GNA legt im „Langenselbolder Flos“ mehrere Biotope an

Artenreichtum in den Kinzigauen erhalten und erweitern

Etwas von ihrer Ursprünglichkeit soll der Landschaft im „Langenselbolder Flos“ durch die derzeit laufende Renaturierung zurückgegeben werden.
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Etwas von ihrer Ursprünglichkeit soll der Landschaft im „Langenselbolder Flos“ durch die derzeit laufende Renaturierung zurückgegeben werden.

Natürliche Auenlandschaften sind ein extrem wertvolles, hochproduktives System. Ein Stück Natur, das selten geworden ist und durch Baumaßnahmen immer weiter zurückgedrängt wird. Die Gesellschaft für Naturschutz und Auenentwicklung (GNA) setzt sich dafür ein, dass dieser bedrohte Lebensraum geschützt wird und durch Renaturierungsmaßnahmen eine neue Chance erhält.

Langenselbold – „In den Auen herrscht eine große Artenvielfalt. Viele Vogelarten, Insekten wie Libellen und vor allem Amphibien sind auf diesen Lebensraum angewiesen. Durch den großen Siedlungsdruck wird jedoch immer öfter in Auen hinein gebaut“, erzählt Susanne Hufmann, Diplom-Biologin und erste Vorsitzende der GNA. „Das ist allerdings auch deshalb problematisch, da die Auwiesen einen sehr dynamischen Lebensraum bilden, der stark durch den Stand des Flusswassers beeinflusst wird. In diese natürlichen Überschwemmungsgebiete hineinzubauen, kann zu Hochwasserkatastrophen führen.“

Landschaft soll etwas von ihrer Ursprünglichkeit zurückgegeben werden

Das Renaturierungsprojekt im „Langenselbolder Flos“, einer landwirtschaftlich genutzten Aue der Kinzig, soll den dortigen Artenreichtum erhalten und erweitern, indem der Landschaft etwas von ihrer Ursprünglichkeit zurückgegeben wird. Eine Flutmulde von einigen 100 Metern Länge wird ausgebaut, in der wiederum mehrere Gewässerbiotope angelegt werden, die den bedrohten Arten Schutz bieten.

„Unsere Maßnahmen erfolgen immer auf landwirtschaftlich genutzten Auwiesen, weshalb wir natürlich auf die Zustimmung und Unterstützung der Landwirte angewiesen sind. Für deren Mitarbeit sind wir sehr dankbar, denn ohne sie wäre die Umsetzung unserer Projekte gar nicht möglich“, berichtet Hufmann.

Renaturierung vor allem in zugewachsenen Gräben

Durch extensive Landwirtschaft werde der Natur die Chance gegeben, sich trotz Nutzung durch den Menschen zu entwickeln. Ein Beispiel sei das an Wiesenbrüter angepasste Mähen der Wiesen, das erst erfolgt, wenn die Vogeljungen nicht mehr schutzlos am Boden ausharren. Die Renaturierung durch die GNA erfolgt vor allem in zugewachsenen Gräben, die von den Landwirten gar nicht genutzt werden können. Diese werden, wie auch beim Langenselbolder Projekt, in Feuchtbiotope umgewandelt, indem die zuwuchernden Pflanzen wie beispielsweise meterweit in die Wiesen hineinwachsende Weidengebüsche entfernt werden und dann durch gezielte Abgrabung flache Ufer entstehen.

„Auf diese Weise können die Landwirte die Fläche sogar besser nutzen als zuvor. Ziel der Maßnahmen ist die Gestaltung einer offenen Fläche und somit die Lebensraumwiederherstellung für viele Tierarten, die durch den Verlust der Auen bedroht sind“, erklärt die Diplom-Biologin.

Auch weniger bekannte Tierarten sollen profitieren

Günter Könitzer, der bei der GNA für die Projektleitung zuständig ist, schildert den enormen Artenreichtum und leitet von den Aufnahmen der installierten Wildkameras in bereits renaturierten Gebieten ab, dass nicht nur weithin bekannte Arten wie Storch und Rehwild von den naturbelassenen Wiesen profitieren, sondern auch Tiere wie die Bekassine und das Braunkehlchen, Vogelarten, die immer seltener werden.

„Wir lassen bei der Renaturierung einige Weißdornhecken stehen, die Schutz und Versteckmöglichkeiten bieten und auf der Fläche, die von den Landwirten gemäht wird, wird ein Altgrasstreifen von fünf Metern Breite und 120 Metern Länge stehengelassen. Dorthin können sich dann viele Insekten und Wiesenvögel zurückziehen“, so Hufmann.

GNA-Vorsitzende Susanne Hufmann und Projektleiter Günter Könitzer informieren über die Renaturierung.

In den naturbelassenen Auen herrscht auch eine große botanische Vielfalt. Allerdings stellt zurückgelassener Hundekot auf den Wiesen für die Landwirte ein großes Problem dar, denn das verunreinigte Gras kann bei Nutzung als Futtermittel beispielsweise für Rinder zur Gefahr werden. Hufmann erklärt: „Ohne Wasser, kein Leben. Deshalb ist es so wichtig, den artenreichen Lebensraum Aue zu erhalten. Je bunter eine Wiese ist, desto mehr Leben beinhaltet sie.“ Dieses Leben zu bewahren, hat sich die GNA als Ziel gesetzt.

Weitere Informationen zu den Projekten und die Möglichkeit, zu spenden, sind auf www.gna-aue.de zu finden.

Von Paula Schäfer

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