Mitarbeiter stehen auf Abruf bereit

Corona-Krise: Notbetreuung in Langenselbolder Kitas läuft reibungslos

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In der Notbetreuung auch in Langenselbold – wie hier in der Kita Buchbergblick – haben die Erzieherinnen nun deutlich mehr Zeit für jedes der wenigen Kinder, die noch in die Kitas gehen dürfen.

Mit Schaufel und Eimer ausgestattet nehmen die zweieinhalbjährige Isabelle und der vierjährige Marvin den frisch gelieferten Sand auf dem Außengelände der Kita Buchbergblick in Augenschein. Die beiden sind an diesem Vormittag die einzigen Besucher der Notbetreuung in der städtischen Kita.

Normalerweise toben hier 110 Mädchen und Jungen zwischen zwei und sechs Jahren in fünf Gruppen herum und werden von elf Erzieherinnen betreut. Insgesamt sind es Stand vergangenen Freitag vier Kinder, die die Notbetreuung in der von Petra Bassermann geleiteten städtischen Kita nutzen.

Zusammengenommen sind es augenblicklich 19 Mädchen und Jungen, die in den Selbolder Betreuungseinrichtungen, die von der Stadt betrieben werden, in der Notbetreuung sind, wie Erster Stadtrat Timo Greuel (SPD) auf HA-Anfrage mitteilt. „In der Kita Rödelberg sind es sieben, in der 'Pusteblume' drei, in der Krippe haben wir zwei Kinder, in der Uferstraße drei und hier im Buchbergblick eben vier“, zählt der designierte Bürgermeister auf. „Allerdings kommen nicht alle täglich in die Kindertagesstätten“, berichtet Greuel.

Erzieherinnen sprechen von unwirklicher Situation

Für Petra Bassermann und ihr Team ist die Situation auch nach drei Wochen Notbetreuung weiterhin sehr unwirklich. „Ich denke gerade morgens öfters, dass jetzt doch die Tür aufgehen und unsere Kinder hineinströmen müssten. Doch leider passiert dies derzeit nicht“, gibt die Leiterin der Kita Buchbergblick einen Einblick in ihre Empfindungen in diesen Corona-Zeiten.

Immerhin haben Marvin und Isabelle sowie die anderen beiden Kinder, die dort in die Notbetreuung gehen, die ganze Aufmerksamkeit der Erzieherinnen für sich und bringen sich beispielsweise auch aktiv bei der Vorbereitung des Mittagessens ein. „Wir können uns so natürlich deutlich intensiver um die einzelnen Kinder kümmern als im normalen Alltag“, streicht Petra Bassermann einen der Vorteile der derzeitigen Situation heraus.

Erzieherinnen haben in der Corona-Krise Zeit für andere Dinge

Bezüglich der personellen Aufstellung der städtischen Betreuungseinrichtungen in Selbold während der Corona-Krise kann der Erste Stadtrat berichten, dass „je nach Anzahl der Kinder zwei bis fünf Erzieherinnen im Kinderdienst sind. Weiteres pädagogisches Personal ist vor Ort im Haus tätig“.

Jene, die nicht mit der Betreuung der Kinder beschäftigt sind, überarbeiten Konzeptionen, kümmern sich um Portfolioarbeiten, Teampflege, bereiten Sommer- und Herbstprogramme vor, versehen Aufräumarbeiten, richten Garten- und Außengelände her oder sortieren Bücher- und Spieleschränke. „Also alles Dinge, wofür im Regelbetrieb wenig bis keine Zeit ist“, erläutert Greuel den aktuellen Tagesablauf der Erzieherinnen.

Mitarbeiter stehen auf Abruf bereit

Natürlich sind derzeit nicht immer alle Kita-Mitarbeiterinnen jeden Tag in den Einrichtungen. „Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden im Wechsel freigestellt, stehen jederzeit auf Abruf bereit und werden im Bedarfsfall auch für andere Tätigkeiten als die originäre Kinderbetreuung herangezogen. Der neue Tarifvertrag zur Kurzarbeit entfaltet übrigens keine Wirkung auf die kommunale Kernverwaltung und auf den Sozial- und Erziehungsdienst“, stellt der zukünftige Bürgermeister dabei ebenfalls gleich klar. 

Notbetreuung auch in den Osterferien gesichert

Die Notbetreuung läuft auch in den am Montag beginnenden Osterferien in der jetzigen Form weiter, wie Greuel auf Nachfrage bejaht. Zwar haben Marvin und Isabelle bei unserem Besuch am Freitagvormittag sichtlich viel Spaß beim Spielen im neuen Sand oder mit den Spielsachen in ihrem Gruppenraum, aber bei so wenigen Spielkameraden kommt ab und an sicher auch Langeweile auf, was auch der Erste Stadtrat nachvollziehen kann.

„Für das einzelne Kind sind die gewohnte Umgebung und die bekannten Erzieherinnen aber wichtig und für die Eltern eine verlässliche Betreuung und Versorgung ihres Kindes. Und für den Träger der Schutz des Personals. Um diese Punkte geht es in erster Linie, weshalb die Notbetreuung nicht den üblichen Tagesablauf für das Kind bieten kann“, räumt er ein.

Keinerlei Probleme mit Eltern

Probleme beispielsweise mit Eltern, die nicht eingesehen haben, dass sie nicht zu dem Kreis jener gehören, deren Kinder notbetreut werden dürfen, hat die Stadt Langenselbold bisher noch nicht registriert. Und auch sonst braucht Timo Greuel nicht von nennenswerten Problemen berichten. „An dieser Stelle bedanke ich mich aber sehr herzlich bei den Sorgeberechtigten für die Geduld und das gezeigte Verständnis. Und natürlich auch bei allen unseren Erzieherinnen und Mitarbeitern in den Einrichtungen für ihren Einsatz in dieser schweren Zeit“, hat der Erste Stadtrat für alle Beteiligten ein Dankeschön parat.

Quelle: Hanauer Anzeiger

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