Kommentar zu Rot-Grün in Selbold

Machtwechsel in Langenselbold nun komplett vollzogen

Seit 2001 war die CDU in Langenselbold die führende Partei, nachdem sie bereits 1996 mit Heiko Kasseckert dem Platzhirsch SPD das Bürgermeisteramt abluchsen konnte. Zunächst mit absoluter Mehrheit, dann in Koalitionen mit Grünen (2011 bis 2016) und SPD (2016 bis 2020) bestimmten die Christdemokraten das politische Geschehen in der Gründaustadt. Nun müssen sie schmerzlich erfahren, dass Politik nicht zuletzt vom Wechsel lebt, Macht vom Wähler nur auf Zeit verliehen wird.

Nachdem die SPD Anfang 2020 mit Timo Greuel das Rathaus zurückgewinnen konnte, bildet sie als neue stärkste Kraft nun gemeinsam mit den Grünen die Stadtregierung.

Ob das Hermann-Hesse-Zitat „Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne“ auch auf Rot-Grün angewendet werden kann, dürften die kommenden Monate zeigen. Glaubt man den handelnden Personen, müssen die Gespräche zwischen SPD und Grünen ausgesprochen harmonisch verlaufen sein. Tatsächlich ähneln sich ihre Programme bezüglich der Kernthemen Soziales, Umwelt/Klimaschutz und bezahlbarer Wohnraum sehr. Dennoch wird es auch zwischen SPD und Grünen strittige Themen geben. Vielleicht sogar schon am Montag, wenn es um die Frage geht, ob Rot-Grün der CDU noch einen zweiten Magistratssitz zugestehen wird.

Von Lars-Erik Gerth

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