. Darüber hinaus waren keine weiteren Ärzte aus Langenselbold auf der Interessentenliste.“

Außerdem seien Unternehmen wie eine Apotheke und ein Sanitätshaus mit dabei. Der Mietvertrag mit Letzterem sei laut Greuel bereits unterzeichnet, der Vertrag mit der Apotheke soll in den kommenden Tagen unterzeichnet werden. Weitere Firmen aus Langenselbold hätten nicht angefragt.

Zum Ablauf der notwendigen Grundstücksankäufe auf dem Areal, das der Feuerwehrwache gegenüberliegt, erläuterte der Bürgermeister: „Wegen eines Todes- und Erbfalls bei den Alteigentümern erfolgten zwei Beurkundungstermine, nämlich am 13. August und 10. September 2020. Die Umschreibung durch das Grundbuchamt ist noch nicht erfolgt. Die Kaufverträge mit der Vital AG sind aber in Vorbereitung. Auf Wunsch der Vital AG können die Verträge noch in diesem Monat beurkundet werden.“

Von Lars-Erik Gerth

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