Langenselbolder Tagesmütter stellen sich vor

Für Birsen Özkay sind bei der Betreuung der Kinder Natur erleben und Kreativität fördern ganz wichtig

Im Garten ihrer gemieteten Parzelle im Freizeitpark Kinzigsee kann Birsen Özkay ihren Tageskindern viele Möglichkeiten zum Spielen, Spaß haben und zur Erforschung der Natur bieten.
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Im Garten ihrer gemieteten Parzelle im Freizeitpark Kinzigsee kann Birsen Özkay ihren Tageskindern viele Möglichkeiten zum Spielen, Spaß haben und zur Erforschung der Natur bieten.

Wer selbst fünf Kinder großzieht, dem muss man nicht erzählen, auf was es bei der Betreuung des Nachwuchses ankommt. Allein aufgrund dieser Tatsache bringt Birsen Özkay die besten Voraussetzungen für die Arbeit einer Tagesmutter mit. Kinder bei ihren ersten Schritten zu begleiten und sie zu unterstützen, wenn sie ihre Erfahrungen und Entdeckungen machen, das wollte die 40-Jährige zu ihrem beruflichen Inhalt machen. Deshalb entschloss sie sich 2019, beim Main-Kinzig-Kreis eine Ausbildung zur qualifizierten Kindertagespflegeperson zu beginnen, die sie dann auch erfolgreich abschloss.

Langenselbold – Zuvor war Birsen Özkay 20 Jahre als Friseurin in Hanau tätig, hatte auch in ihrem ersten Beruf viel mit Menschen zu tun. „Das hat mir viel Spaß bereitet. Ich wollte jetzt aber etwas Neues machen. Und mit dem erfolgreichen Abschluss der Ausbildung zur Tagesmutter habe ich mir einen Traum erfüllt. Und die Betreuung meiner ersten Tageskinder hat mir gezeigt, dass ich die absolut richtige Entscheidung getroffen habe“, erzählt die seit 2009 in Langenselbold lebende Özkay beim Besuch unserer Zeitung in ihrer Tagespflegestation.

Berufliches von Privatem getrennt

Diese befindet sich nicht – wie bei vielen anderen Pflegepersonen – in Haus oder Wohnung der Tagesmutter oder des Tagesvaters. „Ich habe mich bewusst dafür entschieden, Privates und Berufliches voneinander zu trennen. Dabei kam mir natürlich entgegen, dass wir schon seit einigen Jahren ein Gelände im Freizeitpark Kinzigsee gemietet haben. Mit dem kleinen Haus und dem schönen Garten sowie der Nähe zur Natur am Kinzigsee bieten sich mir hier die idealen Voraussetzungen für die Betreuung der Kinder“, weist Birsen Özkay auf ihren nicht alltäglichen Standort für eine Kindertagespflege hin.

In ihrer neuen Serie stellt die LZ die acht Selbolder Tagesmütter vor, die sich „Die Landmäuse“ nennen.

Die fünffache Mutter nennt eine positive und offene Grundeinstellung ihr eigen, die ihr gerade zum Start ihrer Tätigkeit als Tagespflegeperson geholfen hat. Denn kaum hatte sie mit ihren ersten Tageskindern begonnen, kam im März 2020 der Corona-Lockdown. Pandemiebedingt konnte sie einige Zeit nicht betreuen. Doch um so größer war die Freude, als die Kinder wieder zu ihr an den Kinzigsee kommen und sie mit den Kleinen die Natur und andere Dinge entdecken konnte.

„Kinder sollen sich ausprobieren und schöne Dinge entdecken“

Auf die individuelle Förderung der ihr von den Eltern anvertrauten Kinder legt Birsen Özkay ein besonderes Augenmerk. Sie möchte den Mädchen und Jungen Möglichkeiten geben, sich auszuprobieren und die schönen Dinge zu entdecken. Kreativität spielt für die 40-Jährige dabei eine besondere Rolle. Nicht umsonst ist ihr Info-Flyer mit „Every child is an Artist“ (Jedes Kind ist ein Künstler) überschrieben. Entsprechend können die kleinen Besucher der Tagespflege am Kinzigsee nach Herzens Lust malen und basteln, aber auch singen und tanzen.

Vor allem sollen die Kinder Spaß haben, wobei natürlich auch gewisse Regeln einzuhalten sind und Özkay großen Wert auf das Miteinander zwischen den Kindern legt. So gibt es sowohl ein gemeinsames Frühstück als auch Mittagessen, die von der Tagesmutter in der Küche des Häuschens im Freizeitpark Kinzigsee zubereitet werden. Geöffnet hat die Tagespflege von Montag bis Freitag jeweils von 8 bis 16 Uhr.

Es sind noch zweieinhalb Plätze frei

Nachdem ihre ersten fünf Tageskinder nun bereits in die Kita gehen, geht es nach den Sommerferien wieder los. Zusagen für drei neue Kinder hat sie bereits. Zwei davon werden das Betreuungsangebot voll nutzen, ein Kind hat einen halben Platz. „Ich habe derzeit also noch zweieinhalb Plätze frei“, berichtet Birsen Özkay, die sich über weitere interessierte Eltern sehr freuen würde. Für einen ersten Kontakt ist sie unter z 0177 6423276 erreichbar.

Zwar betreut sie bevorzugt – wie die anderen Tagesmütter auch – U3-Kinder. „Meine Tagespflege ist aber ebenso für ältere Kinder und auch Schulkinder offen“, so die Selbolderin, die aufgrund ihrer eigenen fünf Kinder schon reichlich Erfahrung mit Kita- und Schulkindern aufweist.

Selbst gute Erfahrungen mit Selbolder Tagesmutter gemacht

Birsen Özkays Zwillinge waren übrigens selbst bei einer Tagesmutter. Und zwar bei Sylvia Borsch, die gemeinsam mit Astrid Böhm zu den Pionierinnen der „Landmäuse“ zählt. „Das war eine tolle Zeit für meine Zwillinge. Sylvia und ich haben uns damals auch bestens verstanden. Es ist schon super, dass wir heute Kolleginnen sind“, merkt man Özkay und ihrem strahlenden Lächeln an, dass ihre neue Tätigkeit für sie nicht Beruf, sondern Berufung ist.

Von Lars-Erik Gerth

Achtteilige Serie in der Langenselbolder Zeitung

Das Tageselternprojekt, das 2016 den Namen „Die Landmäuse“ erhielt, gibt es in Langenselbold bereits seit 15 Jahren. Momentan betreuen acht Tagesmütter vornehmlich Kinder im Alter zwischen Null und drei Jahren. Bis zu fünf Mädchen und Jungen können die qualifizierten Tagesmütter aufnehmen. In solch kleinen Gruppen kann besonders großer Wert auf die individuelle Förderung der Kleinkinder gelegt werden. Die LZ stellt die Langenselbolder Tagesmütter in dieser neuen Serie in unregelmäßigen Abständen vor. Zu den „Landmäusen“ gehören neben Birsen Özkay: Ivonne Alff, Sybille Bingemer, Sylvia Borsch, Astrid Böhm, Ute Klein Radina, Anastasia Gilbert und Christine Meranius. leg

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