Langenselbolder CDU für Ausbau der Kollwitzschule

Neuer Vorstoß der Christdemokraten für Selbolder Gymnasium oder gymnasiale Oberstufe

Blick aus luftiger Höhe auf die „Käthe“: Die CDU möchte die Schule um einen gymnasialen Zweig erweitern.
+
Blick aus luftiger Höhe auf die „Käthe“: Die CDU möchte die Schule um einen gymnasialen Zweig erweitern.

Auch wenn die Freien Wähler in der vergangenen Woche dafür geworben haben, die Standortfrage für ein neues Gymnasium oder eine gymnasiale Oberstufe aus dem Wahlkampf herauszuhalten, nimmt das Thema weiter Fahrt auf. Die Langenselbolder CDU-Fraktion hat nun eine Beschlussvorlage zu dem Komplex für die nächste Sitzung des Stadtparlaments am Montag, 25. Januar, eingebracht. Sie steht als 14. und letzter Punkt auf der Tagesordnung. Die Versammlung findet wie immer im Saal Europa der Klosterberghalle statt.

Langenselbold – Wie Fraktionsvorsitzender Gerhard Mohn auf Nachfrage unserer Zeitung bestätigte, möchte die CDU mit ihrem Antrag den Magistrat beauftragen, gemeinsam mit der Stadt Erlensee Gespräche mit den Schulbehörden von Kreis und Land zu führen. Dabei soll die Möglichkeit geprüft werden, ob am Schulstandort in Langenselbold ein Gymnasium oder eine gymnasiale Oberstufe geschaffen werden könnte.

„Wir hatten bereits vor über zehn Jahren eine Initiative dafür gestartet, die Käthe-Kollwitz-Schule um eine gymnasiale Oberstufe zu erweitern. Die Langenselbolder CDU hat das Thema immer wieder aufgegriffen und setzt sich weiterhin dafür ein, denn für den Bildungsstandort Langenselbold ist die Erweiterung um einen gymnasialen Zweig sinnvoll und notwendig. Auch unter dem Aspekt des bevorstehenden Ausscheidens von Hanau aus dem Main-Kinzig-Kreis“, begründetet Gerhard Mohn den erneuten Vorstoß seiner Fraktion.

Auch FDP für Erweiterung der „Käthe“

Wie berichtet, hatte zuletzt auch die FDP die Erweiterung der „Käthe“ um eine gymnasiale Oberstufe gefordert. Mohn gab sich im Gespräch mit unserer Zeitung überzeugt davon, dass der CDU-Antrag auf eine „100-prozentige Zustimmung stoßen müsste“.

Mit der Idee, bei dem Vorstoß auch die Nachbarkommune Erlensee mit ins Boot zu nehmen, greifen die Christdemokraten die Bestrebungen der beiden Städte auf, kooperierendes Mittelzentrum zu werden. Zwar wurde dieses Ansinnen bei den Änderungen des Landesentwicklungsplans durch das hessische Wirtschaftsministerium in Wiesbaden nicht berücksichtigt, doch sowohl Selbolds Bürgermeister Timo Greuel als auch dessen Erlenseer Kollege Stefan Erb (beide SPD) hatten im November erklärt, bezüglich Mittelzentrum weiter am Ball bleiben zu wollen.

Erlensee soll mit ins Boot geholt werden

„Um dies erreichen zu können, halten wir die Erweiterung des Schulangebots in unserer Stadt um eine gymnasiale Oberstufe oder ein Gymnasium für absolut zielführend“, stellt Gerhard Mohn für die Selbolder CDU klar. Treibende Kraft für eine Aufwertung der Gründaustadt zu einem Mittelzentrum war über Jahre hinweg Mohns Parteifreund Jörg Muth gewesen, der bis Frühjahr 2020 als Langenselbolder Bürgermeister amtierte.

Für Langenselbold als Standort für eine gymnasiale Oberstufe oder ein Gymnasium sprechen laut CDU-Fraktion vor allem die gute Lange der Gründaustadt „an der Schnittstelle zwischen den Altkreisen Hanau und Gelnhausen sowie die gute verkehrstechnische Erreichbarkeit“. Mohn erinnert zudem daran, dass der naturwissenschaftliche Bereich der „Käthe“ erst kürzlich komplett erneuert worden sei. Entsprechend kann er sich vorstellen, dass der zu schaffende gymnasiale Bereich dann auch einen naturwissenschaftlichen Schwerpunkt haben könnte.

CDU will mit Antrag Zeichen in laufender Diskussion setzen

Da sich zuletzt Parteien in Schöneck und Bruchköbel dafür stark gemacht hatten, dort neue Gymnasien zu errichten, wolle die Selbolder CDU mit dem Antrag nun ihrerseits ein Zeichen setzen, wie Mohn mit Nachdruck betont. „Wir haben in Langenselbold alle Voraussetzungen für eine solche Erweiterung des Bildungsangebots“, ist der CDU-Fraktionschef überzeugt.

Das Ziel sei aber nur umsetzbar, wie es im Antragstext heißt, „wenn die Kooperation zwischen dem Main-Kinzig-Kreis und der Stadt Hanau zur Aufnahme von Gymnasialschülern nicht verlängert wird“. Außerdem müsste die Umwandlung der „Käthe“ von einer integrierten in eine kooperative Gesamtschule auch von den Schulbehörden und der Schulgemeinde befürwortet und unterstützt werden.

Von Lars-Erik Gerth

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare