Investor hat Ersatz für abgesprungenen Aldi gefunden

Nun soll ein Tegut ins Selbolder Gesundheitszentrum

Auf dem Areal der Feuerwache gegenüberliegend soll ab Frühjahr endlich der Baubeginn des Gesundheitszentrums erfolgen.
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Auf dem Areal der Feuerwache gegenüberliegend soll ab Frühjahr endlich der Baubeginn des Gesundheitszentrums erfolgen.

Die Einbringung des Langenselbolder Haushalts für 2022 steht zwar nicht auf der Tagesordnung des Stadtparlaments, dennoch wartet die Sitzung am Montag, 8. November, um 19.30 Uhr mit einigen interessanten Themen auf.

Langenselbold – Zum Beispiel soll das Parlament darüber entscheiden, ob die Entwicklung des südlichen Teils des geplanten Businessparks westlich der A45 von der Firma NR Holding Development GmbH aus Erlensee übernommen werden kann. Diese würde eigens dafür ein Tochterunternehmen in Selbold gründen, wie ihr Geschäftsführer Michael Lemler in der Sitzung des Planungs-, Bau- und Umweltausschusses erläuterte.

Businesspark Langenselbold-West auch auf Tagesordnung

Laut Bürgermeister Timo Greuel (SPD) erhielte die Stadt durch den Verkauf des 45 800 Quadratmeter großen Areals von NR Holding Development rund 3,2 Millionen Euro. Vor allem aber übernehme der Investor die Kosten für die Bau- und Erschließungsmaßnahmen, für die sonst die Stadt aufkommen müsste. Damit werde eine zügige Realisierung des gesamten Baugebiets Businesspark Langenselbold-West möglich. Ziel des Investors ist es, auf dem Areal ein Logistikgebäude zu errichten.

Interessanterweise hat sich NR Holding Development dabei verpflichtet, keines der Grundstücke an die Firmen Dachser oder Heinemann zu verkaufen. Dazu heißt es in der Begründung des Beschlussvorschlags des Magistrats, über den die Stadtverordneten am Montag entscheiden, dass davon abzusehen sei, „da die vorliegenden Konzepte nur Parkplatznutzungen und Lagerflächen für die ansonsten in Erlensee ansässigen Firmen vorsehen“.

Gesundheitszentrum soll abschnittsweise dreigeschossig werden

Vor allem geht es am Montag aber um das geplante Großprojekt Gesundheitszentrum, dessen Baubeginn sich auch wegen der Pandemie bereits um fast zwei Jahre verzögert. Nun soll es kommendes Frühjahr losgehen. Dafür muss das Stadtparlament am Montag einige Änderungen beschließen. Unter anderem soll die Bebauung zum Teil auch dreigeschossig erfolgen. Der geltende Bebauungsplan für den Gewerbepark Langenselbold-West sieht auf der Fläche des Gesundheitszentrums jedoch eine zweigeschossige Bebauung vor. Die Änderung auf dreigeschossig ist laut Beschlussvorlage notwendig, da „auf einer Teilfläche von etwa 25 Prozent der Dachfläche des Staffelgeschosses (. . .) die Technik- und Lüftungszentrale ihren Platz finden“ soll.

Der Tegut-Markt, der sich derzeit noch an der Ringstraße befindet, soll in das nun dreigeschossig geplante Gesundheitszentrum umziehen.

Die wichtigste Änderung gegenüber der ursprünglichen Beschlussfassung vom November 2019 betrifft jedoch den Ankermieter des Gesundheitszentrums. Als dieser war der Discounter Aldi geplant, der jedoch – wie berichtet – mittlerweile abgesprungen ist. Unerwartet für Stadt und Investor Vital AG, wie es in der aktuellen Beschlussvorlage des Magistrats heißt. Die „intensive Suche nach einem neuen Mieter“ sei jedoch erfolgreich verlaufen. Dieser soll nun, wenn die Stadtverordneten am Montag mehrheitlich zustimmen, die Firma Tegut werden. Wie es in der Begründung der Vorlage heißt, sehe der Vollversorger „die Chance, die Filiale in der Ringstraße durch einen Umzug in die Einzelhandelsfläche des Gesundheitszentrums neu zu positionieren“. Tegut plane im Gesundheitszentrum einen „neuen, zukunftsorientierten Markt in identischer Größe des Marktes Ringstraße mit 1600 Quadratmetern Verkaufsfläche und Gesamtmietfläche von 2200 Quadratmetern“.

Tegut braucht Nachmieter für bisherige Filiale an Ringstraße

Da Tegut den bestehenden Mietvertrag für seine derzeitigen Räumlichkeiten an der Ringstraße erfüllen müsse, werde die Firma „einen Nachmieter für ihre Flächen suchen“, heißt es außerdem in der Begründung des Antrags. Dies sei auch in einer schriftlichen Vereinbarung als Bestandteil des Mietvertrags mit der Vital AG festgelegt. In dem Passus stehe, dass sich Tegut „verpflichtet, einen zur Finanzierung des laufenden Vertrags notwendigen Nachmieter entweder aus dem Discount- oder Non-Food-Bereich zu akquirieren“.

Und weiter heißt es in der Begründung: „Mit dem Flächentausch der Firma Tegut innerhalb des gleichen Einzugsgebiets werden nach Auffassung des Fachamts und nach Klärung mit der Bauaufsicht des Kreises Spannungen im Einzelhandel vermieden.“ Die Bauaufsicht betrachte den Tegut-Markt im Gesundheitszentrum „in dieser Hinsicht ohne weitere Nachweise als genehmigungsfähig“.

60 Prozent der Fläche im Ärztezentrum bereits vermietet

Was den aktuellen Vermietungsstand im Ärztezentrum anbetrifft, liege dieser laut Wolfgang Herdt (Vital AG) bei etwa 60 Prozent von insgesamt rund 4000 Quadratmetern vermietbarer Fläche für die Ärzteversorgung. Dazu gehöre das neu gegründete Medizinischen Versorgungszentrum (MVZ) von Katrin Fitzler. Mit zusätzlichen Allgemeinmedizinern und Praxen stehe die Vital AG in Verhandlungen. Weitere Mieter seien eine neurologische Praxis, eine zahnärztliche Praxis sowie ein zahnmedizinisches Labor. Für die Bereiche Pädiatrie und Orthopädie gäbe es konkrete Anfragen respektive Mietervorgespräche. Auch wolle man weitere Fachärzte für das Gesundheitszentrum akquirieren.

Von Lars-Erik Gerth

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